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Kleve Offene Klever kritisieren Bau eines Integrations-Hotels

Kleve XOX-Gelände : Offene Klever kritisieren Plan eines Integrations-Hotels

Der Klever Investor Udo Tjaden plant ein 69-Betten-Haus anstelle des alten Beton-Baus, in dem auch das XOX-Theater seine Heimat hat. Der Bau würde abgerissen. Die Offenen Klever werfen dem Investor Lobbyarbeit vor. Der weist die Vorwürfe zurück.

Kaum liegt die Idee für ein Integrationsmodell auf dem Gelände der ehemaligen XOX-Fabrik auf dem Tisch, hagelt es schon Kritik. „Auch der schönste Plan für ein Hotel mit fairen Arbeitsverhältnissen für Menschen mit Behinderung muss mit Sorgfalt geprüft werden“, verlangt Max Knippert von den „Offenen Klevern“. Der sachkundige Bürger im Ausschuss für Kultur und Stadtgestaltung zeigt sich „verwundert“ darüber, dass bereits verkündet werde, Eckdaten und Zeitpläne stünden fest, obwohl es noch keine konkreten Pläne gebe.

Baurecht erwarte der Investor bereits 2021. Das Baudezernat müsse im kommenden Jahr aber ein Rekord-Investitionsvolumen von 61 Millionen Euro umsetzen und für die Folgejahre Investitionen in Höhe von rund 76 Mio. Euro begleiten.

Eigentlich gibt es hier aber keine Berühungspunkte: Die Bauten zu projektieren und die Investitionen zu begleiten, liegt in Händen des Gebäudemanagements der Stadt Kleve, die Genehmigungsplanung hingegen beim Fachbereich Planen und Bauen, so dass sich die Genehmigung des Hotels und die städtischen Bauvorhaben nicht ins Gehege kommen sollten.

Die Sorger der OK gilt aber vor allem dem XOX-Theater: Die Stadt sollte alles tun, so die Offenen Klever in ihrer Erklärung, um es zu erhalten. Schon einmal, nämlich beim Bensdorp-Gelände, seien Künstlerateliers „buchstäblich und ersatzlos unter den Hammer gekommen“, sagt Max Knippert. Er befürchte, dass sich alte Fehler wiederholen, als deren Folge nun vielleicht das XOX-Theater nach mehr als 20 Jahren schließen werde.

Udo Weinrich, Fraktionschef der Offenen Klever, glaubt, noch weitere Verstrickungen zu ahnen: „Die Pressekonferenz des Investors hat dessen erfolgreiche Lobbyarbeit belegt. Alles ist offenbar darauf angelegt, alternativlos zu erscheinen, um glatt und rasch über die Bühne zu gehen. Der Projektentwickler sitzt ja als sachkundiger Bürger im Ausschuss für Stadtgestaltung.“

Knippert und Weinrich pochen darauf, dass sämtliche Pläne imAusschuss für Kultur- und Stadtgestaltung ausführlich und öffentlich beraten werden.

Die Udo Tjaden Industriepark sieht hingegen die Vorwürfe als nicht begründet an. Eigentlich sollte die OK wissen, so Projektentwickler Jan Holtfester, dass es diesem Stadium noch keine konkreten Pläne geben kann. „Wir müssen ja erst einmal Baurecht haben, um zu wissen, wie wir unser 70-Betten-Hotel gestalten können“, sagt Holtfester. Natürlich werde man wie gewohnt sämtliche Pläne an die Stadt geben. Und man sei auch bereit, diese Pläne öffentlich zu diskutieren, das liege aber im Ermessen der Stadt-Verwaltung und nicht in der des Investors. Man sei im übrigen mit dem XOX-Theater in Gesprächen und habe Ersatzflächen für das Theater. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Ratsfraktion hier Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung verhindern möchte“, weist Holtfester den Vorwurf der Lobbyarbeit zurück.