Kleve - Minoritenplatz: Wallgrabenzone wird zum Park

Kleve : Der neue Park am „Minoritenplatz“

Im Oktober 2017 beschloss der Rat, dass der Wallgraben am Minoritenplatz zum Park ausgebaut wird. Jetzt hat die Verwaltung den Beschluss umgesetzt. Der Mutterboden ist aufgebracht und bald soll es grünen.

Die Wallgrabenzone zwischen Koekkoek-Platz und Spoykanal wird Park. Endlich. Denn schon 2017 hatten im Oktober CDU und SPD mit ihrer Mehrheit beschlossen, den Park zu bauen, auch ohne einen Beschluss zum Bebauungsplan Minoritenplatz zu haben. Der Umbau sollte dann, so hieß es damals, eigentlich im März 2018 umgesetzt werden. Daraus wurde also Mai 2019. Die Bagger rollten jetzt an, hoben den Asphalt auf, fuhren ihn ab, fuhren Muttererde an. Das letzte Stück bis zum Wasser soll auch bald folgen, heißt es. Da dort aber derzeit Brutzeit ist, folgen diese Arbeiten erst später. Auch soll eine Fläche am Spoykanal als Wildblumenwiese gesät werden.

„Wir wollen dort einen großen, parkähnlichen Streifen haben, eine Fläche, die auch zum Verweilen und Erholen einlädt“, sagt Jörg Cosar (CDU), Vorsitzender des Ausschusses für Kultur und Stadtgestaltung, und seit Jahren Verfechter des Ausbaus. Man könne jetzt erkennen, dass dies ein stattlicher „Streifen“ werde, der sich vom Koekkoek-Platz bis zum Kanal herunterziehen wird. Er hoffe noch darauf, dass dort auch einmal eine Skulpturenachse aufgestellt werden könne, die den Bereich noch spannender mache. Historisch ist es der Bereich vor der mittelalterlichen Stadtmauer, die in der Regel durch Wall und Graben gesichert war. deshalb „Wallgrabenzone“.

Damit bekommt auch der Koekkoek-Platz eine logische Fortführung. Der aus den Wasserbecken sich entwickelnde Wasserlauf soll später einmal bis kurz vor den Kanal durchlaufen. Der innere Weg, der vom Koekkoek-Platz am Rathaus vorbeiführt, wird nicht bis unten durchgezogen. Der rechte Weg hingegen führt künftig bis zur Einmündung in den verbleibenden Parkplatz. Er wird mit einer Wasser gebundenen Decke versehen. Die „Park“-Fläche wird bald eingesät, so dass eine neue Grünfläche entsteht, wo bis jetzt noch Asphalt war. Zwischen diesem Weg und der Bahn der Hafenstraße stehen noch zwei Baumreihen. Der Plan, die Wallgrabenzone als erlebbaren Park auszubauen, stammt aus Ende der 1990er Jahre, als ein Workshop zu einem städtebaulichen „Masterplan“ erkannte, dass die Unterstadt nach dem Rückbau der mehrspurigen Minoritenstraße dort eine neue Ordnung bekommen müsse. Schon damals wurde die Kante der Wallgrabenzone als Ende der City-Bebauung vorgeschlagen und schließlich als „Gestaltungsvariante A“ des städtebaulichen Workshops verabschiedet. Dieser Plan wurde auch während der Diskussion um den „Minoritenplatz“ nie aufgegeben.

Blickt man wie RP-Fotograf Markus van Offern steil von oben auf die Flächen, lassen sich auch  sehr gut die Ausmaße der möglichen Bebauung erkennen, die nach dem jetzt in die Offenlage gehenden Bebauungsplan zum „Minoritenplatz“ möglich würden, wenn sie nach der Offenlage verabschiedet werden. In die braune Muttererde wird Wiese eingesät.

Das Asphalt-Dreieck zwischen der Straßendecke der alten Minoritenstraße vor der Deutschen Bank (links) und der neuen Wallgrabenzone ist im unteren Bereich zu Zweidrittel Teil des einen Baufeldes. Die hellere Asphalt-Fläche vor dem Rathaus am oberen Ende des Fotos ist Teil des zweiten Baufeldes, das ungefähr bis zum Querweg reicht. Links sieht man sandfarben die Fläche des Neubaus an Stelle der alten Scala, wo am Mittwoch die Bombe entschärft wurde. Die Linde am Rathaus auf dem neuen Minoritenplatz soll erhalten blieben.

Für die Maßnahmen, die Grabenzone der alten Stadt auszuweiten und neu zu gestalten, waren 165.000 Euro vorgesehen. Der Großteil der Kosten, so Kämmerer Willibrord Haas, sei für Aufheben und Entsorgen des Aphalts berechnet worden. Arbeiten, die man sowieso hätte machen müssen. Der Baum am unteren Ende des Fotos wird ebenfalls erhalten blieben. Er steht dann in der Blickachse vom Koekkoekplatz herunter.

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