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Kleve: Herbert Kremp, ehemaliger Chefredakteur der RP, ist tot

Kleve-Schenkenschanz : Abschied von einem Großen: Herbert Kremp ist tot

Der in München geborene Wahl-Schenkenschänzer starb mit 91 Jahren. Von 1963 bis 1968 war er Chefredakteur der RP.

Einer der ganz Großen der deutschen Journalistenzunft ist von uns gegangen: Dr. Herbert Kremp ist im stolzen Alter von 91 Jahren am Frühlingsanfang, 21. März, gestorben. Der seit Jahrzehnten auf der Klever Halbinsel Schenkenschanz mit Begeisterung lebende gebürtige Münchner war in den Jahren von 1963 bis 1968 Chefredakteur der Rheinischen Post in Düsseldorf, wurde zwischen 1969 und 1985 gleich dreimal Chefredakteur der Tageszeitung  „Die Welt“, ab 1985 auch ihr Herausgeber. Er war immer in der Welt unterwegs, arbeitete vier Jahre lang als Chefkorrespondent in Peking und seit 1987 in Brüssel als Berichterstatter von EG und NATO.

Seinen letzten großen öffentlichen Auftritt in der Abgeschiedenheit seiner Wahlheimat bei Kleve hatte der bis zuletzt schriftstellerisch und journalistisch tätige Kremp am 12. August 2018, als er mit dem ganzen 100-Seelen-Örtchen Schenkenschanz in einem Festzelt seinen 90. Geburtstag feierte und ihm neben der gesamten Dorffamilie auch prominente Politiker und der damalige RP-Chefredakteur Michael Bröcker zum Ehrentag gratulierten.

Seinerzeit hatte Kremp in einer vielbeachteten Ansprache unter anderem gesagt, dass ihn seine weite Reise um den Erdball auf die Halbinsel Schenkenschanz geführt habe, „wo ich lebe, schreibe und sterben werde“.

Der Journalist, der eigentlich in seiner Jugend Pianist werden wollte, studierte Staatsrecht, Philosophie und Geschichte in München, promovierte 1954 an der Philosophischen Fakultät und begann nach einem parallelen Studium der Nationalökonomie in Frankfurt seine journalistische Laufbahn als Volontär der Frankfurter Neuen Presse. Seine erste Redakteursstelle trat er im Jahr 1957 bei der Rheinischen Post an, wechselte  1959  nach Berlin  zur Tageszeitung Der Tag, ehe er 1961 zunächst Korrespondent der RP in der damaligen Bundeshauptstadt Bonn wurde.

Zu den zahlreichen Auszeichnungen des Buchautors und Publizisten zählt der Theodor-Wolff-Preis für die Reportage „Ein Regentag in Peking“ (1978) oder der Konrad-Adenauer-Preis der Deutschland-Stiftung für Publizistik (1984). Das Bundesverdienstkreuz I. Klasse bekam der Wahl-Schänzer, der für sein Lebenswerk 2003 mit dem Theodor-Wolff-Preis geehrt wurde, im Jahr 1988. „Herbert Kremp ist ein Schreiber, der es liebt, in Stein zu hauen, nicht Ton zu kneten“, hieß es über ihn in einer Laudatio.