Kleve: Preise für Immobilien steigen an

Preisspiegel Wohnen : Häuserpreise im Kleverland steigen an

Im Vergleich zu 2017 sind Immobilien in Kleve und Goch gut fünf Prozent teurer geworden. Grundstücke in der Gegend seien vor allem für junge Familien wieder attraktiv, sagt Jennifer Berndsen vom Immobilienverband Deutschland.

Wohnen in Kleve ist in diesem Jahr teurer als im vergangenen. Das geht aus Preisspiegel Wohnen 2018 hervor, den der Immobilienverband Deutschland (IVD) nun bundesweit präsentiert hat. So sind die Kaufpreise für Häuser, Wohnungen und Grundstücke in Kleve und Goch zwischen vier und neun Prozent gestiegen, Wohnungsmieten sind zwei bis drei Prozent teurer geworden. „Das ist sicherlich keine Mega-Anstieg, aber es ist eine leichte Steigerung zu beobachten“, sagt Jennifer Berndsen, die für die Region Duisburg/Niederrhein im Vorstand des IVD West sitzt.

Konkret sind Eigenheime in Kleve bis zu neun Prozent teurer als noch 2017. So wird für ein freistehendes Haus von einfacher Bewertung im Schnitt ein Preis von 140.000 Euro aufgerufen, Häuser mit einem sehr guten Wohnwert kosten 355.000. Unter einfach versteht der IVD dabei eine „einfache Ausstattung“ und gut 100 Quadratmeter Wohnfläche, ein sehr guter Wert ergibt sich aus einer erstklassigen Lage, Ausstattung und Bausubstanz sowie 200 Quadratmetern Wohnfläche. Bereits bestehende Eigentumswohnungen kosten nunmehr in guter Lage 1575 Euro pro Quadratmeter und damit fünf Prozent mehr. Eine geringe Steigerung lässt sich für Mietpreise festhalten: „mittelgute“ Wohnungen kosten monatlich 5,40 Euro pro Quadratmeter und sind damit zwei Prozent treuer geworden. Baugrundstücke für Wohnhäuser liegen zwischen 175 und 265 Euro pro Quadratmeter, was einem Anstieg von sechs bis acht Prozent entspricht. In Goch verhält es sich in allen Belangen ähnlich, allerdings liegen alle Werte leicht unter denen aus Kleve.

Der gestiegene Preis hat laut Berndsen einen einfachen Grund: „Es ist dieses wirtschaftliche Phänomen: Die Bankzinsen sind unten, also gehen die Baupreise nach oben.“ Das Kleverland sei eine anziehende Wohngegend: „Wir gehen davon aus, dass es vor allem für junge Familien wieder attraktiv ist, sich in diesem ländlichen Bereich niederzulassen.“ Diese um die 30 Jahre alten Menschen würden wieder verstärkt auf dem Markt aktiv sein: „Die Zinsen sind attraktiv, deswegen haben junge Leute vermehrt die Chance, ein Haus zu bauen. Das sind Leute, die in der Vergangenheit eigentlichen die klassischen Mieter gewesen wären.“ Dementsprechend sei die Nachfrage nach Grundstücken und Häusern groß: „In Kleve und Goch beobachten wir, dass gute und moderne Häuser sehr schnell vergriffen sind. Da braucht es keine lange Vermarktungszeit.“

Im NRW-Vergleich gehört Kleve unter den 124 ausgewerteten Städten allerdings zu denen, in denen die Preise noch am moderatesten geklettert sind. In Großstädten wie Köln, Düsseldorf, deren Vororten und im Ruhrgebiet sind gar Anstiege im zweistelligen Prozentbereich zu beobachten. So kostet ein Haus in Schwerte oder eine Eigentumswohnung in Pulheim jetzt jeweils 20 Prozent mehr. Dass die Lage in der Umgebung stabil bleibt, liegt laut Berndsen an der Verkehrsanbindung: „Andere Städte wie Wesel und Dinslaken haben die unmittelbare Nähe zum Ruhrgebiet zu bieten. Kleve und Goch liegen nicht direkt an der Autobahn und etwas weiter weg, deswegen sind sie für Pendler nicht so attraktiv.“

Dass die Preise in Zukunft wieder sinken werden, vermutet die Maklerin nicht: „Man kann davon ausgehen, dass vor allem die Baugrundstücke in Kleve weiter steigen werden. Es gibt halt nur eine begrenzte Kapazität, weil nicht mehr viele Grundstücke frei sind.“

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