Kleve: Offene Klever sehen modernes Rathaus von Venlo als Vorbild

Politik : OK: Venloer Rathaus als Vorbild für Klever Bauten

Die Offenen Klever besichtigten den Vorzeigebau in der Stadt an der Maas. Vor Ort machten sie sich selbst ein Bild von der innovativen Gestaltung.

Anne Fuchs von den Offenen Klevern (OK) gehört zu den schärfsten Kritikern vieler Bauvorhaben in der Klever City. Das gilt ebenso für OK-Mitglied Clemens Giesen. Der Restaurator legt immer wieder den Finger in die Wunde, wenn es gilt, auf Klever Geschichte und den sensiblen Umgang mit der Nachbarschaft bei Neubauten hinzuweisen, wenn es gilt, letzte historische Reste in der Stadt zu wahren. Beide gehörten jetzt zur Truppe der OK-ler, die das neue Rathaus der Stadt Venlo in den nahen Niederlanden besichtigten – ein Bau, der nicht nur wegen seiner Modernität, sondern vor allem wegen seiner nachhaltigen Bauweise für Aufmerksamkeit in Fachkreisen sorgte.

Das Rathaus wird als Ökosystem nahezu energieneutral betrieben, hat allerdings rund 53 Millionen Euro gekostet. „C2C – Von der Wiege zur Wiege“ lautet das architektonische Prinzip. Projektmanager Bas van de Westerlo: „Das Rathaus ist ein zirkulärer Bau, bei dem alle Materialien und Einrichtungen später weiterverwendet werden.“ Auffälligstes Merkmal ist die bepflanzte Fassade, die als natürliche Filteranlage die Luft reinigt, während auf der anderen Gebäudeseite mehr als 1000 Quadratmeter Solarzellen Energie liefern.

Michel Weijers, der in der Stadtverwaltung das Projekt leitete, erläuterte der Delegation der OK: Während für „nachhaltig“ ausreiche, dass etwas „irgendwie“ wieder genutzt werden könne, ziele C2C darauf, alles mindestens gleichwertig in einem idealer Weise ewigen Kreislauf zu halten. Entscheidend sei der positive Beitrag für Mensch, Umwelt und Wirtschaft. Deshalb orientieren sich Stadt und Region Venlo an diesem Prinzip. Damit habe Venlo weltweit Beachtung erlangt, erfuhren die Klever Politiker.

„Inzwischen hat sich daraus ein wirtschaftlicher Standortvorteil ergeben, weil die lokale Nachfrage dazu geführt hat, dass einige Unternehmen sich gezielt im Raum Venlo angesiedelt haben“, so Martin Fingerhut als Teilnehmer der Delegation.

Bei der Führung durch den Bau sahen die Offenen Klever Aspekte der Wassernutzung, Energiegewinnung und Luftsäuberung. Besonders fielen auch die verschiedenen Arbeitsbereiche für die rund 1000 Mitarbeiter der Verwaltung auf, zwischen denen jeder frei wählen kann.

Vortrag und Führung beeindruckten so sehr, dass die Offenen Klever Projektleiter Michel Weijers dieses Jahr zu einem öffentlichen Vortrag nach Kleve einladen wollen.

(mgr)