Klever Kirche reagiert auf Vorwürfe „Verunsicherung und Ärger der Anwohner nehmen wir sehr ernst“

Kleve · Jugendliche aus dem Zentrum Effa in Kleve sorgen für Ärger, Anwohner fühlen sich zusehends bedroht und belästigt. Die evangelische Kirchengemeinde will nun für Abhilfe sorgen. Nur wie soll das gelingen?

 Der Blick entlang der Feldmannstege in Richtung Hagsche Straße. In dem hinteren Gebäude auf der linken Seite ist das evangelische Jugendzentrum untergebracht.

Der Blick entlang der Feldmannstege in Richtung Hagsche Straße. In dem hinteren Gebäude auf der linken Seite ist das evangelische Jugendzentrum untergebracht.

Foto: Markus van Offern (mvo)

Die Anwohner der Feldmannstege/Gartenstege fühlen sich auf der Straße vor ihren Häusern teilweise nicht mehr sicher und werden angepöbelt. Verantwortlich dafür sind Jugendliche, die Angebote des evangelischen Jugendzentrums Effa nutzen. Wenn sie etwa rauchen wollen, müssen sie das Jugendzentrum verlassen und versammeln sich auf der Straße (Kostenpflichtiger Inhalt unsere Redaktion berichtete).

Die Pfarrer Benjamin Meister (l.) und Achim Rohländer laden zu einem Runden Tisch, um die Problematik am Effa aus dem Weg zu räumen.

Die Pfarrer Benjamin Meister (l.) und Achim Rohländer laden zu einem Runden Tisch, um die Problematik am Effa aus dem Weg zu räumen.

Foto: Peter Janssen

In einer Sitzung des Presbyteriums wurde die Situation besprochen, man beschloss erste Maßnahmen, um das Problem zu beenden. „Die Verunsicherung und den Ärger der Anwohner nehmen wir sehr ernst. Das Problem können wir jedoch nicht alleine lösen“, sagt Achim Rohländer, Vorsitzender des Presbyteriums. Der Geistliche hofft auf Hilfe seitens der Stadt Kleve. In der nächsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses wird darüber diskutiert, ob eine Stelle für die aufsuchende Sozialarbeit geschaffen werden soll. Ob das Effa davon profitieren kann, ist offen. Das Angebot der „Offenen Jugendarbeit“ will die Gemeinde auf jeden Fall aufrechterhalten. Für die Kirche ist es von enormer Bedeutung, da viele Jugendliche aus schwierigen Haushalten hier Hilfe erfahren.

Derzeit treffen sich etwa 40 bis 50 Jugendliche im Alter zwischen 13 und 18 Jahren im Effa. Entweder in den Räumen der Jugendeinrichtung oder auf der Straße. Dabei handelt es sich ebenfalls um Besucher, die nicht ständig hier zu Gast sind, sondern lediglich alle paar Wochen das Angebot wahrnehmen.

Ebenso wie das Rauchen in den Räumen verboten ist, gilt dies auch für den Konsum von Alkohol. Das Jugendschutzgesetz gilt. Wer sich nicht daran hält, erhält Hausverbot. Die Nähe zum Prinz-Moritz-Park erschwert es sicherlich, die Drogenproblematik in den Griff zu bekommen. „Der Prinz-Moritz-Park liegt nicht unweit des Jugendzentrums. Er ist gemeinhin als der Drogenpark bekannt“, sagt Pfarrer Benjamin Meister. Wie berichtet, werden aus einem blauen Fahrzeug heraus Drogen verkauft, das unweit des Effas Runden dreht. Der Sachverhalt ist der Gemeinde bekannt. „Ich habe mehrmals danach Ausschau gehalten, aber das Auto bislang nicht gesehen“, sagt Meister. Die Jugendliche haben sich selbst dazu bekannt, keine Rauschmittel konsumieren zu wollen.

Um die Problematik in den Griff zu bekommen, lädt die Gemeinde zu einem Runden Tisch ein. An dem sollen Anwohner, das Jugend- und Ordnungsamt und die Polizei teilnehmen. „Als Kirchengemeinde legen wir großen Wert auf ein respektvolles Miteinander und wollen schnell eine Lösung finden“, betont Rohländer. Als sicher gilt, dass eine hauptamtliche Kraft alleine die Probleme nicht wird lösen können.

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