App teurer als Automat Stadt Kleve verliert 200.000 Euro durch Parkuhr-Panne

Kleve · Eigentlich wollte man 2023 durch erhöhte Preise 500.000 Euro mehr einnehmen. Daraus wird nichts – weil die Parkuhren nicht umgestellt wurden.

 Stadt Kleve verliert 200.000 Euro durch Parkuhr-Panne. (Symbolbild)

Stadt Kleve verliert 200.000 Euro durch Parkuhr-Panne. (Symbolbild)

Foto: Blazy, Achim (abz)

Die Stadt Kleve will im Jahr 2023 über die Parkraumbewirtschaftung mehr Geld in die Kassen spülen. Die Parkgebühren wurden entsprechend erhöht, und das ordentlich. Am Prinzenhof nahe der Schwanenburg zum Beispiel betrug die Gebühr zuvor 0,70 Euro für die erste Stunde und 0,75 Euro für die zweite und dritte Stunde. Laut neuer Gebührenordnung beträgt die Parkgebühr nun 1,10 Euro für die erste Stunde und je 1,20 Euro für die zweite und dritte Stunde. Macht also für drei Stunden Parken 3,50 Euro statt der bisher erhobenen 2,20 Euro und damit 1,30 Euro oder knapp 60 Prozent mehr. All das rechnet sich am Ende: 500.000 Euro mehr wollte die Stadt damit dieses Jahr einnehmen. Daraus aber wird nichts.

Wie aus dem Nachtragshaushalt der Stadt Kleve hervorgeht, rechnet man im Rathaus nur noch mit 300.000 Euro an Mehreinnahmen – also 200.000 Euro weniger, als ursprünglich gedacht. Dabei hat sich nicht etwa die Zahl der Autos in der Innenstadt drastisch verringert. Dass weniger Geld eingenommen wird, liegt schlicht an einer Parkuhr-Panne. Denn obwohl die neue Parkgebührenordnung zum 1. Januar in Kleve in Kraft getreten war (der Rat hatte die Änderung in seiner Sitzung am 14. Dezember mehrheitlich beschlossen), sind Ende Juni immer noch nicht alle Parkautomaten entsprechend umgestellt.

Der Vergleich zeigt: Die App ist teurer.

Der Vergleich zeigt: Die App ist teurer.

Foto: Jens Helmus

Auch auf wiederholte Nachfrage der Stadt Kleve habe das beauftragte Unternehmen es nicht geschafft, alle Parkautomaten umzustellen, wie Stadtsprecher Niklas Lembeck sagt. Seitens der Firma war zunächst ein Fertigstellungsdatum Mitte April genannt worden, welches jedoch kurzfristig abgesagt wurde. Eine weitere Frist Ende Mai sei ebenfalls verstrichen, ohne dass Vollzug gemeldet werden konnte. Als Grund für die Terminverschiebung sei von dem Unternehmen eine hohe Zahl an Parktarifänderungen zum Jahreswechsel sowie Krankheit in der Belegschaft genannt worden, wie es schon im Mai hieß.

Kurios: Während an den Parkautomaten zum Teil also noch die alten Tarife gelten, ist das Parken über die Park-Handy-Apps bereits den neuen Tarifen angepasst – also erheblich teurer. Sparfüchse lassen das Smartphone also besser in der Tasche.

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