Kleve: Landgericht verurteilt Drogendealer zu sieben und fünf Jahren Haft

Lange Strafen im Drogen-Prozess : Gericht verurteilt Drogendealer zu sieben und fünf Jahren Haft

Das Landgericht Kleve hat im Prozess gegen vier Drogendealer aus Kleve, Emmerich und Goch lange Haftstrafen verhängt: Ein 22-jähriger Emmericher muss wegen des Handels mit Betäubungsmitteln in 22 Fällen für sieben Jahre hinter Gitter, ein 28-jähriger Gocher, der die Drogen im Keller seines Elternhauses herstellte, wurde zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt.

Eine 38-jährige Kleverin, die als Fahrerin fungierte, erhielt eine zur Bewährung ausgesetzte Strafe von anderthalb Jahren, ein 31-jähriger Klever, ebenfalls Fahrer, muss für ein Jahr ins Gefängnis.

Das Gericht um den Vorsitzenden Richter Jürgen Ruby sieht es als erwiesen an, dass der 22-Jährige als Drahtzieher von Februar 2017 bis März 2018 insgesamt sechs Kilogramm Amphetamin, 100 Gramm MDMA (Partydrogen) und 2000 Ecstasy-Pillen verkaufte. „Er gehört zu dem Kreis von Personen, denen man das Handwerk legen muss“, sagte die Staatsanwaltschaft, die für den 22-Jährigen gar eine achtjährige Haftstrafe gefordert hatte. Der Angeklagte schwieg den gesamten Prozess über, in einem Abschlussplädoyer aber zeigte er sich reumütig. Er wolle nun einen neuen Lebensabschnitt beginnen.

Die Polizei hatte ihn über Monate beschattet und schließlich am 13. März dieses Jahres zugegriffen, als der Angeklagte mit dem 31 Jahre alten Fahrer 500 Gramm Amphetamin in einer Sporttasche transportierte. Seitdem sitzen die beiden sowie der 28 Jahre alte Drogenkoch in Untersuchungshaft. Der Fahrer will – so sein Verteidiger – von dem Inhalt der Tasche nichts gewusst haben, was das Gericht dem massiv vorbestraften Mann jedoch nicht abkaufte. „Wir sind davon überzeugt, dass der Angeklagte wusste, dass es bei der Fahrt um Betäubungsmittel ging“, sagte Richter Ruby.

Der Drogenkoch, der dem 22-Jährigen seine Erzeugnisse verkaufte und bei dem bei einer Hausdurchsuchung weitere 2,3 Kilogramm Amphetamin sichergestellt wurden, zeigte sich gleich zu Prozessbeginn vor zwei Wochen geständig. Damit trug er stark zur Aufklärung der Verbrechen bei. „Wir haben berücksichtigt, dass er in vollem Umfang geständig ist“, erklärte Ruby. Der Drogenabhängige soll die ersten Jahre seiner Haftstrafe in einer Entzugsanstalt verbringen. Er hatte glaubhaft versichert, seine Sucht, aus der sich seine kriminellen Handlungen ableiten, und damit sein Leben in den Griff kriegen zu wollen. Vergleichsweise glimpflich kam die 38 Jahre alte Fahrerin davon: Die Bewährungsstrafe begründete das Gericht damit, dass sie bislang nicht vorbestraft war und beim Verkauf der Drogen nicht aktiv mitwirkte.

Mehr von RP ONLINE