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Kleve: Quartiersentwicklung gerät wegen Corona ins Stocken

Auf dem Pannier-Gelände : Corona bremst die Quartiersentwicklung in Kleve aus

Das Quartier mit der alten Pannier-Schuhfabrik als kulturellem Mittelpunkt wird nicht weiter entwickelt. Der Grund dafür ist nicht nur die Corona-Pandemie.

Eigentlich schien alles klar: Die alte Pannierfabrik sollte der sozio-kulturelle Mittelpunkt des Quartiers werden, vielleicht gar Standort eines Quartiersmanagers, vor allem aber Treffpunkt und Ort der Kultur. Die Stadt vergab das Projekt „Quartierentwicklung“ auch zügig an einen Entwickler und es herrschte Aufbruchsstimmung im Viertel. Vor allem bei den in der Fabrik verbliebenen Künstlern, darunter das von der Stadt geförderte Theater im Fluss und das neu eingerichtete Atelier des Bildhauers Günther Zins.

Doch jetzt ruht das Vorhaben Quartiersentwicklung, wie Kleves Technischer Beigeordneter Jürgen Rauer auf Nachfrage von Anne Fuchs (Offene Klever) am Ende der Klever Ratssitzung in der Stadthalle erklärte. Man habe das Vorhaben zunächst auch wegen der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Beschränkungen zurückgestellt. Sobald die Pandemie es zulasse, solle es neue Untersuchungen geben, so Rauer. Er rechne damit aber erst im Jahr 2023.

Doch das ist nicht der alleinige Grund, wie Fuchs auf abermaliges Nachfragen erfuhr: Es gibt auch neue Überlegungen seitens des Investors, der das Fabrikgelände gekauft hat. Dieser Investor lehne ein dort geplantes, größeres Vorhaben ab, weil er andere Pläne entwickelt habe, so Rauer sibbylinisch in der Sitzung ohne Ross und Reiter zu nennen, was er in öffentlicher Sitzung nicht dürfe. Der Technische Beigeordnete versicherte aber in einem Atemzug, dass davon nicht die Künstler betroffen seien, die in den Fabrik-Bauten ihre neue und alte Heimat, ihr „Zuhause“ gefunden hätten.

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In der Sitzungspause – der Rat wurde zur Lüftung der Stadthalle wegen Corona mehrmals unterbrochen – wurde bestätigt, dass das Theater im Fluss natürlich nicht betroffen sei. Es handele sich vielmehr um einen nur andiskutierten, möglichen Bau, der als Bürgersaal oder kulturelle Bühne hätte genutzt werden können. Den soll es nicht geben. Auf einen solchen neuen Aufführungsort in Kleve, der kleiner als die Stadthalle wäre, hatte unter anderen die Kleinkunstbühne Cinque spekuliert. Cinque gastiert inzwischen regelmäßig in der Aula der Beuys-Gesamtschule an der Ackerstraße.

Ein weiterer Grund für die Zurückstellung der Quartierentwicklung sei die Entwicklung des Geländes ehemaliges Sebus-Gymnasium an der Ackerstraße, das einbezogen werden müsse, so Rauer. Dort ist aber derzeit noch die Joseph-Beuys-Gesamtschule untergebracht, bis diese endlich ihre schicken neuen Räume an der Hoffmannallee beziehen kann. Auch das Sebus-Gelände könne man erst ab 2023 angehen, erklärte der Technische Beigeordnete.