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Kleve: Mann sticht mit Küchenmesser auf zwei Frauen und Kind ein

Messerangriff in Kleve : Mann sticht nach Streit auf Frauen und Kind ein

Ein 21-Jähriger hat im Klever Ortsteil Kellen drei Menschen mit einem Küchenmesser schwer verletzt. Auch ein elfjähriger Junge liegt mit Stichverletzungen im Krankenhaus. Was ist an der Ferdinandstraße geschehen?

Am Tag nach der Bluttat im Klever Ortsteil Kellen sieht die Ferdinandstraße so harmlos aus wie eh und je. Viele Mehrfamilienhäuser gibt es dort, die meisten gepflegt und mit Blumen an den Festern. Zwei Männer, die sich ein Stück entfernt vom Tatort austauschen, können zeigen, wo sich das Drama abgespielt hat. Noch am Vormittag haben sie aus der Ferne die Polizeibeamten bei der Ermittlungsarbeit beobachtet.

Hier geschah am frühen Sonntagmorgen die Tat, die nun so viele Fragen hinterlässt. Gegen 2.20 Uhr in der Früh hat ein 21-Jähriger seine 19-jährige Lebensgefährtin sowie deren Schwester (28) und deren elfjährigen Sohn mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt. Die Ermittler haben eine Mordkommission beim Polizeipräsidium Krefeld eingerichtet.

So hat sich die Tat nach Angaben der Beamten abgespielt: Am Samstagabend hatten der 21-Jährige und seine Freundin zunächst zusammen mit einigen Bekannten an der Wohnanschrift ihrer 28-jährigen Schwester auf der Turmstraße in Kleve gefeiert. Bereits dort kam es nach Zeugenaussagen zu ersten Streitereien zwischen dem jungen Paar. Später begaben sich die beiden mit der Schwester und deren Sohn in die Wohnung des Paares an der Ferdinandstraße in Kellen. Dort soll es im Schlafzimmer wieder zu einem Streit zwischen dem Wohnungsinhaber und seiner Freundin gekommen sein. Dabei habe er ihr laut Polizei bereits ins Gesicht geschlagen.

Durch den Streit wurden die Schwester und deren Sohn aufgeweckt. Als sie der jüngeren Frau zur Hilfe eilten, griff der Mann seine Freundin, deren Schwester und den Jungen mit einem Küchenmesser an und verletzte sie schwer. Die 28-Jährige flüchtete durch den Hausflur auf die Straße. Der Tatverdächtige verfolgte sie, ließt dort dann aber von ihr ab. Die Frau erlitt schwere Verletzungen im Kopf- und Schulterbereich. Lebensgefahr besteht mittlerweile nicht mehr, so die Polizei. Auch die 19-Jährige und der elf Jahre alte Junge werden noch im Krankenhaus behandelt.

Erklären kann sich die Tat auf der Straße am kommenden Tag niemand. Man kenne die Familie nicht, heißt es. In der eher ruhigen Wohnstraße nahe des Klever Finanzamts zwischen Emmericher und Kreuzhofstraße spazieren Grundschüler nach Hause, sitzen Senioren im Vorgarten des Willibrord-Heims, eine Frau wischt über ihre Fenster.

Die kommenden Tage sollten mehr Aufklärung bringen über das Drama an der Ferdinandstraße. Das Klever Amtsgericht hat am Montag auf Antrag der Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl wegen versuchten Totschlags gegen den mutmaßlichen Täter erlassen und Untersuchungshaft angeordnet.