Kleve: Politik will wertvolles Stück Kleve an Tiergartenstraße sichern

Hauptausschuss tagte in Kleve : Ein wertvolles Stück Kleve sichern

Politik mahnt vorsichtigen Umgang mit Tiergartenstraße an. Lindenallee/Stadionstraße nochmals in die Fraktionsberatung.

Die Tiergartenstraße gilt als ein Stück Vorzeige-Kleve: Hier haben die klassizistischen und Gründerzeit-Villen aus der Ära des Kurbades Cleve die Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges und auch die Verschlimmbesserungen in den 1960er und 1970er Jahren überstanden. Und so reiht sich eine denkmalgeschütze Villa an die andere – ausgehend vom Malerpalais Haus Koekkoek, über das Emmaus-Haus, die Villa Nova und die Villa Belriguardo bis hin zum Museum Kurhaus im alten Kurbad und -hotel.

Jetzt soll zwischen der „Villa Nova“ und der folgenden „Villa Fortuna“, von der die Göttin des Glücks grüßt, ein Neubau errichtet werden. Dagegen setzte sich die Bauverwaltung mit einer Veränderungssperre zur Wehr und stellte einen neuen Bebauungsplan auf, nach dem ein Sechsfamilienhaus möglich wäre. Dieser Bebauungsplan könnte jetzt in die Offenlage gehen und stand auf der Tagesordnung des Hauptausschusses der Stadt.

„Das ist eine Straße mit stadtbildprägender Architektur. Mit diesem Grundstück und einer möglichen Bebauung müssen wir sehr sensibel umgehen, da müssen schon im Vorfeld Sicherungen eingebaut werden, damit dieses wertvolle Stück Kleve nicht verunstaltet wird“, sagt Hedwig Meyer-Wilmes, Chefin der Grünen-Fraktion im Rat der Stadt Kleve. Es stelle sich auch die Frage, ob auf das nach ihrer Schätzung 20 mal zwölf Meter große Grundstück überhaupt ein Haus mit sechs Wohnungen passe. Dann erwarte sie einen Entwurf, der in die prägende Villenarchitektur des 19. Jahrhunderts passe. Der Bebauungsplan solle so gefasst werden, dass ein Staffelgeschoss ausgeschlossen werde. Dem stimmte auch CDU-Fraktionschef Wolfgang Gebing zu. Es sei, so der Christdemokrat, klar, dass ein späterer Entwurf für das Grundstück auch in den Ausschuss für Kultur und Stadtgestaltung (AKS) gehöre.

Dorthin gehört vielleicht auch die jüngst in den Fachausschuss zurück überwiesene Planung für die Ecke Lindenallee/Stadionstraße neben dem Denkmal „Schlachthaus-Villa“. Diese Planung stand, nachdem sie im Bauausschuss lediglich nichtöffentlich diskutiert wurde, im Hauptausschuss wieder zur Debatte. Auch da ging der Entwurf, der sich wieder durch ein Staffelgeschoss „auszeichnen“ soll, in die Fraktionsberatung. Ein Staffelgeschoss aber hatten Grüne und CDU zuvor schon ausgeschlossen. Vielleicht wäre es eine vertrauensbildende Maßnahme seitens der Verwaltung, die Planung im AKS öffentlich vorzustellen. Sie könnte dann überzeugen. Oder eben nicht.

So, wie in Reichswalde: Auch hier musste für den Bebauungsplan Fliersol/ Kattenwald dieses zusätzliche Stockwerk ausdrücklich ausgeschlossen werden. Lob bekam Kleves Technischer Beigeordneter Jürgen Rauer für die Ankündigung, die vorliegenden Bebauungspläne um einen Passus zu erweitern, mit dem man den ungeliebten Schottergärten zu Leibe rücken kann. Eine solche „Richtline“, die die Schaffung von Schottergärten erschweren soll, soll bis zum Rat vorbereitet werden.

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