Kleve: Landwirtschaftskammer untersagt AfD Nutzung von Haus Riswick

Vortrag zum Klimawandel : Landwirtschaftskammer untersagt AfD Nutzung von Haus Riswick

Die Kammer befürchtet, dass Demonstranten kommen. Dadurch könnte das Tierwohl der Kühe, die dort gehalten werden, beeinträchtigt werden, argumentiert sie.

Die Landwirtschaftskammer NRW hat der AfD ihre geplante Veranstaltung auf Haus Riswick in Kleve untersagt. Der AfD-Kreisverband Kleve hatte für Samstag, 26. Oktober, Einlass 17.30 Uhr, Interessierte zu Vorträgen unter dem Titel „Bedrohung durch Klimawandel oder global-strategische Politik“ eingeladen. Doch unter anderem die Partei die Linke und KAG-Lehrer Bruno Janßen äußerten im Vorfeld ihren Unmut gegen die geplante Veranstaltung (RP berichtete). Daraufhin untersagte die Landwirtschaftskammer NRW als Träger des Versuchs- und Bildungszentrums Landwirtschaft kurzerhand die bereits genehmigte Veranstaltung ab und kündigte am Freitag den Vertrag mit der AfD über die Anmietung des Saals. Das teilte gestern Bernhard Rüb, der Sprecher der Landwirtschaftskammer, mit.

Der Grund dafür ist, dass die Landwirtschaftskammer befürchtet, dass Demonstranten am Samstag zu der Veranstaltung kommen werden. „Das Gelände in Kleve ist nicht für eine Demo geeignet. Hier hat der Tierschutz Vorrang. Die Kühe, die wir dort halten, sind Fluchttiere und dürfen keinem Stress ausgesetzt werden“, sagt Rüb. Als die Kammer der AfD die Zusage für die Veranstaltung gegeben habe, sei ihr nicht klar gewesen, dass es zu Protesten auf dem Gelände kommen könnte. Nun habe sie den Vertrag gekündigt, so Rüb. Das habe allerdings nichts mit der Partei als solcher zu tun. „Wir behandeln alle Parteien gleich“, betont Rüb.

Die AfD ist entsetzt über die Kündigung. „Wir sind aus allen Wolken gefallen, als wir davon erfuhren“, sagt Tim Görtz, der Sprecher des AfD-Stadtverbands Kleve. Die AfD habe auf Haus Riswick schon öfter parteiinterne Veranstaltungen durchgeführt. „Wir haben bereits mehr als 100 Anmeldungen für die Vorträge am 26. November und auch schon Flüge und Unterkünfte für die Referenten gebucht. Das kann man jetzt nicht mehr so einfach absagen“, betont Görtz. Inhaltlich könne er die Proteste gegen die Veranstaltung nicht nachvollziehen. „Wir leugnen nicht, dass es den Klimawandel gibt, sondern nur, dass er allein von Menschen gemacht ist“, sagt der AfD-Sprecher.

Die AfD hat der Landwirtschaftskammer nun eine Frist bis Dienstag, 22. Oktober, 14 Uhr gesetzt. „Sollte die Vertragskündigung bis dahin nicht rückgängig gemacht worden sein, werden wir Klage einreichen“, kündigt Görtz an.