Kleve: Kindertagesstätten werden weiter ausgebaut

Jugendhilfeausschuss tagte in Kleve : Kindertagesstätten werden weiter ausgebaut

Auch nach 2021/22 wächst die Zahl der Kinder in Kitas: mehr Plätze sind nötig.

Es gibt genug Plätze zur Betreuung von kleinen Kindern in Kleve – nur nicht immer da, wo die Eltern es wünschen, räumte Jan Traeder, Fachbereichsleiter Jugend und Familie, vor dem Jugendhilfeausschuss in Kleve ein. „Wir müssen leider immer noch Eltern absagen, dass sie ihr Geschwisterkind nicht im gleichen Kindergarten unterbringen können“, sagt der Fachbereichsleiter. Die müsste man dann an einen der 317 Plätze der Kindertagespflege verweisen. In den Kitas werden derzeit 1595 Kinder gefördert, darunter 210 unterdreijährige Kinder. Zusätzlich zu dieser Betreuung werden durchschnittlich rund 285 Kinder im Rahmen von Tagespflege  betreut. Dieses Angebot richtet sich an ein- und zweijährige Kinder. Damit sind 39 Prozent der Unterdreijährigen in einer Betreuung. Ein neuer Höchststand. Ein Höchststand gibt es auch bei Kindertagespflege mit 317 Plätzen. „Ein weiteres Ausbau dieser Plätze ist derzeit nicht vorgesehen“, so Traeder. Zum Kindergartenjahr 2020/21 kommt der Neubau der Kita Kikus Wilde 13 mit zwei zusätzlichen Gruppen, davon 20 Plätze, die für Unternehmen gedacht sind. Hinzu kommen der Neubau der Kita an der Dorfstraße mit vier Gruppen der Kinderzentren Kunterbunt und die Erweiterung der Kita Zauberstern um zehn Plätze als Belegplätze für Unternehmen. Damit könnten, so hieß es von der Verwaltung, Klever Kitas künftig vielleicht auch Kinder aus anderen Kommunen aufnehmen, wenn die Eltern beispielsweise in Kleve arbeiten.

 Um künftig keinen Fehlbedarf an Plätzen zu haben und um den Wünschen der Eltern weiter entgegen zu kommen, sei die Schaffung weiterer Betreuungsplätze dringend vonnöten, so die Stadt. Deshalb stehe die Verwaltung mit freien Trägern der Jugendhilfe im Gespräch, um bestehende Kitas bedarfsgerecht auszubauen und perspektivisch eine weitere Kita in die Jugendhilfeplanung aufzunehmen, bestätigte Kämmerer Willibrord Haas, zuständiger Dezernent. Man rechnet, so sagt die Tabelle der Stadt, 2023 mit einem Bedarf von 1528 Kita-Plätzen für Kinder ab drei Jahren. Das sind fast 160 Plätze mehr, als 2019.  Bei den unterdreijährigen Kindern rechnet man mit 595 Plätzen,  rund 80 mehr, als bisher.

Außerdem sollen die Zeiten den Elternwünschen angepasst werden. Allerdings sind derzeit 72 Prozent der Eltern mit den Öffnungszeiten einverstanden. Die anderen wünschten sich vor allem eine Öffnung bereits um 7 Uhr oder um 7.30 Uhr, einige möchten eine Erweiterung der Zeiten nach hinten über 17 Uhr hinaus, wie sie aktuell nur von der SOS InKita als Projekt angeboten wird. Auch wünschen sich die Eltern mehr Öffnungstage und ab der 35 Stunden-Betreuung eine durchgehende Betreuung über die Mittagszeit. Der Jugendhilfeausschuss empfahl die Planung einstimmig dem Rat.

Einstimmig empfohlen wurde auch der Zuschuss  für ein Projekt  des Vereins Theater im Fluss in Kooperation mit dem Jugendhaus Kalle: Da richten Jugendliche im Pannier-Gelände in einer der alten Fabrikhallen eine „Move-Factory“ ein. Die Halle wird von den Helfern in Eigenregie umgebaut. Sie brauchen allerdings eine besondere Matte für den Boden und müssen die Mietkosten tragen.

2000 Euro gibt’s an Eigenmitteln über eine Spendenaktion, den Rest steuert jetzt die Stadt mit 9000 Euro hinzu.

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