Kleve: Kulturwelle im alten Hallenbad

Im alten Hallenbad: Kulturwelle schwappt über Kleve

Cinque zeichnet für die Kulturwelle verantwortlich. Damit kann das Kulturprogramm im alten Hallenbad starten. Eröffnung ist Sonntag, 20. Januar. Das große Finale geht am 3. Februar über die Bühne.

Die Tinte ist trocken, das Becken kann gewässert werden: Nachdem Pit Schweers und Bruno Schmitz für den Verein Cinque die Verantwortung für die Kulturwelle im alten Hallenbad übernommen und die entsprechende Verträge unterschrieben haben, kann das Großevent im Stadtbad starten. In den kommenden zwei Wochen gibt’s außer Montag jeden Tag Kultur der Freien Szene auf der eigens ins Schwimmerbecken gesetzten Bühne des Bades.

Von Comedy bis Jazz, von Chormusik bis Cocktailparty, von der Rock-Disco „Abba bis Zappa“ bis zur Krimi-Lesung. Und sogar eine Kino-Aufführung vom Film am Mittwoch steht auf dem Programm. All das gibt’s bei teilweise freiem Eintritt im Stadtbad, dessen Abriss schon am Horizont dräut. „Das Bad sollte nicht klammheimlich dem Bagger zum Opfer fallen. Wir wollen dem Bau, in dem so viele von uns Schwimmen gelernt und viele tolle Tage verbracht haben, einen würdigen Abschied bieten. Mit der ganzen Facette der Kultur, die wir hier in einem Interims-Kulturzentrum feiern“, sagt Bruno Schmitz, Kulturmanager und Vorsitzender des Vereins Cinque.

Schmitz hat jetzt die Fäden der vielen Veranstaltungen in der Hand, und der Kleinkunstverein Cinque spendet den Erlös aus dem ausverkauften Kabarettprogramm „Bademeister Schaluppke“ an die Kasse der Kulturwelle. Denn das Unterfangen „Kunst im Bad“ kostet. „Da kommt schon ein fünfstelliger Betrag zusammen. Deshalb sind wir dankbar, dass uns die Stadt einen Zuschuss von über 8000 Euro gibt, dass die Stadtwerke und andere als Sponsor dabei sind. Und wir als Cinque sind dann gleichzeitig Kulturtreibende, Verantwortliche und auch noch Sponsor“, sagt er. Cinque habe eben die nötige Erfahrung in Durchführung und Umsetzung von Großveranstaltungen  und die entsprechende Haftpflichtversicherung, erklärt Schmitz. Auch brauchte die Stadt einen verlässlichen Ansprechpartner, erklärt der Kulturmanager. Er dankt Peter Meyer für die Hilfe beim Brandschutz und David Wiederhold für die Planung der sechs mal neun Meter großen Bühne, die derzeit von Gerüstbau Peters im Schwimmerbecken eingebaut wird. „Die Bühne steht im Wasser - das wird ein kleines Bregenz in Kleve“, sagt Schmitz. Letztlich sei es ein langer und anstrengender Prozess gewesen, den man jetzt endlich habe abschließen können.

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Am Sonntag, 20. Januar, ist die große Eröffnungsfeier. Um 11 Uhr fällt der offizielle Startschuss, nachdem am Abend vorher schon Daniel Ziegler das Bad mit seiner Klanginstallation verwandelt hat. Nach Reden vom Bürgermeister (Bürgermeisterin Sonja Northing werde wohl krankheitsbedingt nicht kommen, sagt Schmitz) und der Stadtwerke werde er das Event eröffnen. Danach gibt’s den ganzen Tag Programm – mit Musik vom Trio Vollrausch, dem MGV Materborn und den Klangfabrik Allstars, es gibt Kunst von Steph Rausch und Ulrike Rick, Esther Mols und Marga Cox (die auf ihre Weise alte Bademoden zeigen), von Max Knippert und Daniel Ziegler und Benno van Aerssen. „Das ist wie eine kleine Kulturbörse“, sagt Schmitz. Zudem präsentiert Christoph Frauenlob eine schöne Ausstellung zur Geschichte des Bades in Kleve. Das Programm geht bis in den Nachmittag hinein.

Der Eintritt ist frei und es gibt Getränke und Häppchen. „Getränkemarken kann man sich beim ,Bademeister’ kaufen, die Theke ist dann im Bereich des alten Planschbeckens“, sagt Schmitz. Auch dieser Erlös dient zur Finanzierung des Events. Allerdings gilt für alle Veranstaltungen die Regel: 199 Besucher dürfen rein. Mehr nicht. „Wir werden dann unten am Eingang kontrollieren – und jedes Mal wenn drei wieder raus sind, dürfen drei neue rein“, sagt Schmitz.

Das sei wie beim Kneipenkarneval in Köln. Dann kommt ab Dienstag jeden Tag Programm. Dienstag, 22. Januar, 20 Uhr gibt’s erst einmal eine Lesung mit Helke Kranz, Mittwoch folgt um 20 Uhr der Film am Mittwoch, und dann geht es Tag für Tag weiter bis zum großen Finale am 3. Februar.

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