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Kleve: Schüler basteln am Grundstein für Haus Mifgash

Bau-Projekt : Klever Schüler basteln am Grundstein für Haus Mifgash

Am 10. September sollen die Bauarbeiten für das Haus der Begegnung beginnen. Die Künstlerin Nicole Peters gestaltet den Grundstein. Bürger beteiligen sich.

In einem symbolischen „Grundstein für Haus Mifgash“ werden die Werte festgehalten, auf denen nach Meinung der Menschen in Kleve ein solches Haus begründet sein sollte. „Wie wollen wir zusammen leben? Wie sieht dein Grundstein für Haus Mifgash aus? Das sind die Kernfragen für das partizipative Kunstprojekt, das die Gocher Künstlerin Nicole Peters und der Vorsitzende des Haus Mifgash, Thomas Ruffmann, jetzt im Schulgarten der Joseph-Beuys-Gesamtschule der Öffentlichkeit vorstellten.  „Begegnung ist uns wichtig, sie ist der Kerngedanke“, sagt Ruffmann.

Diese Vorstellung war der Startschuss für das Projekt #grundsteinhausmifgash, denn am Ort der 1938 zerstörten Synagoge, der benachbarten jüdischen Schule und des Aussichtsrestaurants „Zur Schwanenburg“ soll das Haus der Begegnung - Haus Mifgash - entstehen. „Die Geburtsstunde dieses Projektes war im letzten Sommer“, blickte Ruffmann zurück. Die Grundsteinlegung ist für den 10. September vorgesehen – 200 Jahre nach der Einweihung der Klever Synagoge. Es soll mitten im historischen Zentrum, unterhalb des Klever Wahrzeichens, der Schwanenburg, ein Häuserensemble aus drei Bauten entstehen, für die bereits eine Bauvoranfrage eingereicht wurde. Der Rat der Stadt Kleve entscheidet in den nächsten Monaten über die weitere Vorgehensweise. Angestrebt wird  ein soziales Zentrum in der Mitte der Stadt Kleve für alle Bürger. „Wir wollen das jüdische Leben ins deutsche Bewusstsein rücken“, erklärt Peters.

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Den Grundstein zu etwas zu legen, bedeutet, die Grundlage für die Entwicklung  zu schaffen,  eine  Entwicklung einleiten. Unter dieser Devise sieht der künstlerische Rahmen vor, dass jeder einzelne Teilnehmer die eigene Antwort in einen nummerierten und personalisierten lederharten, kleinen Tonziegel ritzt, ein begleitendes „Grundsteinformular“ ausfüllt und anschließend mit seinem Grundsteinchen fotografiert. Nach Möglichkeit sollen Fotos auf Facebook und/oder Instagram unter #grundsteinhausmifgash geteilt werden. Die gebrannten Ziegel, etwa 15 mal 6,8 mal 1 Zentimer groß, bestehend aus einer Klinkermasse von Cellina-Klinker, werden den Teilnehmern kurz vor der Grundsteinlegung zurückgegeben.

Der Plan ist, dass die Teilnehmer am Abend des 10. September am Ort der ehemaligen Synagoge gemeinsam die Grundsteinlegung zelebrieren. Jeder einzelne tritt vors Mikrofon, liest den Text des eigenes Steins vor, bevor dieser in den Grundstein gelegt wird, der verschlossen und verbaut wird. 700 Stück dieser kleinen Tontafeln werden von Nicole Peters gestempelt und signiert. „Das wird einer der schwersten Grundsteine“, sagt Peters.        

Zur ersten Projekt-Sitzung kam eine Schülergruppe der Joseph-Beuys-Gesamtschule, angeführt vom Kunstlehrer Markus Mengeler, in den Schulgarten. Nicole Peters begrüßte gemeinsam mit Thomas Ruffmann die Schüler, und beide erklärten ihnen das Projekt. Und es entstand eine kleine Diskussion. Wenig später ritzten die Schüler ihre Gedanken oder Meinung in die vorbereiteten Tontafeln. Bis zum Beginn der Schulferien am 4. Juli sind noch sieben weitere Termine an anderen Klever Schulen geplant.