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Kleve: Kleve plant Straßennetz für Radfahrer

Kleve : Kleve plant Straßennetz für Radfahrer

Die Kreisstadt wird in die Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte aufgenommen. Auf vielen Straßen sollen Fahrradfahrer künftig Vorrang haben, auf andere wurden Fahrradstreifen gesetzt.

Ein Netz soll über Kleve liegen, ein Netz aus Straßen, die für Fahrradfahrer sicherer gemacht wurden oder ganz den Zweirädern gehören. Denn das Fahrradfahren in Kleve soll nicht nur angenehmer, sondern vor allem sicherer werden. Es ist ein ganzes Maßnahmenpaket, dass Pascale van Koeverden vom Fachbereich Planen und Bauen in den vergangenen vier Jahren entwickelt hat. "Wir stehen erst am Beginn des Weges, der uns zur Fahrradstadt machen wird. Münster oder Wesel arbeiten daran schon 20 Jahre", sagt sie. Die Stadt hat zwischen 2011 und 2014 rund 700.000 Euro für die Fahrradstadt investiert.

Die ersten Strecken sind umgesetzt. Wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Fahrradstadt Kleve war die Aufnahme in die AGSF, die Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW. Aufgenommen wurde Kleve, weil hier im Vergleich ähnlich großer Städte enorm viel umgesetzt wurde, sagte Peter London, vom Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes NRW, der Mitglied der Kommission war, die Kleve begutachtet hatte.

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Bis jetzt umgesetzt: Die Maßnahmen reichen von Fahrradstraßen in Tempo-30-Zonen, in denen die Zweiräder Vorrang haben, wie beispielsweise In den Galleien, Gemeindeweg (zwischen Forsthaus und Dorfstraße), Ackerstraße (zwischen Königsallee und Brahmsstraße) oder Steenpad. Es wurden Einbahnstraßen für Fahrräder ebenso geöffnet, wie Sackgassen, es wurden so genannte Schutzstreifen auf die Fahrbahnen (z.B. Tiergartenstraße) gesetzt. Die Fahrradstrecke entlang des alten Bahndamms durch Kellen Richtung KAG bekommt Vorfahrt - dafür wurden und werden die Querungen des Radweges über die Straßen höher als die Fahrbahn gebaut und die Straße dort für Autos schmaler gemacht. Zum Klever Fahrrad-Netz gehört auch die Fußgängerzone: "Dort durfte man früher gar nicht fahren - jetzt können hier morgens die Schüler durch und abends kann man von der Arbeit oder von einer Feier kommend ebenfalls mit dem Rad fahren", sagt Christian Seißer vom Ordnungsamt. Außerdem prüfe man eine Verlängerung der Öffnungszeiten.

In Planung: An wichtigen Knotenpunkten werden "ARAS" (Aufgeweitete Radaufstellstreifen) auf die Straße gemalt. Das sind rot unterlegte Zonen vor der Kreuzung, auf denen sich die Fahrradfahrer vor den Autos einordnen können. Die ersten ARAS kommen auf die Römerstraße und die Merowingerstraße an der Kreuzung Lindenallee. Sie sollen bis Oktober fertig sein. Weitere folgen, beispielsweise an der Römerstraße/Ringstraße.

Auf der Ringstraße soll auch ein "Bürgerradweg" eingerichtet werden, wie die aufgemalten Fahrrad-Schutzstreifen auf einer innerörtlichen Landes- oder Bundesstraße genannt werden. Hier habe die Stadt alles vorbereitet und werde jetzt den Antrag ans Land stellen. Mit einer Umsetzung wird aber erst 2017 gerechnet, erklärt Kleves Technischer Beigeordneter Rauer. Schneller fertig werden soll die Fahrradweg entlang der Draisinenstrecke. "Wichtig ist, dass wir die Planung zur Fahrradstadt kontinuierlich weiter fortführen", sagt van Koeverden.

Neben den baulichen Maßnahmen wie die Querungshilfen oder die Bemalung der Straßen werden die Fahrradbereiche vor allem durch neue Schilder gekennzeichnet. Bevor die aufgestellt werden, muss die Straße überplant sein, muss eine Verkehrszählung durchgeführt werden und zusätzlich die Straße wie der Plan von der Verkehrsbehörde, der Stadt und der Polizei begutachtet werden.

(RP)