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Kleve: Prozess gegen FKK-Saunaclub - Freier sagten im Zeugenstand aus

Gerichtsprozess : FKK-Prozess: Freier im Zeugenstand

Im Prozess gegen das Betreiberehepaar des Saunaclubs sagten nun Kunden aus. Es ging vor allem darum, ob die Preise in dem Etablissement festgelegt waren.

Im Strafprozess gegen das Betreiberehepaar des Saunaclubs „FKK van Goch“ ist die Beweisaufnahme am Mittwoch fortgesetzt worden. Die Klever Staatsanwaltschaft wirft der 59-jährigen Frau und dem 56-jährigen Mann aus Gladbeck Steuerhinterziehung und das Vorenthalten von Sozialabgaben vor. Gesamtschaden laut Anklage: gut 1,9 Millionen Euro.

Als Zeugen erschienen am siebten Verhandlungstag zwei langjährige Besucher des Gocher Etablissements, die Aufschluss darüber geben sollten, wie die Abläufe und die Bezahlung im Club aussehen. Ein 55-jähriger Gocher erklärte, er habe pro Besuch 30 Euro Eintritt bezahlen müssen. Die Leistungen der Damen habe er extra vergüten müssen. Dass die Preise vom Club festgeschrieben waren – ein strittiger Punkt im Verfahren – verneinte der Zeuge. „Die Frauen hatten unterschiedliche Preise. Wenn eine meinte, sie sei was Besseres, wollte sie auch schon mal mehr. Da bin ich aber nicht drauf eingegangen“, erklärte der 55-Jährige. Zwar habe es eine Preisliste im Club gegeben. Die Frauen hätten aber nicht grundsätzlich auch diese Preise verlangt.

Von der großangelegten Razzia, die 2016 im Club an der Gocher Benzstraße durchgeführt wurde, hatte der Zeuge damals durch Freunde erfahren: „Ich bin ja Junggeselle, und von meinen Freunden weiß jeder, dass ich da hingehe. Nach der Razzia hieß es dann: ‚Hör ma, da kannse nicht mehr hingehen‘“. Doch er konnte, denn der Club setzte den Betrieb fort. Anfang dieses Jahres besuchte der 55-Jährige das Gocher Etablissement zuletzt – danach kam das coronabedingte Arbeitsverbot für Prostituierte.

Von festen Preisen im Saunaclub „FKK van Goch“ wusste auch der zweite Zeuge, ein 48-jähriger Klever, nichts. „Ich bin oft da gewesen, zwei oder drei Mal im Monat“, so der Zeuge. „Die Frauen haben nicht alle die gleichen Preise genommen. Sie konnten das selber entscheiden. Wenn die Frau hübsch war, wollte sie mehr und ich zahlte 120 oder 130 Euro für eine Stunde. Wenn sie nicht so gut aussah, nahm sie 80 Euro.“ Einmal habe eine Frau sogar nach dem Akt mit ihm auf die Bezahlung verzichtet. „Ich weiß auch nicht, warum“, so der 48-Jährige.

Für den Prozess vor der Wirtschaftsstrafkammer des Klever Landgerichtes sind noch weitere Termine vorgesehen. Die Verhandlung wird am Dienstag, 1. September, 9.30 Uhr, fortgesetzt.