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Kleve: Mechthild Bielenberg-Keller bekommt Bundesverdienstkreuz

Bundesverdienstkreuz : Kleverin erhält Verdienstmedaille

Mechthild Bielenberg-Keller setzt sich seit über 30 Jahren für Ausländer und Asylsuchende ein. Für ihren unermüdlichen Einsatz wurde sie am Freitag mit der Verleihung der Bundesverdienstmedaille geehrt.

Für ihren ganz besonderen Tag hat die Preisträgerin ihre Liebsten um sich herum versammelt, ihre Familie, ihre Freunde und ihre Mitstreiter. Dieser Tag ist ein ganz besonderer, weil Mechthild Bielenberg-Keller aus Kleve für ihren langjährigen ehrenamtlichen Einsatz im Bereich der Flüchtlingshilfe die vom Bundespräsidenten verliehene Verdienstmedaille überreicht bekommt. Die feierliche Übergabe übernahm Landrätin Silke Gorißen repräsentativ für Frank-Walter Steinmeier.

In ihrer Laudatio beschreibt Gorißen das Lebenswerk der damaligen Lehrerin mit seinen wichtigsten Stationen, richtet der Preisträgerin für ihr „verdienstvolles Engagement“ Glückwünsche vom NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet aus und steckt ihr die Medaille an, dafür liege in der Schatulle sogar eine Anweisung für das korrekte Anbringen bei, bemerkt die Landrätin. Dass sich Bielenberg-Keller schon lange für die Rechte von Asylsuchenden einsetzt, wird schnell hervorgehoben. Bereits 1989 begann die Kleverin in einem Arbeitskreis für Ausländer und Asylsuchende mit ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit. Dabei erarbeitete sie sich die rechtlichen Rahmenbedingungen des Ausländer- und Asylrechts sowie des Sozialrechts. Das lohnte sich auch. Für zukünftige Mitstreiter war Bielenberg-Keller die Anlaufstelle, wenn rechtliche Fragen aufkamen.

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In ihrer ehrenamtlichen Arbeit setzte sich Mechthild Bielenberg-Keller besonders für eine menschenwürdige Unterbringung und Behandlung der Flüchtlinge und Asylanten ein. 1994 war sie Mitbegründerin des Flüchtlingsrates im Kreis Kleve und organisierte gemeinsam mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern, den beiden christlichen Kirchen, karitativen Einrichtungen, Volkshochschulen sowie den Bürgermeistern im Kreis Kleve Veranstaltungen gegen Fremdenfeindlichkeit. Genauso knüpfte sie Kontakte mit den Asylsuchenden und bot ihnen Beratungsstunden an. Sie habe dafür gekämpft, dass Menschen bleiben durften, sagte ein Laudator. Ihr gelang es, einige Abschiebungen zu verhindern und in einvernehmliche Ausreisen abzuändern oder sogar Menschen aus humanitären Gründen unter Schutz des Kirchenasyls zu stellen.

Ihr unermüdliches Engagement wird von ihren langjährigen Wegbegleitern und Mitstreitern sehr geschätzt. Bielenburg-Keller habe nie aufgegeben, immer nachgebohrt und Widerstand geleistet. „Die Dauer und die Intensität deines Engagements ist herausragend“, ehrt eine Mitstreiterin des Flüchtlingsrates NRW. Ihr Wirken gehe weit über das Ehrenamt hinaus, weil sie auch oft als Einzelstreiterin unterwegs war.

Für Mechthild Bielenberg-Keller sei diese Auszeichnung aber für ihre Wegbegleiter mitgedacht. Sie hätten oft gegen den Kreis kämpfen müssen. Sie sagt: „Wir haben in unserem Tun und Handeln gegen den Kreis gehandelt. Wir waren mit den Entscheidungen des Kreises nicht einverstanden.“ Ihr Mann Manfred Keller, der seiner Frau bei ihrer Arbeit zur Seite stand, richtet einen Dank an seine jüngst verstorbene Schwiegermutter: „Sie musste sich ihre Tochter mit dieser ehrenamtlichen Tätigkeit teilen, was manchmal sehr schwer für sie war. Leider hat sie diese Anerkennung nicht mehr mitbekommen.“

Bis heute bietet die Kleverin, die mittlerweile Großmutter ist, ihre wöchentlichen Sprechstunden in asylrechtlichen Fragestellungen  an. Sie erhofft sich vom Kreis Kleve in Zukunft, dass die Ermessensspielräume, die sie und all jene, die für das gleiche kämpfen wie sie, mehr beachtet würden. Die Ehrenpreisträgerin möchte nun mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen aber in irgendeiner Form werde sie noch weiter machen.