Kleve: L'Osteria und Bars - Interview mit XOX-Entwickler Holtfester

Interview : L’ Osteria Anfang der neuen Gastromeile

Der XOX-Investor plant Wohnen und Bars und Kultur in den alten Klever Fabrikhallen.

In Kleve fehlen bis langfristig 2400 Wohnungen, auf dem XOX-Gelände soll gezielt Gastronomie entstehen, und Nahversorgung ist wichtiger, als neue Parks, sagen die Gutacher für ein Wohnkonzept in der Stadt Kleve. Ein anderes Gutachten sagt: Es fehlen in der Schwanenstadt Angebote für junge Erwachsene und Jugendliche. Aber was sagt die Industriepark Kleve Udo Tjaden KG, als Eigentümerin des XOX-Geländes zu der Planung?

Zwei Gutachten, ein Ergebnis: In Kleve fehlen Wohnungen und Angebote für Menschen unter 30. Und auf der XOX soll genau das möglich werden  – wie sehen sie das als Projektentwickler dieses Gebietes?

Jan Holtfester Schön, dass das Gutachten zu diesem Ergebnis kommt. Man kann auch sagen: Wir als die Industriepark Kleve Udo Tjaden KG fühlen uns bestätigt in dem, was wir seit drei Jahren planen.

Meinen Sie das Konzept, das sie vor geraumer Zeit als „Kreativ-Viertel XOX“ vorgestellt haben?

Holtfester Genau, auch das. Das haben wir aber inzwischen schon weiterentwickelt. Außerdem gibt es ja mit der L’Osteria an der Stelle des Herbrand-Pavillons an der Emmericher Straße auch den konkreten Beginn für diese Gastromeile mit jungen Bars.

Dass sie die Pizzeria L’Osteria nach Kleve holen, ist in den sozialen Medien auf Begeisterung gestoßen. Aber das ist zunächst nur einmal ein Lokal an der Emmericher Straße.

Holtfester Wie gesagt, es ist der Anfang. Wir rechnen mit der Baugenehmigung im Mai, dann legen wir los. Unsere Planungen sehen dann mittel bis langfristig vor, dass wir von der L’Osteria ausgehend einen Rundlauf mit Bars, Kneipen und Kultur entwickeln, die im Rücken der Pizzeria prächtige Räume finden würden in der wilhelminischen Industriearchitekur, im denkmalgeschützten Kesselhaus zum Beispiel. Dort würden wir Raum schaffen für junge Bars, vielleicht für einen Club – das hängt von den Angeboten ab. Wir würden momentan vielleicht auch versuchen, einen Laser-Tag unterzubringen.

Das Angebot richtet sich an welche Zielgruppen?

Holtfester Die L’Osteria bedient alle – von Familien, die dort essen gehen bis zum jungen Publikum. Aber Kleve ist bis jetzt eine Stadt für Familien und ältere Menschen. Als Hochschulstandort müssen wir auch an jungen Menschen denken, die hier dann auch Angebote finden sollen in jungen Bars oder Clubs...

Wie konkret ist denn diese Planung überhaupt?

Holtfester Ich möchte in zwei bis drei Jahren damit fertig werden. Aber anfangen können wir erst, wenn die Stadt den Bebauungsplan von Gewerbe- in Mischgebiet ändert. Uns war angekündigt, dass das dieses Jahr in die Offenlage gehen soll.

Das würde vorsehen, dass Sie dort Wohnen, Gastronomie aber auch Gewerbe unterbringen.

Holtfester Richtig. Wir möchten das Gewerbe auf die Flächen in Richtung Klever Ring und Fressnapf konzentrieren, entlang der Emmericher Straße nach und nach die Gastrozeile aufbauen und in den großen denkmalgeschützten Gebäuden entlang der Brienerstraße Wohnungen einrichten. Den Wohnbau würden wir auch nach Fertigstellung der L’Osteria als nächsten Schritt angehen: Wir haben über 28.000 Quadratmeter Leerstand auf dem Gelände.

An wie viele Wohnungen denken Sie denn?

Holtfester Wir können ja nicht alles zu Wohnungen machen in einem Mischgebiet, aber realistisch sind 90 bis 100 Wohneinheiten, die wir zunächst einmal bauen möchten. Und das, ohne neue Flächen zu verbrauchen in schöner Loft-Umgebung mit begrünten Innenhöfen.

Apropos „grün“, die Planer erteilten der Forderung nach neuen Parks einen herben Dämpfer...

Das Areal rund um die XOX wird derzeit als „Kreativ-Viertel“ geplant. Angedacht ist ein Rundlauf mit Bars, Kneipen und Kultur. Foto: Markus van Offern (mvo)

Holtfester Das ist auch nicht falsch – wir haben in Kleve schon viele Parks und müssen nicht zwingend neue bauen. Kleve muss städtischer werden und braucht mehr Wohnraum. Auf unseren Flächen, aber auch auf anderen Flächen. Bei den Parks halte ich es für wichtiger, statt Geld für neue Parks zu investieren damit die alten, bestehenden erst einmal richtig auf Vordermann zu bringen. Aber Grün und Bebauung schließen sich ja nicht aus – das wird man sehen, wenn wir unser kleines Stadtviertel auf dem Dach des Netto-Marktes fertig haben. Da wird auch viel Grün sein, genauso, wie wir das Grün in die XOX-Höfe bringen werden

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