Kleve: SOS-Kinderdorf erweitert

Kleve: SOS-Kinderdorf erweitert : Klever SOS-Familienforum breitet sich aus

In der Klever Unterstadt erweitert das SOS-Kinderdorf zum 50. Geburtstag seine Verwaltung und den Kindergarten. Die Kita soll künftig von 6 bis 20 Uhr geöffnet sein. Zudem wurde ein neues Wohngebäude eingerichtet.

Für das SOS-Kinderdorf Niederrhein ist das Jahr 2019 ein ganz besonderes. Der Grund: Vor 50 Jahren wurde die Außenstelle in Kleve gegründet. Nun setzt SOS-Kinderdorf zur großen Feierlichkeit an. Am 27. September begeht SOS-Kinderdorf das Jubiläum mit einem Festakt unter dem Motto „Von einer begeisternden Idee zur größten Einrichtung“ in der Klever Stadthalle. Zu den Festrednern wird Joachim Stamp (FDP), stellvertretender Ministerpräsident und Familienminister in Nordrhein-Westfalen, gehören.

Ehe es soweit ist, baut das SOS-Kinderdorf allerdings noch kräftig. „Bauen heißt für uns Zukunft gestalten“, sagt Katrin Wißen, Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Einrichtung. Das Familiendorf an der Kuhstraße in Materborn ist schon jetzt ein zu Hause für hunderte junger Menschen. Nun soll die Zentrale an der Kalkarer Straße wachsen. Dazu wird die Verwaltung erweitert. Das größere Projekt aber ist die Vergrößerung der „SOS-InKita“. Sie erhält aktuell einen knapp 1,4 Millionen Euro teuren, vom Gocher Architekten Wrede geplanten Anbau und wird mit dem neuen Kindergartenjahrgang im Spätsommer zu einer „Ganztagskita“ avancieren.

Zwischen 6 und 20 Uhr sollen künftig Kinder betreut werden. „Wir orientieren uns mit diesem Angebot an dem Alltag arbeitender Eltern, die vielleicht morgens zur Frühschicht müssen und ihr Kind nicht erst um 7 Uhr zur Kita bringen können“, sagt SOS-Einrichtungsleiter Peter Schönröck. In der Praxis solle sich, sagt er, dann noch zeigen, wie die Öffnungszeiten tatsächlich gestaltet werden. Es sei auch denkbar, dass der Kindergarten bereits um 5.45 Uhr öffnet, da Mutter oder Vater schon um 6 Uhr auf der Arbeit erscheinen müssen. „Wir wollen uns am Bedarf orientieren“, sagt Schönrock. Bisher hat die Kita von 7 bis 17 Uhr geöffnet. Perspektivisch sei auch eine Übernachtbetreuung ausgeschlossen. Allerdings betrage der maximale Betreuungsumfang pro Kind und Woche 45 Stunden. Diese Zeit sei jedoch flexibel planbar, je nachdem, wie die Eltern Betreuung wünschen

Statt bisher drei sollen künftig fünf Gruppen in den Räumlichkeiten betreut werden. „Die Anfragen dazu kommen reihenweise. Bisher gibt es in Deutschland schlichtweg zu wenige solcher Kitas“, sagt Schönrock. Zudem würde die Kita nicht nur auf Betreuungsangebote, sondern insbesondere auch auf Beratung setzen. Dies sei in Anbetracht der Sozialstruktur des umliegenden Unterstadt-Quartiers auch unabdingbar. „Wir verstehen uns als Nachbar im Quartier“, sagt Schönrock.

Des Weiteren hat die Organisation am Kreisverkehr der Kalkarer Straße einen dreigeschossigen Wohngebäudekomplex angemietet. Dieser wird sechs Appartements für junge Erwachsene bieten, die zuvor stationär in Hilfen zur Erziehung betreut wurden und nun auf die Verselbständigung vorbereitet werden. Die Vermietung soll zum Sozialhilfesatz stattfinden. Immerhin, so sagt Schönrock, sei die Wohnungssituation in Kleve insbesondere ob der Studenten der Hochschule Rhein-Waal angespannt. „Wir machen als SOS in vielen Fällen das, was eigentlich andere machen müssten“, sat Schönrock.

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