1. NRW
  2. Städte
  3. Kleve

Kleve Homeoffice gegen Ansteckung

Arbeiten in Corana-Zeit : Im Homeoffice durch die Krise

Melissa Buiting arbeitet wie viele derzeit im Homeoffice. Sie hat sich inzwischen an die Arbeit von Zuhause aus gewöhnt. Als Personalerin fehlen ihr allerdings die direkten Gespräche mit den Mitarbeitern.

Corona vereinzelt den Menschen. Im Privaten. Im Beruf. Aber auch an der Arbeitsstätte ist „Vereinzelung“ angesagt: die wenigen, die noch ins Büro müssen (oder dürfen), sitzen entweder alleine oder im gehörigen Abstand. Die Ansteckungsgefahr soll gering bleiben, die Kollegen sollen sich ja im Fall des Falles nicht anstecken, damit, wenn es denn einen Kollegen erwischt, nicht das ganze Team ausfällt.

Das ist die Strategie, mit der das Gros der Betriebe, die noch Arbeit haben, nicht nur am Niederrhein den Arbeitsalltag organisiert. Und das soll zunächst einmal trotz erster Lockerungen ab heute, 20. April, im Einzelhandel, auch weiter so bleiben, empfiehlt die Landesregierung. Die Formel ist ebenso einfach, wie einleuchtend: „Das Risiko muss minimiert werden“, sagt Melissa Buiting, Personalreferentin und Ausbildungsleiterin bei der Volksbank Kleverland. Hier ist eine Hälfte im Homeoffice, die andere in der Bank. Melissa Buiting befindet sich bereits drei Wochen im Homeoffice.

Die Bankerin hat sich inzwischen an das Homeoffice gewöhnt. Ideal sei es für sie als Personalerin aber nicht, räumt sie gleich ein: „Wir brauchen das direkte Gespräch. Gerade in Personalangelegenheiten ist das Zwischenmenschliche, das Emotionale so wichtig“, sagt sie. Sicher, das versuche man durch Video-Konferenzen und viele Telefonate auszugleichen – aber es sei eben nicht das Gespräch von Angesicht zu Angesicht. Da fehle der direkte Kontakt, also die Wahrnehmungen, die nicht über das Telefon funktionierten, so, wie bei der geschriebenen Mail oft die Empathie nicht auszumachen sei.

„Ich rede lieber vor Ort mit unseren Auszubildenden. Wie überhaupt bei einer Regionalbank der persönliche Kontakt ein ganz wichtiger Aspekt ist, bei dem wir punkten“, sagt sie. Dennoch habe das Homeoffice auch Vorteile. „Dann kann ich bei dem schönen Wetter auch mal in der Pause in den Garten“, sagt sie.

Langfristig wäre ein Homeoffice für sie also keine Lösung, sagt die Ausbildungsleiterin. Aber sie habe erkannt, dass es geht, dass man auch den einen oder anderen Tag Zuhause arbeiten kann, wenn Not am Mann ist. „Ich kann hier vergleichsweise ungestört arbeiten. Manchmal ist diese zusätzliche Ruhe auch gut, wenn das Tagesgeschäft drumherum nicht ablenkt“, sinniert sie.

Ein konzentriertes Arbeiten sei im Homeoffice sehr gut möglich, man müsse sich halt disziplinieren und auch die Pausen einhalten. Dass ihr Partner ebenfalls im Homeoffice arbeitet, ist auch kein Problem. Er hat seinen Arbeitsplatz oben im Haus, sie unten. „Wir essen mittags gemeinsam, dann ist man nicht ganz so isoliert“, sagt Buiting.

Als Personalerin kennt sie aber auch die Nöte, wenn Kollegen/innen die Kinder zuhause dabei haben. „Die Mitarbeiter/innen wechseln sich dann in der Betreuung mit dem Partner ab oder arbeiten in den Abendstunden“, sagt sie. Man müsse sich gut organisieren, um in Ruhe arbeiten zu können. Ebenso wichtig sei es aber auch für alle, den gewohnten Tagesablauf einzuhalten und Struktur zu schaffen. Die Erfahrung lehre, dass viele eher mehr als weniger arbeiten.

„Dabei ist es wichtig, die Pausen zu machen, sich zu erholen und dann wieder frisch an die Arbeit zu gehen. Also: Den PC oder Laptop wirklich ausloggen, damit man auch den Abstand gewinnt“, empfiehlt die Ausbildungsleiterin. Sie hofft, dass die Vereinzelung bald ein Ende haben kann. Aber solange Corona noch den Tag bestimmt, heißt es für sie weiter: Alltag im Homeoffice. Und das wird sich so schnell nicht ändern.