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Kleve Offene Gartenpforte im Kreis Kleve

Offene Gartenpforte : Ein Eintritt in private Paradiese

Am 28. Juni öffnen 21 vorwiegend private Hausgärten im Kleverland ihre Türen für Besucher. Im Vordergrund steht die Vielfalt der Gärten, aber auch der Austausch mit Gleichgesinnten.

Im Schatten dieser Weide lässt sich auch der heißeste Sommertag mit Leichtigkeit ertragen. Goldfische, Regenborgenbarsche und zwei Kois genießen im Teich daneben ebenfalls diese Kühle. Wenige Schritte entfernt steht in der Mitte eines Blütenrondells eine Bananenstaude. In einem Wildblumenstreifen blühen Malven, Borretsch, Mohn. Im Gewächshaus wachsen Avocados, Gurken und Tomaten. Es duftet nach Kräutern, Rosen leuchten dicht neben alten und jungen Bäumen. Der Gärtner dieses Paradieses heißt Nicolai Sawitzki aus Kalkar-Niedermörmter, er ist einer von 21 Gartenbesitzern im Kleverland, die am Sonntag, 28. Juni zwischen 11 und 18 Uhr ihre privaten Refugien für Besucher öffnen werden. Die bundesweite Aktion „Tag der offenen Gartentür“ findet zum 17. Mal statt. Träger ist der Verband der Gartenbauvereine Deutschland, Partner die Deutsche Gartenbau-Gesellschaft mit Sitz in Berlin. Für den Kreis Kleve koordiniert der Kreisverband Kleve für Heimatpflege in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft „Offene Gärten im Kleverland“ die Aktion.

„Jeder Garten ist anders, faszinierend ist diese Vielfalt der Pflanzen, aber auch der Motivationen, aus denen heraus die Gärten entstanden sind“, sagt Josef Jörissen, stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbandes. Die heutigen Gärten zeigten mannigfaltige Stilrichtungen, erlaubt sei, was gefalle. Der große Reiz an der Aktion „Offene Gartentür“ liege auch darin, dass die Besucher einen Bereich betreten dürfen, der eigentlich für den privaten Rückzug vorbehalten ist. Und er fügt hinzu: „Im Unterschied zur Präsentation von Themengärten auf den großen offiziellen Gartenschauen kann man hier nicht nur das Werk bewundern, sondern zugleich den Meister oder die Meisterin kennenlernen.“ Die Besucher holten sich Anregungen und Geheimtipps, es komme zum Austausch mit Gleichgesinnten. Schnell kämen dann Themen auf wie der leidige Buchsbaumzünsler, die Schnecken, die Wühlmäuse oder wie man den Girsch in Schach hält.

Der „Tag der offenen Gartentür“, sagt Jorissen, sei nicht als Wettbewerb zu betrachten, sondern solle die Freude am Gärtnern fördern. Diese Freude zeigte auch Nicolai Sawatzki, als er seinen Naturgarten während des Pressetermins vorstellte. Sein Garten ist Teil eines etwa 900 Quadratmeter großen Grundstücks. Schon als 14-Jähriger pflanzte er hier Bäume und legte Beete an. Anregungen holte er sich auf Reisen, besuchte besondere Gärten zum Beispiel in Kanada.

Begeistert präsentierte er einen Blauglockenbaum. Dieser in Asien heimische Baum mit Blättern, die einen Durchmesser von 60 Zentimetern erreichen, gedeiht gleich neben dem Gewächshaus. „Ein atemberaubender Baum, finde ich. Er spendet so viel Sauerstoff, dass ich ihn „Klimaretter“ nennen möchte. Und seine Blüten sind violett, aber er blüht erst nach sieben Jahren“, so der leidenschaftliche Hobbygärtner. Sawitzki setzt auf Natürlichkeit in seinem Garten, wo auch Maulwürfe leben dürfen. Aber Gärtnern ist auch Arbeit. Einmal pro Woche sei er etwa sechs Stunden beschäftigt, sagte der 31-Jährige. Aus den Balken eines alten Dachstuhls baute er eine Überdachung für die Terrasse, und den Schattenplatz unter der Weide umgrenzte er mit Teilen einer alten Mauer.

Josef Jörissen dankte allen 21 Gartenbesitzern, dass sie auch in Corona-Zeiten bereit sind, ihre privaten Rückzugsorte für einen Tag zu öffnen. Die geltenden Hygiene- und Abstandsregeln werden eingehalten. Die Besucher werden gebeten, Mund-Nasen-Schutz bereitzuhalten. Kaffee und Kuchen, wie sonst üblich, wird es nicht geben. Die Gartenbesitzer nehmen einen Eintritt von drei Euro.