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Kleve: Letzte Hoffnung für die Schleuse

Schleuse für Kleve : Die Schleuse soll ganz weg

Deichverband Xanten-Kleve plant den neuen Deich ganz ohne die Schleuse. Nur noch Hintertürchen bleiben für den Erhalt des Bauwerks offen.

Der Deichverband Xanten Kleve plant den Neubau des Deiches ohne Schleuse, lässt aber ein Hintertürchen offen. „Eine von der Stadt geforderte Sportboot-Schleuse ist hingegen kein Planungs- oder Antrags-Gegenstand. Hier versucht zurzeit die Stadt Kleve die Voraussetzungen für einen solchen Neubau zu schaffen. Falls dies gelingt, könnte eine Änderungsplanung zur Deichsanierung erfolgen, die einen Schleusen-Neubau im Bereich der neuen Deichstrecke übernimmt“, schreibt Deichverbandsgeschäftsführer Bernhard Schlüß.

Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltungsamt (WSA), das die alte Schleuse so gut „gepflegt“ hat, dass sie schon jetzt nicht mehr genutzt werden kann, macht sich einen noch schlankeren Fuß: Das WSA möchte nämlich alle Teile des alten, historischen und unter Denkmalschutz stehenden Bauwerks komplett abreißen. Das WSA möchte nicht die Kosten für den Teilerhalt des Denkmals, das nicht vom neuen Deich überbaut wird und zunächst stehen bleiben sollte, übernehmen. Dazu informiert Schlüß im Deichbrief: „Im Hinblick auf die Kosten für den teilweisen Erhalt des denkmalgeschützten Bauwerkes sollen aus Sicht des Eigentümers (WSA) das Schleusen-Bauwerk und auch die anderen baulichen Ablagen vollständig beseitigt werden“. Das WSA möchte kein Denkmal, und der Deichverband ebenfalls nicht: „Zur Vermeidung von Risiken und Unwägbarkeiten, die voraussichtlich mit einem Teilerhalt einhergehen würden, sehen auch wir eine vollständige Beseitigung des Schleusen-Bauwerkes als absolut erforderlich an“, schreibt Schlüß.

Und eine neue Schleuse: Da gibt es nur noch ein Fünkchen Hoffnung. Immerhin will sich die Stadt um Fördergelder bemühen. Es seien Gespräche mit Bund, Land und auf europäischer Ebene geführt worden. Ein Lichtblick sei, so Jörg Boltersdorf, Sprecher der Stadt, dass „sämtliche für die Weiterführung der Schleuse nötigen Gutachten und Untersuchungen mit 100 Prozent vom Bund gefördert werden.“ Von den Baukosten selbst will der Bund aber nur 50 Prozent tragen. Gespräche sollen folgen. Denn durch den Vermerk des Bundes, Gutachten und Untersuchungen zum Bau der neuen Schleuse zu 100 Prozent zu fördern, sei die Verwaltung handlungsfähiger geworden.

Die Politik ist inzwischen sehr vorsichtig geworden, wenn das Thema Schleuse zur Sprache gebracht wird, vor allem, nachdem Kämmerer Willibrord Haas jährlichen Folgekosten von rund einer Million Euro berechnet hat. Die Kosten sind allerdings größtenteils aus der Finanzierung/Abschreibung der Baukosten errechnet. Geplant ist eine deutlich kleinere Sportbootschleuse, deren Bau aber immerhin noch rund 20 Millionen Euro kosten würde. Gibt es keine Schleuse, bleibt der Spoykanal vom Altrhein getrennt. Schiffe und Boote können dann nicht mehr über den Kanal zur Stadt fahren.