Kleve: Neue Pläne für Berufskolleg

Neue Pläne fürs Berufskolleg: So wird das neue Berufskolleg

40 Millionen Euro investiert der Kreis in den kommenden Jahren in den Um- und Ausbau des Berufskollegs Kleve. Dirk Schafmeyer vom Hamburger Büro Tchoban-Voss stellte jetzt die neuen Pläne vor.

5000 junge Menschen sind Schüler am Berufskolleg Kleve, etwa 2500 davon sind gleichzeitig in den Bauten an der Felix-Roeloffs-Straße zwischen dem markanten 1970er Schulbau und den Siedlung Hau. Es sind junge Männer und Frauen, die hier ihre schulische Begleitung in der Berufsausbildung, die ihr Fachabitur, die ihr Vollabitur und vor allem in den Werkstätten lernen, was die handwerkliche Praxis bedeutet – wie im „wahren Leben“.

Damit ist es die mit Abstand größte Schule im Kreis Kleve. Der vor mehr als 40 Jahren schon hochwertig ausgeführte Schulbau des Kreises Kleve soll jetzt nicht nur auf den neuesten Stand gebracht werden, er wird so umgebaut und erweitert, dass er für die nächsten Jahre zukunftsfähig bleibt. Das betonte Landrat Spreen jetzt erneut im Klever Kreisausschuss. Für die Zukunft der Ausbildung nimmt der Landrat 40 Millionen Euro in die Hand – um den Altbau zu sanieren und anzupassen, um einen Erweiterungsbau parallel zum Sternbusch hochzuziehen, eine neue Werkstatt zu bauen und die Sportstätten neu zu ordnen.

Während die Arbeiten im Altbau bereits begonnen haben, stellte jetzt Dirk Schafmeyer vom Hamburger Architektur-Büro Tchoban-Voss die Planung für den Anbau vor. Die Planung der Außenbereiche, die auch durch schöne Baumgruppen geprägt sind, (so Schafmeyer), übernimmt Geo3 aus Bedburg-Hau, die überregionale Sportstätten planen.

Die Planungen seien, so Schafmeyer, der auch Projektleiter beim Bau der Hochschule Rhein-Waal war, nach Absprachen mit der Schule und dem Kreis nochmals weiterentwickelt worden. Wie auch die Hochschule soll sich der Erweiterungsbau durch große Flexibilät auszeichnen, so Schafmeyer auf Nachfrage von Adolf Schreiber (CDU), der das Kolleg ja bestens kennt. Die Zwischenwände sind so angelegt, dass man ohne massiven Eingriff in das Gebäude beispielsweise Räume zusammenlegen oder trennen kann – je nachdem, wie sich die schulischen Anforderungen in den kommenden Jahren ändern. Auch die Raumhöhen, so Schafmeyer, habe man entsprechend ausgelegt und eine lichte Höhe von drei Metern eingeplant.

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In dem Bau sind acht Klassenräume, MINT-Labore und Werkstätten für Robotik, Produktion oder Informatik, aber auch Sammlungs- und Vorbereitungsräume untergebracht. Das Gebäude wird drei Geschosse haben und am Altbau anschließen, der an der Stelle, an dem die Gebäude anschließen, aufgestockt werden wird. Der Neubau ist mit Klinkern verblendet, die – so versicherte Schafmeyer auf Nachfrage – nicht sehr dunkel sein sollen, sondern sich an die Klinkerfarbe des Altbaus anlehnen werden. Sorgfältig haben die Architekten die Klinkerflächen gegliedert, indem sie Steinreihen vorziehen und zur Gliederung der Fenster einzelne Stahlelemente vorschlagen. Der Clou in der Fassade scheinen große, wandfüllende Schaukastenfenster zu sein. Die ragen aus der Fassade heraus, verleihen ihr von Außen ein modernes Gesicht, sind aber viel mehr, als nur Fassadengestaltung: Sie haben ihren wahren Wert für die Innenräume.

Schafmeyers Planer haben die 2,5 Meter breiten Flure durch Aufenthaltsräume aufgeweitet, deren Stirnflächen aus diesen Fenstern bestehen, die als Sitznische ausgeführt sind. Damit haben alle Schüler im Neubau in jeder Etage einen schicken Treffpunkt, der viel Tageslicht in den Bau holt und die langen Fluren aufbricht. Erhalten bleibt die in den Vorentwürfen vorgestellte „Magistrale“, die die Schüler von den Park- und Busplätzen über den neuen Lernhof in den Altbau führt. Es geht dann wie gehabt über den Haupteingang des Altbaus in die Schule. Den markanten alten Kamin mitten auf diesem Hof werden die Architekten freistellen, vielleicht auch, so zeigt es jedenfalls die Animation, neu verkleiden.

Außerdem werde man an den Plänen für das pädagogische Zentrum und die Mensa, die heute ganz andere Voraussetzungen erfüllen müssen, als in den 1970er Jahren, arbeiten, sagt Schafmeyer. Da sei man aber noch in der Machbarkeitsstudie, da im Moment der Schwerpunkt auf den Planungen des Neubaus liegen, so der Architekt auf Nachfrage von Schreiber. Den Vorschlag von Brigitte Wicherpfennig (SPD) über Orientierungshilfen für die einzelnen Etagen nachzudenken, nehme man gerne auf, sagte er.