Kleve: Neues Konzept für den „Aussichtsturm“

Neues Angebot : Neues Konzept für den „Aussichtsturm“

Janes Warnke führt seit 2016 das Restaurant an der Königsallee in Kleve. Doch mit der Auslastung ist er nicht vollends zufrieden. Der Westfale will der „Koch aus der Nachbarschaft“ sein und plant neue Veranstaltungen.

Es ist ein Satz, den Janes Warnke und Katja van der Louw nur allzu gut kennen. Und sie, die Betreiber des Restaurants „Zum Aussichtsturm“, hassen ihn förmlich: „Wer in Kleve gut essen will, muss nach Kalkar fahren.“ Immer wieder hören oder lesen sie ihn. Wenn dieser Satz stimmt, wäre das ein Schlag ins Gesicht des Vollblut-Kochs Warnke. Der gebürtige Westfale ist gelernter Koch, hat eine Laufbahn in namhaften Restaurants hinter sich und setzt auf ein Konzept, das, so sagt er, in der Region Seltenheitswert hat. „Die Basis ist die deutsch-französische Küche, dazu kommt ein asiatischer Einstich und ein italienischer Abgang“, sagt Warnke. Es sei zunehmend schwer, sich auf dem umkämpften Klever Markt der Verköstigung zu behaupten. „Dabei ist auch klar eine Tendenz zum Fast-Food zu erkennen“, sagt van der Louw, die sich um die Organisation von Veranstaltungen im Betrieb kümmert.

Häufig sei es das Konzept hiesiger Restaurants, möglichst viel für einen möglichst kleinen Preis auf den Teller zu bringen. Bisher fokussierte sich die Systemgastronomie vorrangig auf Großstädte. „Bei der Konkurrenz müssen wir uns eben fragen: Was fehlt in Kleve? Da sind wir uns sicher, dass wir als individuelles Geschäft hervorstechen. Bei Ketten ist jeder austauschbar, bei uns nicht. Hier soll das Gefühl herrschen: Janes Warnke ist der Koch aus der Nachbarschaft“, sagt der 36-Jährige. Und dennoch seien die Belegungszahlen zuletzt durchwachsen gewesen. Die Gründe dafür seien vielfältig. So gebe es am Bresserberg abseits der Innenstadt kaum Laufkundschaft, auch der Aussichtsturm zieht nur sporadisch Besucher an.

Damit haben sich Warnke und van der Louw auseinandergesetzt und Großes für die neue Saison geplant. So setzen die Gastronomen auf kleinere bauliche Anpassungen, die die Nutzung der Innenräume noch flexibler machen. Zudem wurde ein Biergarten für knapp 60 Personen eingerichtet. Weiter wird es an jedem ersten Sonntag im Monat ein sogenanntes „Langschläfer-Frühstück“ geben. Von 9.30 bis 13 Uhr soll den Besuchern ein Buffet zur Verfügung stehen. Der Preis dafür: 14,90 Euro pro Person. Damit ist das Angebot im Aussichtsturm teurer als bei der Mehrheit der Konkurrenz. „Aber wir wollen eben nicht an der Qualität sparen“, sagt Warnke. Darüber hinaus werde es zukünftig Weinabende unter dem Titel „Weiß und Wein“ geben. Das Konzept: Die Gäste kommen in Weiß oder Rosa, die Gastgeber servieren „unkomplizierten“ Wein. Was van der Louw mit Letzterem meint, erklärt sie mit inbrünstiger Überzeugung: „Wir sagen nicht ´der Wein hat einen Hauch von´ oder ´der Abgang schmeckt nach´. Wir empfehlen unseren Kunden Weine, die schmecken“, sagt van der Louw, die sich zu einer anerkannten Beraterin für deutschen Wein hat ausbilden lassen.

Des Weiteren adaptiert das Paar ein Konzept, das zu einem weltweiten Trend in der kulinarischen Szene geworden ist: Tischgrille. Dabei bereitet Warnke einen raucharmen Holzkohle-Grill vor und stellt das Fleisch. Für die Zubereitung aber sind die Gäste dann selbst zuständig. Eine weitere Besonderheit ab diesem Sommer: Im Aussichtsturm wird es ein hauseigenes Bier geben. Noch sei, so sagt Warnke, unklar, ob dieses ein dunkles Landbier aus Wesel oder ein unfiltriertes Kellerbier aus Bayern sein werde. „Das Bier wird jedenfalls aus einer kleineren Brauerei stammen und soll eine Alternative zum herkömmlichen Pils sein“, sagt Warnke.

Eine Alternative, die wollen Warnke und van der Louw mit ihrem Konzept bieten. „Und das mit traditionellem Handwerk“, sagt der Koch.

Mehr von RP ONLINE