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Kleve: Neues Bienenhaus im Tiergarten eingeweiht

Einweihung : 15.000 Bienen sind fleißig im Tiergarten

Die neue Attraktion im Klever Tiergarten ist ein Bienenvolk. Besucher können die Insekten in einem Schaukasten dabei beobachten, wie sie Honig produzieren. Der Imkerverein Kellen weihte das neue Bienenhaus am Sonntag ein.

Dietmar Cornelissen, der Leiter des Klever Tiergartens, würde seinen Blick am liebsten gar nicht mehr abwenden von dem Treiben im Bienenstock. „Wir gucken hier alle fasziniert hin, was sich da so tut“, sagt er über sich und seine Mitarbeiter. Der Imkerverein Kleve-Kellen hatte am Sonntag sein neues Bienenhaus eingeweiht und da wollte der Tiergarten-Leiter natürlich nicht fehlen.

Der Imker Jakob Lai hat das Bienenhaus gebaut. Trocken und gut geschützt steht im Mittelpunkt der Hütte der große durchsichtige Glaskubus, im dem das Bienenvolk haust. Eine Aussparung in dem „Gartenhäuschen“ dient den Bienen als Einflugschneise. Über einen durchsichtigen Gang aus Hartplastik gelangen die Bienen dann in ihren Bienenstock. Die Besucher können die fleißigen Insekten bei ihrem Treiben beobachten.

Einige Schautafeln, die im Bienenhaus aufgehängt sind, vermitteln Wissenswertes über das Leben der Bienen. So erfahren die Besucher, dass die Bienen zu den Staaten bildenden Insekten gehören. Ein Volk besteht aus einer Königin als begattetes Weibchen und mehren Zehntausend Arbeiterinnen. Im Laufe ihres 60-tätigen Lebens übernehmen sie immer neue Aufgaben. Zunächst sind sie Putzbienen, dann Ammen für die Bienenlarven und dann Baumeister für die Waben. Sie verarbeiten eingetragenen Pollen und und fliegen aus, um Vorräte zu sammeln. Außerdem bilden sie den königlichen Futtersaft, Gelée Royal. So durchgefüttert, wird die Königin etwa doppelt so groß wie eine gewöhnliche Biene, lebt viel länger und legt bis zu 2000 Eier täglich.

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Für 300 Gramm Honig muss ein Biene rund 20.000 Mal ausfliegen. Dabei übernehmen die Bienen ganz nebenbei auch die Bestäubung der Blüten und sind deshalb für Obstbauern und Landwirte unverzichtbare Helfer. Mit ihrer „Tanzsprache“ verraten die Honigbienen ihren Artgenossen im Stock, wo sich eine ergiebige Futterquelle befindet.

Marco Janßen, Schriftführer beim Imkerverein Kleve-Kellen, hat den Bienenschwarm, der jetzt im Klever Tiergarten zuhause ist, eingefangen. „Er kam von der Hochschule Rhein-Waal, hielt sich dort in einer Hecke auf“, erzählt der Imker. Er brachte den Schwarm zum Tiergarten und schlug ihn dort ein, wie es in der Fachsprache für das Unterbringen der Insekten heißt. Jetzt warten die Imker darauf, dass die Bienen mit dem Wabenbau beginnen. „Ab einer Lufttemperatur von zwölf Grad Celsius fliegen die Bienen aus“, sagt Janßen.

Damit die Bienen nicht zu weit ausschwärmen müssen, haben die Tiergartenmitarbeiter extra noch einige Bienenbäumchen gepflanzt, die Nektar sozusagen vor der Haustür bieten. „Im Laufe des Sommers, bis zum späten Herbst, legen sich die Bienne rund 20 Kilogramm an Vorräten für den Winter zu“, erläutert Janßen. In dieser Zeit bleibt das Bienenhaus für Besucher des Tiergartens geöffnet. Die Mitglieder des Imkerereins wollen sich von Zeit zu Zeit im Tiergarten blicken lassen und im Bienenhaus präsent sein, auch um Fragen der Besucher zu beantworten.

Tiergarten-Leiter Cornelissen freut sich, dass die für die Natur so wichtigen Bienen auch durch das neue Bienenhaus jetzt mehr Beachtung erlangen. „Wir müssen dringend mehr gegen das Insektensterben tun“, betont Cornelissen.