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Kleve: Kreis Kleve wird nicht zur Modellregion für Corona-Lockerungen

14 Kommunen in NRW wurden ausgewählt : Kreis Kleve wird nicht zur Modellregion

Beworben hatten sich viele, auch der Kreis Kleve ging ins Rennen um die Auswahl als Modellregion, in der Corona-Maßnahmen gelockert werden können. Der Kreis Kleve ist nicht unter ihnen.

Im März hatte Landrätin Silke Gorißen noch für den Kreis Kleve als Modellkommune geworben: „Der Kreis Kleve mit seinen 16 Kommunen links und rechts des Rheins grenzt an die Niederlande, an den Kreis Borken, den Kreis Wesel und den Kreis Viersen. Aufgrund des intensiven deutsch-niederländischen Grenzverkehrs in privater, beruflicher und touristischer Hinsicht bietet sich unser Kreisgebiet als Modellregion an.“ Geworden ist daraus nichts.

Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) stellte am Freitag in Düsseldorf Modellprojekte vor, in deren Rahmen Sportstätten, Kultureinrichtungen oder Gastronomie-Terrassen wieder öffnen dürfen. Mit Schnelltests und Apps soll sichergestellt werden, dass das Infektionsgeschehen durch die Öffnungen nicht angeheizt wird. Das Vorhaben wird wissenschaftlich begleitet, um Rückschlüsse für das ganze Land ziehen zu können. So kann dort das öffentliche Leben zumindest im kleinen Stil wieder etwas hochfahren werden.

Im Kreis Kleve gebe ein sehr dichtes Netz an Corona-Teststellen für die Bürgerinnen und Bürger im Kreisgebiet, sagte Landrätin Gorißen noch im vergangenen Monat. „In der gegenwärtigen Phase der Corona-Pandemie erwartet unsere Bevölkerung wie auch die heimische Wirtschaft, dass wir neben den erforderlichen Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung auch innovative Wege in Richtung ‚mehr Normalität‘ gehen. Deshalb steht der Kreis Kleve als Corona-Modellregion gerne zur Verfügung“, sagte sie damals.

Am 19. April ist nun planmäßig eine erste Gruppe dran: die Nachbarkreise Coesfeld und Warendorf als gemeinsames Projekt, Ahaus, die Städte Münster und Mönchengladbach, der Kreis und die Stadt Paderborn sowie der Kreis Soest mit Soest und Lippstadt. Am 26. April geht es um den Kreis Düren sowie die Städte Essen, Hamm, Köln, Krefeld, Lennestadt, Siegen. Zudem ist der Hochsauerlandkreis mit den Städten Schmallenberg und Winterberg mit dabei. Der Start dieser Modellprojekte ist allerdings an die Bedingung geknüpft, dass die jeweilige Kommune dann unter einer Wocheninzidenz von 100 liegt - es dürfen sich also nicht mehr als 100 Menschen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. Sollte dieser Wert nach dem Beginn auf mehr als 100 steigen und dies mehr als sieben Tage bleiben, wird abgebrochen - es sei denn, die Kommune legt schlüssig dar, dass der geöffnete Teil des öffentlichen Lebens „nicht wesentlich“ zum Infektionsgeschehen beigetragen habe.

Pinkwart betonte, dass mit den Modellprojekten wichtige Erkenntnisse gesammelt würden. „Es geht uns um eine verantwortliche und pandemiesichere Umsetzung begrenzter Vorhaben mit klaren Kriterien“, sagte er. „Es haben nicht die Kommunen insgesamt geöffnet, sondern sehr gezielt in vorab definierten Projekten, die dann auch mit entsprechenden Testungen und Nachverfolgungen begleitet werden.“

(lils/dpa)