Kleve: Krokusse für den Koekkoek-Garten

Museum in Kleve: Krokusse für den Koekkoek-Garten

Der Garten hinter dem Museum war vor vier Jahren verkommen, kaum begehbar. Ehrenamtliche haben das Grün nach alten Plänen wieder hergerichtet. Doch es ist nicht klar, wie lange sie noch weitermachen können.

Kein einziger Baum aus der Zeit von Koekkoek ist mehr übrig geblieben. Nur der Teil eines wuchtigen Stamms liegt noch auf dem Rasen, mit Efeu überwuchert. Doch der Rasen und die Beete, der Brunnen und die Treppen sollen so aussehen wie in den 1840er Jahren, als der niederländische Maler Barend Cornelius Koekkoek mit seiner Familie in dem Haus lebte. Das war das Ziel der Ehrenamtlichen, die den Garten hinter dem heutigen Museum seit vier Jahren pflegen.

Der Garten hat ein klares Konzept, nichts ist hier Zufall: Es sind zwei große Rondelle, verteilt auf zwei Ebenen, verbunden durch eine kleine Treppe. Auf dem unteren Rasen sprießen die ersten Krokusse, auf den oberen Beeten werden bald Osterglocken blühen. Im Sommer sprudelt auch der Brunnen.

"Koekkoek ist ein Haus der Romantik, der Garten ist Romantik", sagt Winfried Kepser. "Es ist unsere Aufgabe, das zu erhalten und den Garten der Öffentlichkeit zugänglich zu machen."

Kepser steht auf dem Rasen am unteren Rondell, hinter ihm das noch erhaltene Gemäuer. Der 79-Jährige hat mitgeholfen, den Garten wieder herzurichten. "Als wir vor vier Jahren anfingen, war der Garten verkommen", sagt Kepser. "Die Wege waren nicht begehbar, der Brunnen schmutzig, alles zugewachsen."

Die Leiterin des Museums, Ursula Geisselbrecht-Capecki, hatte am Tag des Offenen Denkmals 2014 um Ehrenamtliche geworben. Auf einer Liste trugen sich elf Personen ein - die Gartenfreunde waren geboren. Winfried Kepser macht aus persönlicher Überzeugung mit. "Ich habe eine besondere Beziehung zu der Kunst und dem Haus", sagt der Klever. "Meine Frau war lange Zeit stellvertretende Kuratoriumsvorsitzende und hat sich in der Politik für die Kunst eingesetzt."

Mit ihm verpflichteten sich zehn weitere Senioren. Aus der Sammlung Wörner stammen die Original-Pläne des Gartens, die die Ehrenamtlichen für die Gestaltung nach altem Vorbild nutzen konnten. "Damit konnten wir nachvollziehen, wie der Garten einmal ausgesehen haben muss", sagt Kepser.

Zusätzlich holten sich die Gartenfreunde professionelle Hilfe. "Ich habe zwar auch einen kleinen Garten", sagt Kepser. "Aber die Gestaltung so einer Anlage ist schon etwas anderes." Fachmann Ralf Dammasch vom Gocher Reidelhof leitete die Ehrenamtlichen anfangs an.

Gemeinsam machten sie sich an die Arbeit: Wege freischneiden und abflämmen, den Rasen und die Sträucher stutzen, den Brunnen säubern und Neues pflanzen. Allerdings haperte es anfangs am Material, sagt Kepser. Die Ehrenamtlichen mussten Harken, Schaufeln und Schubkarren von Zuhause mitbringen. "Im Grunde verursachen wir keine Kosten", sagt Kepser. Auch für neue Blumen, mit denen die kahlen Beete bestellt werden sollten, gab es keine finanziellen Mittel. 5000 Krokusse bekamen die Gartenfreunde schließlich vor zwei Jahren von einem Gocher Blumengroßhandel geschenkt.

Seit dem Kahlschlag vor vier Jahren kümmern sich die Gartenfreunde nun vor allem um den Erhalt. An jedem letzten Freitag im Monat ab 14 Uhr pflegen sie das Grün, mähen den Rasen, vernichten Unkraut. Wie lange sie das noch können, ist nicht klar. Denn die Ehrentamtlichen sind alle 65 Jahre oder älter. "Einige schaffen die Gartenarbeit nicht mehr", sagt Kepser. "Wir brauchen dringend Nachwuchs und würden uns über jeden freuen, der einmal im Monat mit anpackt." Auch ein Gärtner, der in fachlichen Fragen unterstützt, würde gebraucht. Winfried Kepser denkt aber noch nicht ans Aufhören - er will weiterhin den Koekkoek-Garten pflegen.

(veke)