Kleve: Schulmodell Hilfe für Schüler bei der Berufswahl

Industrie- und Handelskammer (IHK) Kleve : Das Klever Schulmodell für den richtigen Beruf

Sarah Thomas von der Industrie- und Handelskammer (IHK) hilft Schülern bei der Berufswahl.

Schülern helfen, in den Beruf zu finden: Das ist der Sinn des Klever Schulmodells, das die Industrie- und Handelskammer (IHK) im Dezember gestartet hat und das IHK-Projektkoordinatorin Sarah Thomas jetzt dem Schulausschuss der Stadt vorstellte. Das Projekt orientiert sich am Duisburger Schulmodell und ist eine Gemeinschaftsinitiative der Städte Kleve und Emmerich, der Gemeinden Bedburg-Hau und Kranenburg sowie der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve, sagt Thomas. „Ziel ist es, Jugendlichen vor dem Schulabschluss die Chancen der dualen Ausbildung näher zu bringen und den Start ins Berufsleben zu erleichtern“, sagt Thomas.

Denn auf der einen Seite ist der Bedarf an qualifiziertem Nachwuchs groß, haben die Betriebe Schwierigkeiten, Stellen zu besetzen, auf der anderen Seite ist der Bekanntheitsgrad der verschiedenen Berufe, die eine gute Qualifikation in dualer Ausbildung bieten, niedrig. Hinzu kommt die Landflucht: Viele junge Erwachsene wollen unbedingt in eine der hippen Metropolen, statt ihre Zukunft auf dem Land zu suchen. „Wir stellen auch eine gewisse Orientierungslosigkeit durch ein Überangebot an verschiedenen Berufen fest“, sagt Thomas. Gepaart mit der mangelnden Kenntnis über Berufe und Chancen, die sich bieten, schließt das den Teufelskreis.

Den soll das Klever Schulmodell durchbrechen. Sarah Thomas besucht die Schulen, organisiert Treffen zwischen Wirtschaft und Schülern, macht Speed-Datings, bei denen sich junge Menschen auf der Suche nach einem Arbeitsplatz und Meister der Betriebe auf der Suche nach Auszubildenden treffen und zusammen kommen. Mit dabei sind die Gesamtschulen und die Realschulen in Kleve, Bedburg-Hau, Emmerich und Kranenburg, gezielt angesprochen werden die Schüler der 10. Klassen. Thomas gibt in diesen Schulen 90-minütige Workshops, führt Einzelgespräche mit den Schülern, bietet auch Einzelberatungen und laufend Betriebsbesichtigungen. Dazu gibt es 35 Kooperationspartner aus der Wirtschaft. Bis jetzt hat Thomas 22 Workshops gegeben, mehr als 200 Schüler erreicht und schon eine Handvoll Schüler in einen Beruf vermittelt.

Sarah Thomas hat aber auch die Erfahrung gemacht, dass Schüler zwar auf dem Smartphone flippern können, aber große Probleme haben, einen PC zu bedienen, beispielsweise in Word eine vernünftige Bewerbung schreiben zu können. Immer noch, so die Projektkoordinatorin, konzentrieren sich die Schüler auf wenige Ausblidungsberufe, vor allem nach Geschlechtern getrennt. Ein weiteres großes Problem ist der schlechte Öffentliche Personennahverkehr auf dem Land.

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