Kleve: Politik macht bei Kaskade Druck

Ärger um Kaskade : Jörg Cosar (CDU) zur Kaskade: „Das kann so nicht bleiben“

CDU und Grüne sind schockiert über den Zustand des Kaskade. Für die Stadt geht bei diesem Thema Sicherheit vor Schönheit.

Der Vorsitzende des zuständigen Ausschusses für Kultur und Stadtgestaltung, Jörg Cosar (CDU), ist schockiert. Er besichtigte den Ort der Klever Betonorgie, mit der das Bauwerk der Kaskade aus den 30er Jahren gesichert werden soll. „Es sieht furchtbar aus. Hier ist man ohne jegliches Gefühl für die Natur und die Kultur des historischen Bauwerks ans Werk gegangen. Das kann so nicht bleiben“, schimpft Cosar.

Cosar hat Recht: Jeder, der sich das „Werk“ dort anschaut, fragt sich, was haben sich Planer, Bauaufsicht und zuletzt Handwerker dabei gedacht? Der Beton ist kaum begehbar, brutal wurden Spundwände mit einer Anschüttung von Beton in den Hang gerammt, ein monströser Betonanbau am Fuß der Kaskade nimmt dem historischen, einst beeindruckenden Bauwerk die Wirkung, das es einst hatte. Was bleibt, ist Beton, der bereits grünlich angewittert ist oder bröckelig über Geröll liegt. Als ob Planer und Ausführende nicht wussten, dass es hier einen Weg gibt, der weiter begehbar sein soll.

„Das geht so nicht, das Thema nehmen wir auf. Das ist schauderhaft. Das muss verändert, vielleicht sogar überbaut werden“, sagt Cosar. Er fragt sich, warum die Bürgermeisterin als Chefin der Verwaltung und zuständige Kulturdezernentin nicht rechtzeitig eingegriffen hat. „Das muss man doch sehen, dass es hier gilt, Fingerspitzengefühl zu wahren, wir wissen doch, dass dieser Park als Teil der Klever Geschichte ein Denkmal werden soll“, klagt der Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Stadtgestaltung. „Wenn ich das sehe, befürchte ich bei der anstehenden Erweiterung der Wallgrabenzone das Schlimmste“. Wiltrud Schnütgen (Grüne) ist ebenfalls fassungslos. „Ich kann nicht verstehen, dass man bei diesem Bauvorhaben den Denkmalschutz nicht hinzugezogen hat“, sagt sie. Michael Bay (Grüne), Vorsitzender des Umwelt- und Verlehrsausschusses, kommentiert: „Der jetzige Zustand ist inakzeptabel“. Die von unserer Redaktion um eine Stellungsnahme gebetene Bürgermeisterin Sonja Northing ließ sich krankheitsbedingt vom Technischen Beigeordneten Jürgen Rauer vertreten. „Sicherheit hat oberste Priorität“, sagt Rauer. Er bestätigt, dass der Bereich mit Zementschlämme überschütteten Wasserbausteine „nicht komfortabel“ zu begehen sei. Der Sachstand sei den Mitgliedern des Umwelt- und Verkehrsausschusses vorgestellt worden.