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Kleve: Pop-up-Store für fairen Handel in der Innenstadt

Bis Samstag : Pop-up-Store für fairen Handel in der Klever Innenstadt

Die Klever Steuerungsgruppe „Fairtrade Town“ hat sich in einem leerstehenden Geschäft auf der Großen Straße eingerichtet. Samstag ist wieder Schluss.

Leerstand in der Klever Innenstadt als Chance begreifen. Das ist der Anspruch der Klever Steuerungsgruppe „Fairtrade Town“. So ergriff das ehrenamtliche Team um Margo Bromont-Koken und Pascale van Koerverden vor einigen Wochen die Gelegenheit, als sie auf der Großen Straße ein leerstehendes Geschäftslokal erblickten. Dort war eine Schmuck-Kette ausgezogen. Seitdem herrschte im Schaufenster Leere.

Das änderten die Fair-Trade-Aktivisten binnen kürzester Zeit – und stellten im Schaufenster Info-Materialien, Flyer, Weltkarten und fair gehandelte Produkte aus. „Für uns war der Leerstand hier sehr nützlich. Da das Lokal in Eigentum eines Klevers ist, haben wir Kontakt zu ihm gesucht. Er hat sofort seine Zustimmung gegeben. Das lief alles sehr unkompliziert“, sagt Bromont-Koken. Am vergangenen Samstag nutzten Schüler des Konrad-Adenauer-Gymnasiums  in Kellen das Lokal, um fair gehandelte Produkte, Selbstgebasteltes und Recyceltes an den Mann zu bringen. Noch bis zum Wochenende ist das Lokal in der Klever Innenstadt bunt geschmückt.

Es sei das Ziel der Steuerungsgruppe gewesen, darauf aufmerksam zu machen, dass globale Handelsketten wie bisher zu Ungerechtigkeiten führen. Stattdessen brauche es bessere Preise für Kleinbauern und menschenwürdige Arbeitsbedingungen für Beschäftigte auf Plantagen in Entwicklungs- und Schwellenländer, so Bromont-Koken. „Wir wollen auch darauf aufmerksam machen, dass weniger manchmal mehr ist“, sagt van Koeverden. Zwar steigen die Umsatzzahlen von Fair-Trade-Produkten weltweit seit Jahren an. Zur Wahrheit gehört allerdings auch: Am Kakao-Welthandel macht Fair-Trade beispielsweise nur etwa einen Prozent aus.

Noch immer sieht die Steuerungsgruppe beim Thema Fair Trade auch in Kleve viel Luft nach oben. Nur das KAG sei bisher als Fair-Trade-Schule ausgezeichnet worden, weitere Schulen hätten sich für das Projekt noch nicht begeistern können. Wohl aber ist die Hochschule Rhein-Waal Fair-Trade-University. „Es gibt in Kleve auch noch immer keinen Händler für fair produzierte Kleidung. Da fehlt weiter ein Angebot“, sagt Bromont-Koken. Daher wolle sie weiter für die Mission Fair-Trade kämpfen. In der Corona-Zeit sei es ihrem Team nicht gelungen, öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen durchzuführen. Mit dem Pop-up-Store habe man nun wieder ein Ausrufezeichen setzen können. Und nach weiterem Leerstand halte man bereits Ausschau, so Bromont-Koken.