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Kleve: Kleve setzt sich konkrete Klimaziele

Kleve : Kleve setzt sich konkrete Klimaziele

Bei der Abschlussfeier des Euregio-Projekts KliKER in der Klever Stadthalle wurden die Ergebnisse der dreijährigen euregionalen Zusammenarbeit präsentiert. Kleve visiert die Reduktion der CO2-Emissionen um 30 Prozent bis 2030 an.

Umfangreich ist er, der Klimaschutzfahrplan, den die Stadt Kleve im Rahmen des grenzübergreifenden Euregio-Projekts KliKER (Klimakommunen in der Euregio Rhein-Waal) entwickelt hat. "Er soll die Grundlage für die zukünftigen Energie- und Klimaschutzaktivitäten im Stadtgebiet bilden", erklärte Kleves Bürgermeister Theo Brauer. Drei Jahre lang haben fünf deutsche Kommunen (Alpen, Duisburg, Kleve, Neukirchen-Vluyn und Rheinberg) und sechs niederländische Kommunen (Gennep, Overbetuwe, Lingewaard, Renkum, Rheden und Wijchen) am Thema "Kommunaler Klimaschutz" gearbeitet. Die Ergebnisse - unter anderem ein euregionaler Klimaschutzfahrplan - wurden jetzt bei der Abschlussfeier in der Klever Stadthalle präsentiert. Prominente Gäste: Bundesumweltministerin Dr. Barabara Hendricks, die gerade erst vom Klimagipfel aus Lima zurückgekehrt war, und NRW-Umweltminister Johannes Remmel.

Barbara Hendricks betonte: "Projekte wie KliKER sind genau das, was wir brauchen. Am meisten kann direkt vor Ort in Städten und Gemeinden bewegt werden." Der Energieverbrauch der Bundesrepublik sei 2014 um rund fünf Prozent zurückgegangen, rechnete die Bundesumweltministerin vor. "Das sei teilweise auf den milden Winter zurückzuführen, aber auch auf eine höhere Energieeffizienz und auf Millionen von Einzelentscheidungen", erklärte Hendricks. "Was wir hier in Sachen Klimaschutz und Energiewende tun, wird in der ganzen Welt positiv aufgenommen."

Jürgen Rauer, Kleves Technischer Beigeordneter, sagte bei seiner Begrüßungsrede ein wenig stolz: "Was in Lima bei der Klimakonferenz auf globaler Ebene versucht wurde, setzen wir seit drei Jahren im Kleinen um - und tragen damit unseren Teil dazu bei, die Welt zu retten." Die Kosten des Projekts belaufen sich auf rund 1,2 Millionen Euro, etwa 20 Prozent davon tragen die Kommunen.

Die Optimierung kommunaler Klimaschutzkonzepte und die Etablierung praktisch anwendbarer Klimaschutzaktivitäten standen in den vergangenen drei Jahren im Mittelpunkt. Kooperationen, Erfahrungsaustausch und konkrete Anwendungen in diversen Projekten - in Kleve die Klimaschutzsiedlungen, der Energie-Plus-Campus, die energetische Sanierung der Stadthalle - standen auf der Tagesordnung. "Wir haben in der Zeit alle viel voneinander gelernt", sagte Rauer.

Euregional wurden folgende Klimaschutzziele vereinbart: Energieeinsparung von zwei Prozent pro Jahr, eine Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien auf 20 Prozent bis 2020 und Klimaneutralität bis 2050. Die in der Stadt Kleve bereits erfolgreich umgesetzten Energie- und Klimaprojekte sollen gebündelt, nachhaltige Projektansätze geschaffen werden. Das oberste Ziel des Konzeptes ist die zielorientierte Reduzierung von CO2-Emissionen auf dem Stadtgebiet.

Um das zu erreichen, sind für Kleve Klimaschutzziele entwickelt worden: Reduktion der CO2-Emissionen auf dem Stadtgebiet um 30 Prozent bis zum Jahr 2030, 50 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien bis 2030, Steigerung der Sanierungsquote von Wohngebäuden auf zwei Prozent, Ausbau von sektorübergreifenden Informations- und Beratungsangeboten sowie Förderung eines klimafreundlichen Mobilitätsverhaltens (Radverkehrskonzept, E-Mobilität).

Die Reduktion von 30 Prozent der CO2-Emissionen bis zum Jahr 2030 ist laut Plan ein erreichbares Szenario, setzt aber die strikte Umsetzung des Maßnahmenkatalogs voraus. "Das bedeutet, dass die Akteure eine lange Zeit an einem Strang ziehen müssen", verdeutlichte Jens Harnack, KliKER-Koordinator der Gemeinde Rheinberg. "Es gibt natürlich keine Sanktionen, sollten wir die Ziele nicht erreichen. Der Fahrplan ist eher eine ideelle Selbstverpflichtung", sagte Rauer. "Wir tun das aber auch aus wirtschaftlichem Interesse. Durch energetische Gebäudesanierungen und regenerative Energien können wir nachhaltig Geld sparen."

(RP)