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Kleve: Hochschule will mit „Fork“ Kartoffel stärken

Hochschule Rhein-Waal : Hochschule will mit „Fork“ Kartoffel stärken

Das Bundesministerium für Forschung gibt 330.000 Euro an die HSRW für das Projekt zusammen mit weiteren Hochschulen.

Die Hochschule Rhein-Waal (HSRW) forscht jetzt in einem Verbundprojekt mit der Fachhochschule (FH) Bielefeld und den Unternehmen Biocare und Feldsaaten Freudenberger daran, wie Kartoffeln gegenüber Umwelteinflüssen besser geschützt werden können und so ein höherer oder sicherer Ertrag erzielt werden kann. Unterstützt wird das Projekt zusätzlich durch Wissenschaftler der Uni Kassel und des Julius-Kühn-Institutes in Braunschweig.

„Das Forschungsprojekt ,Entwicklung von innovativen Formulierungsverfahren mit Nutzpilzen als neuartige Pflanzenstärkungsmittel für die Kartoffelfruchtfolge (FORK)’ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert“, sagt HSRW-Sprecherin Gabriele Stegers. Im Mittelpunkt stehen dabei für die Hochschule Rhein-Waal das Klimahaus auf dem Campus Kleve und die Wissenschaftler der landwirtschaftlichen Fachbereiche. Das Forschungsprojekt wird in Kleve von Florian Wichern, Professor für Bodenkunde und Pflanzenernährung, geleitet. Von den Mitteln gehen 330.000 Euro an die Hochschule Rhein-Waal.

„Aufgabenschwerpunkt an unserer Hochschule sind die Wirksamkeitstests der entwickelten Produkte im System Pflanze-Boden in Gefäßversuchen im Klimahaus und mittels Laboranalysen“, sagt Wichern. Darüber hinaus werde die Wirksamkeit der Verfahren, auch im Feld, in Kooperation mit landwirtschaftlichen Betrieben am Niederrhein getestet, erklärt der HSRW-Professor. „Für die Zukunft erhoffen sich alle Beteiligten, dass sich diese Methode auch auf anderes Saatgut anwenden lässt, um noch mehr Pflanzen gegen widrige Umweltbedingungen zu rüsten“, sagt Wichern.

Voraussetzung für eine optimale Pflanzenentwicklung sei eine ausreichende Nährstoffversorgung, gute Bodenbedingungen und Wurzeln, die widerstandsfähig gegenüber Schädlingen wie Nematoden oder Fadenwürmer sind, so Wichern. „Das Besondere ist, dass wir sowohl die Kartoffel als auch die Zwischenfrucht stärken wollen“, erklärt Desireé Jakobs-Schönwandt von der FH Bielefeld. Bielfeld bekommt 400.000 Euro der Forschungsgelder.

Eine Zwischenfrucht wird im Herbst gepflanzt und sorgt für günstigere Bodenbedingungen und soll mit Hilfe der im Projekt entwickelten Anwendung das Vorkommen pflanzenschädlicher Nematoden im Boden reduzieren. Die Qualität der Kartoffeln, die in der Fruchtfolge dann im Frühjahr gepflanzt werden, wird so langfristig verbessert. Auch die Kartoffel selbst kann durch bestimmte Nutzpilze gestärkt werden. „Besonders interessieren uns hier neue biologisch abbaubare Materialien“, sagt Professor Anant Patel der FH-Bielefeld. Als Gesamtziel des Verbundvorhabens gelte es, Formulierungs- und sogenannte Ummantelungsverfahren (Saatgutcoatings) mit verschiedenen Nutzpilzen zu entwickeln, die die Fruchtfolge nachhaltig stärken sollen.