Neuer Band erschienen Ein Buch über weibliches Sehen

Kleve · Die Fotografin Kirsten Becken aus Kleve ist Mitgründerin des internationalen Fotografinnen-Kollektivs „Femxphotographers.org“. Jetzt erschien der zweite Fotoband der Gruppe „Mind over Matter“.

 Die Fotografinnen Lilly Urbat, Katharina Bosse, Kirsten Becken und Paula Winkler (v.l.) vor der Buchvorstellung in den Hamburger Deichtorhallen beim Freundeskreis des Hauses der Photographie.

Die Fotografinnen Lilly Urbat, Katharina Bosse, Kirsten Becken und Paula Winkler (v.l.) vor der Buchvorstellung in den Hamburger Deichtorhallen beim Freundeskreis des Hauses der Photographie.

Foto: Ada Romanova

Das Kollektiv der Frauen funktioniert: 2018 wurde „Femxphotographers.org“ gegründet, das sich als unabhängiges, nicht hierarchisches Kollektiv internationaler Fotografinnen versteht, das den zeitgenössischen Diskurs über Fotografie führen, Ausstellungen organisieren und Publikationen herausgeben will. Das Fotografinnen ein solidarisches Netzwerk bieten will. Mitgründerin von „Femxphotographers.org“ ist die Gocher Fotografin Kirsten Becken, die in Kleve ihr Atelier hat.

Das waren starke Ziele, die sich Becken und ihre Mitstreiterinnen damals gesetzt hatten. 2020 erschien dann der erste Band der Gruppe: „Body Issue“. Die Fotografien in dem Buch setzen sich mit dem Blick auf den weiblichen Körper auseinander und erschienen beim Hatje-Cantz-Verlag. Das Buch machte mit seinem grellgelben Einband von sich reden.

Jetzt, zwei Jahre später, liegt der nächste Band vor: „Mind over Matter“ titelt das Buch. Ein Vorabdruck war bereits zur Fotografinnen-Ausstellung „Female View“ in Museum Schloss Moyland zu sehen, die jüngst zu Ende ging, jetzt ist das Buch auch im Buchhandel zu haben. In Moyland hatte Katharina Bosse, ebenfalls Mitglied von „Femxphotographers.org“, als Intervention in der großen Fotoausstellung, ein eigenes Kabinett.

„,Mind Over Matter‘ ist ein Buch über weibliches Sehen. Es geht um die Kraft des Geistes, ebenso wie um Träume und Fantasien, Logik und Intuition. Es ist eine Erforschung innerer Stärke, Mut, Entschlossenheit, Willenskraft und Unterstützung in komplexen und individualistischen Serien“, wirbt der Verlag. Zwei Jahre haben Becken und die anderen Fotografinnen daran gearbeitet.

„Wir hatten von Beginn an vor, dass wir eine Serie mit Publikationen herausgeben“, sagt Becken. Es seien sechs Bände geplant, die dann in einem Rhythmus von rund zwei Jahren erscheinen sollen. In diesem Jahr haben die Fotografinnen auch die US-Amerikanische Fotokünstlerin Cindy Sherman, von der eine Arbeit auch in der „Freischwimmer“-Ausstellung im Museum Kurhaus zu sehen war, mit ins Boot geholt. Daneben sind weitere Gast-Fotografin dabei, die das Spektrum erweitern sollen. Becken hatte den Kontakt zu Sherman über Instagram aufgenommen: Sherman sei direkt auf das Angebot eingegangen, die Abstimmungen über den Druck seien dann mit der Galerie geklärt worden, sagt Becken. „Femxphotographers.org“ vereint viele Fotografinnen im Team, die Organisation übernimmt aber ein Kernteam von acht Frauen, die Herausgabe werde immer vergeben und die Gestaltung macht ein Londoner Studio, so Becken.  Regelmäßig treffe man sich in virtuellen Konferenzräumen, wo man sich austauschen und Themen setzen könne.

Zusammen mit ihren Kollegen vom Organisations-Team, Lilly Urbat, Katharina Bosse und Paula Winkler hat sie den Band jetzt in Hamburg in den Deichtorhallen vorgestellt. Der dortige Freundeskreis des Hauses der Photographie war bereits auf den ersten Band aufmerksam geworden - aber wegen des großen Interesses konnte das zu Corona-Bestimmungen nicht umgesetzt werden. Jetzt fuhren Becken, Urbat, Bosse und Winkler also mit Band zwei unterm Arm nach Hamburg und konnten das Buch im Auditorium der Deichtorhallen vor vollem Haus vorstellen.

Auch Becken hat dazu aktuelle Fotos beigesteuert, wie auch die meisten anderen Fotografinnen neue Arbeiten gemacht haben zum Buch – eben um den zeitgenössischen Diskurs führen zu können. „Das schließt natürlich nicht aus, dass auch ältere Werke dabei sind“, sagt Becken. Letzten Endes gehe immer um aktuelle weibliche Positionen zur Fotografie.

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