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Kleve: Im Tiergarten sind zwei Blauhalsstrauße zu bewundern

Serie „Kleves Exoten“ : Langhälse sind schnelle Läufer

Seit dem Frühjahr leben im Klever Tiergarten Blauhalsstrauße. Auf Geheiß von Besuchern erhielten die Tiere, die bis zu 80 Kilometer pro Stunde schnell laufen und mit ihren Füßen treten können, die Namen Harry und Hermine.

Für Strauße ist der lange Hals unabdingbar. Immerhin suchen sie am Boden nach Nahrung, auch bei Gefahr legen sie ihren Kopf auf den Boden. So sind sie die Urheber der bekannten Redewendung „Kopf in den Sand stecken“. Der Hintergrund: Europäer dachten vor Jahrhunderten, die Strauße würden ihre Köpfe tatsächlich in den Sand stecken, weil sie glaubten, dann nicht mehr gesehen zu werden. Wer allerdings im Klever Tiergarten unterwegs ist, wird eines Besseren belehrt.

„Da die Strauße häufig auf dem Boden nach Nahrung suchen, schaut es so aus, als würden sie den Kopf in den Sand stecken. Soweit würde es aber nie kommen“, sagt Tiergartenchef Martin Polotzek. Im Frühjahr begrüßte er die beiden Blauhalsstrauße, die ein Privatmann in Donsbrüggen abzugeben hatte. Auf Geheiß von Besuchern erhielten die Tiere, die bis zu 80 Kilometer pro Stunde schnell laufen und mit ihren Füßen treten können, die Namen Harry und Hermine. „Offenbar sind unter unseren Gästen Harry-Potter-Fans“, sagt Martin Polotzek. Die Vogelart mit den großen Augen, die bis zu 130 Kilogramm schwer werden kann, habe sich mittlerweile gut eingelebt im Zoo. „Sie sind recht zutraulich und umgänglich. So sammeln wir Erfahrung im Umgang mit Straußen“, sagt Polotzek. 

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Während der Hahn Harry tiefschwarz ist, ist die Henne Hermine eher braun. Das hat seine Gründe: „Ein Hahn hat mehrere Hennen. Unter diesen Hennen macht er aber wiederum ein internes Ranking. Die Henne, die ihm am besten gefällt, darf ihr Ei in die Mitte des Nestes legen. Die anderen müssen ihr Ei drumherum legen. Da aber ist die Chance größer, dass das Ei herunterkullert oder zu Beute gemacht wird“, sagt Martin Polotzek. Im Gegenzug müsse die bevorzugte Henne tagsüber brüten, während der Hahn in der Nacht seinen Dienst tut. „So sind die Farben entstanden: Tagsüber ist es heller, daher hat die Henne auch ein deutlich helleres Fell“, so der Betriebsleiter des Tiergartens.

Schon kurz nach der Ankunft freuten sich die Tierpfleger über ein Ei von Hermine, die sich im Zoo von Gräsern und speziellen Straußen-Pellets ernährt. In der freien Wildbahn, etwa in Afrika, gehen Strauße auch auf die Suche nach kleinen Insekten. Doch Nachwuchs befand sich in dem Ei nicht, es war nicht befruchtet. „So haben wir das Ei dann aufgegessen. Es schmeckt wie Hühnerei, wirklich sehr lecker. Und bei der Größe ist fast die gesamte Tiergarten-Belegschaft satt geworden“, sagt Polotzek.