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Kleve-Rindern: Ein besonderer Abend in der Kultkneipe Culucu

Kultkneipe : Die Szene trifft sich im Culucu

Im November 2018 löste sich der Culucu-Trägerverein auf. Die Niederländer Sander und Cherine Stoel übernahmen Kultkneipe und Konzept. Mit Erfolg.

Das Epizentrum der Klever Schankwirtschaft ist die Gasthausstraße. Weit davon entfernt, in der Düffel, liegt das Culucu. Etwas unscheinbar, kaum als eine solche zu erkennen, ist die Eckkneipe seit Jahrzehnten Rinderns Dorfmittelpunkt. Und das, obwohl sie schon mehrfach vor dem Aus stand. Dafür, dass sie noch immer Bestand hat, zeichnen seit 2018 Cherine und Sander Stoel verantwortlich. Nun luden die Niederländer zu einem besonderen Abend all jene ein, die sie bei der Mission „Erhalt des Culucu“ auf ihrer Seite wissen – zuvorderst Ur-Rinderner.

„Ohne die Unterstützung der Leute vor Ort wäre das, was wir hier geschaffen haben, undenkbar. Selbst wenn wir bis tief in die Nacht feiern, beschwert sich hier niemand“, sagt Cherine Stoel. Wer die Türschwelle zum Culucu übertritt, der wird von ihr geherzt. Nicht nur am Donnerstag-Dankeschönabend, sondern grundsätzlich, berichten Gäste, die es wissen müssen. Kaum ist die Umarmung beendet, ist das Sektglas gereicht – mit einer kleinen Himbeere garniert. „Wir haben hier eben ein Auge für Details“, sagt Stoel. Diese Leidenschaft scheint ein wichtiger Faktor dafür zu sein, dass es rund läuft auf der Hohen Straße. Dabei war die Zukunft des Culucu im Jahr 2018 ungewiss. Jahrelang wurde die Wirtschaft von einem gemeinnützigen Verein geführt, dessen Mitgliederzahl kontinuierlich zurückging. Es waren kaum mehr Ehrenamtliche zu finden, die in Personalunion Bier zapften, die Theke schrubbten oder für Musik sorgten. So löste sich der Verein auf. Doch dann trat vor gut einem Jahr das Ehepaar Stoel auf dem Plan. „Wir haben immer schon von einer eigenen Live-Musik-Bar geträumt. Diese Räumlichkeiten waren perfekt dafür. Es wäre außerdem für das Dorf eine Katastrophe gewesen, wenn diese Anlaufstelle verschwunden wäre. Das hätte den Rindernern im Herzen wehgetan“, sagt sie. Am Konzept hielten die Kneipiers fest: Das Culucu ist ein Kleinod für Künstler, Philosophen und Musiker. Wer sich ausprobieren will, der scheint auf der nur wenige Meter großen Bühne gut aufgehoben. Ein Blick auf den Veranstaltungskalender zeigt: Im Wochenrhythmus finden im Culucu Veranstaltungen statt. Und zwar ein buntes Sammelsurium lokaler Kultur: Die Akkordeonschwestern treten in Rindern auf, Gleiches gilt für den Karneval-Rocker DJ Mike oder die Gruppe des philosophischen Cafés.

 Die Niederländerin Cherine Stoel (r.) ist nicht nur die Wirtin im Culucu, sondern auch die gute Seele des Hauses.
Die Niederländerin Cherine Stoel (r.) ist nicht nur die Wirtin im Culucu, sondern auch die gute Seele des Hauses. Foto: Markus van Offern (mvo)
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Genug Freiraum für Künstler also. Und für Spontaneität, wie Sander Stoel beweist. Stunden vor dem „Danke“-Abend nämlich fehlt noch die musikalische Begleitung. Wenige Telefonate später hat sich das Problem erledigt. „Vielleicht entsteht hier die neue Culucu-House-Band“, ruft Henning Woitge ins Mikrofon. Ein bemerkenswertes Szenario. Der Gast erlebt live, wie sich eine Musikgruppe neu formiert. Woitge hat Stammgäste des Culucu formiert, die Musik im Blut haben. Alexander Betz sorgt für den Bass, Joachim Disko stellt Mundharmonika und seine Stimme, Frank Hermann spielt Gitarre. Auch Sander Stoel mischt mit, er setzt sich ans Cajon. Die House-Band spielt Klassiker wie „I´ll be missing you“, das Gros der Gäste tanzt ausgelassen – bis tief in die Nacht, wochentags. „Was uns ausmacht, ist der kunterbunte Mix der Leute hier. Man kann nicht sagen: ´Das ist der typische Culucu-Gast´“, sagt Cherine Stoel. Im Culucu, so erklärt sie, sitzt der Anzugträger neben der Feministin, Schüler neben Pensionären. Männer in Snoopy-T-Shirt, Kinder mit Weihnachtsmütze. „Was sie eint, ist die Liebe zum Culucu“, sagt Stoel.