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Kleve: Sarah sucht nach Sponsoren für ein Behindertenfahrrad

Spendenaktion : Sarah will ohne Einschränkung mobil sein

Die 28-Jährige aus Kleve ist seit ihrer Geburt körperlich und geistig eingeschränkt. Nun benötigt sie ein Behindertenfahrrad. Der LVR aber winkt ab. Daher startete ihre Familie nun eine Internet-Spendenaktion für Sarah.

Für Sarah Stoffele war der Brief des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) gewissermaßen ein Schlag ins Gesicht. Schon lange wünscht sich die Kleverin ein Fahrrad. Nur reicht der 28-Jährigen ein konventionelles Zweirad nicht. Immerhin ist Sarah seit ihrer Geburt körperlich und geistig eingeschränkt. So braucht sie ein Rollstuhltransportrad, auf dem sie von ihren Betreuerinnen gefahren wird. „Die Corona-Krise war auch für Sarah eine schwere Zeit. Allerdings verbringt sie ihre Zeit am liebsten an der frischen Luft. Da sieht sie immer wieder glückliche Menschen auf Fahrrädern. Sie würde daher auch gerne so frei unterwegs sein“, sagt ihre Mutter Heidi Stoffele.

Im vergangenen Jahr berichteten wir ausführlich über die gebürtige Gocherin, die damals in ihre erste eigene Wohnung zog. Sarah hat mit Spastik zu kämpfen, die ihren gesamten Körper zusammenzucken lässt. „Dennoch ist Sarah ein unglaublich lebensfroher Mensch, der immer das Beste aus ihren mitunter sehr schwierigen Lebensumständen macht“, sagt Stoffele. In den vergangenen Monaten sei sie mit ihrer Tochter zwar durch „Höhen und Tiefen“ gegangen. Immerhin gab Sarah ihre Stelle in der Werkstatt des LVR auf. „Wenn man immer traurig von der Arbeit zurückkommt, muss man an einem gewissen Punkt die Handbremse ziehen“, sagt ihre Mutter.

Nun aber sei man wieder auf der Suche nach Arbeit. Und auf der Suche nach einem behindertengerechten Fahrrad, einer sogenannten Rollfiets. Damit sind aber Kosten von mehreren Tausend Euro verbunden. Ein Betrag, der die Grundsicherungsleistung des Kreises Kleve, die Sarah zur Verfügung steht, deutlich übersteigt. „Sie würde das Geld gerne selbst aufbringen. Aber diese Anschaffung sprengt schlichtweg ihren Rahmen“, sagt Stoffele. So wandte sie sich mit der Bitte um eine Rollfiets an den Landschaftsverband. Die Reaktion des LVR aber war eine schwere Enttäuschung: „Ihr Antrag auf Kostenübernahme für eine Rollfiets ist abzulehnen“, heißt es in dem Schreiben.

Zwar hätten Krankenversicherte einen Anspruch auf Versorgung mit Hilfsmitteln, die im Einzelfall erforderlich sind, um eine Behinderung auszugleichen. Auch sei davon auszugehen, dass Radfahren als Bewegung gesundheitsfördernd sein könne. Ein Therapierad sei allerdings nicht zwingend notwendig, um den Erfolg einer Krankenbehandlung sicherzustellen. Physiotherapie und Krankengymnastik seien für Sarah ausreichend.  „Diese Reaktion hat uns sehr weh getan. Ein solches Fahrrad hätte dazu beitragen können, dass Sarah glücklich durch den Corona-Sommer kommt. Und es gibt doch keine bessere Behandlungsmethode als das Glücklichsein“, sagt Stoffele. Sie aber wolle nicht aufgeben und richtete daher nun mit ihrer Tochter Anna, die die Idee dazu entwickelte, ein Spendenkonto beim Verein „Mobil mit Behinderung“ sowie ein Crowdfunding-Projekt ein. Unter dem Betreff „Sari-Mobil“ werden dort Spenden entgegengenommen. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.mobil-mit-behinderung.de und unter www.gofundme.com