Kleve: Northing kappt Bürgersprechstunden im Rathaus

Neue Öffnungszeiten Rathaus: Northing schränkt Bürgerservice der Verwaltung ein

Dienstagnachmittag bleibt das Rathaus künftig abgeschlossen, die Zeiten des Bürgerbüros werden deutlich verringert.

14 Jahre war die Klever Stadtverwaltung Vorreiter in Sachen Öffnungszeiten für den Bürger. Seit Bürgermeister Josef Joeken das Bürgerbüro eingerichtet und die Sprechzeiten im Rathaus verlängert hatte – vor allem um die damals langen Schlangen vor dem Einwohnermeldeamt in den Griff zu bekommen.

Jetzt lässt Bürgermeisterin Sonja Northing vor allem beim Bürgerbüro die Publikums-Zeiten kappen. Vorstellen musste die reduzierten Sprechstundenzeiten für Bürger gestern Bettina Keysers, Fachbereichsleiterin Zentrale Dienste, die Bürgermeisterin war nicht zu der Pressekonferenz gekommen, auf der die neuen Zeiten verkündet wurden. Seit einem Jahr denke die Verwaltung darüber nach, die Sprechzeiten für Bürger im Rathaus anzupassen, sagt Bettina Keysers. Erstmals habe die GPA, die Gemeindeprüfungsanstalt NRW, 2015 auf die „opulenten Öffnungszeiten“ im Klever Rathaus hingewiesen. Im vorigen Jahr schließlich habe man auch die Fachbereiche befragt und sei zu dem Schluss gekommen, die Zeiten einzuschränken und das Rathaus dienstags am Nachmittag komplett zu schließen. „Wir haben im Vergleich aber immer noch ein sehr gutes Angebot“, betonte Keysers bei der Vorstellung. Man habe festgestellt, dass gerade an der Rathausinfo der Andrang groß sei. Inzwischen hätten sich auch die Anforderungen vor allem bei der Staatsangehörigkeitsprüfung geändert, die jetzt deutlich mehr Zeit benötige, wenn beispielsweise ein neuer Reisepass ausgestellt wurde. „Dafür sind jetzt andere Prüfungen notwendig“, sagt Keysers. Viele Vorgänge benötigen umfangreiche Recherchen und nehmen viel Zeit in der Hintergrundbearbeitung ein, sagt die Verwaltungsfachfrau. Man benötige einfach mehr Zeit, um die Arbeit im sogenannten „Backoffice“ zu erledigen. Sonst müsse man mehr Personal einstellen, hieß es.

Die Zeiten dieses Amtes und des Bürgerbüros werden durch den geschlossenen Dienstagnachmittag von 46,5 auf 40,5 Stunden in der Woche reduziert. Alle anderen Fachbereiche einschließlich der Bauverwaltung sind künftig eine Stunde in der Woche weniger für den Publikumsverkehr geöffnet. Das betrifft auch beispielsweise die Bauverwaltung, wenn es um Genehmigungsverfahren oder Einsichtnahme von Plänen geht.

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Dem hält die Verwaltung entgegen, dass man doch heutzutage per E-Mail und immer noch per Telefon kommunizieren könne und dass man auch einen Termin außerhalb der Publikumszeiten vereinbaren könne. Hier müsse man sich dann allerdings bei einem vereinbarten Termin vom städtischen Mitarbeiter an der Tür abholen lassen: Denn am Dienstag bleiben die Türen des neuen Klever Rathauses ab Mittag abgeschlossen, man kann nicht mehr einfach in das Haus – und beim gewohnten Weg in die Stadt dienstagsnachmittags beispielsweise die gelben Säcke mal eben abholen. Daran wird man sich als Klever jetzt gewöhnen müssen.

Die Öffnungszeiten der städtischen Dienststellen an der Lindenallee, in denen beispielsweise der Fachbereich Soziales arbeitet, bleiben unverändert. In Kraft treten die neuen Öffnungszeiten des Klever Rathauses in den Sommerferien am 1. August.

Die Politik war nicht an der Reduzierung der Öffnungszeiten beteiligt. „Das gilt als laufendes Geschäft der Verwaltung“, sagt Bettina Keysers. Und ist somit in der Entscheidungsgewalt von Kleves Bürgermeisterin Sonja Northing.

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