Kleve: Häuser mit Höfen für den Minoritenplatz

Kleve: Häuser mit Höfen für den Minoritenplatz

Bei den Ideen für den Minoritenplatz der Campus-Architekten Ekkehard Voss und Friedhelm Hülsmann wird Kleinteiligkeit großgeschrieben. Fünf Gebäude könnten statt eines Blocks entstehen, mit Durchgängen und Höfen.

Die Campus-Architekten, der Hamburger Ekkehard Voss und der Klever Friedhelm Hülsmann, haben eine Idee für eine mögliche Bebauung des Minoritenplatzes entwickelt - ohne Investor und ohne Auftrag. Für ihren Mut bekamen sie Applaus: Sie stellten fünf winklige Häuser auf die Fläche, die zwei zusätzliche Höfe bilden. Entsprechend soll das von ihnen entwickelte Stadtquartier auch benannt sein: die Minoritenhöfe.

Gemeinsam stellten Voss und Hülsmann in einem reich bebilderten Vortrag vor knapp 100 Zuhörern im Hörsaalzentrum der Hochschule Rhein-Waal ihre Ideen vor. Die beiden Architekten schrieben Kleinteiligkeit groß und stellten statt eines Blocks fünf Häuser wie die Finger einer Hand auf den Platz - die Schmalseiten münden Richtung Stadt und Richtung Wallgrabenzone. Ihre Planungen würden nur 60 Prozent der nach jetzigem Bebauungsplan möglichen Fläche überbauen. Dazu hatten sie ein Stadtmodell gebaut, das zeigt: So könnte es gehen.

Ekkehard Voss (links) und Friedhelm Hülsmann. Foto: van Offeren/privat

"Die Wallgrabenzone haben wir nicht angetastet", betont Ekkehard Voss. Und doch haben sie diese Achse in ihre Planungen eingeschlossen. Der Wasserlauf von den Becken vor Haus Koekkoek wird bis zum Spoykanal durchgezogen, eine weitere Baumreihe betont die Achse. Hülsmann rechnete vor, dass von Koekkoek bis zum Kanal eine 240 Meter lange und 60 bis 70 Meter breite grüne Achse entstehe.

"Wir wollen aus dem Parkplatz ein Stadtquartier machen", sagen Voss und Hülsmann. Also entschieden sich die Architekten für eine altstadttypische Verdichtung, erklärt Hülsmann. Zwischen der Volksbank und dem ersten Gebäude wäre ein breiterer Durchgang. Dann stehen zwei geknickte Häuser gegenüber, die einen Hof umschließen: Hier sind die Wege schmaler, der Hof öffnet sich zwischen 16 und 18 Metern Breite. Es folgt wieder ein breiterer Weg, dann zwei Häuser mit einem weiteren Hof und ein einzelnes Gebäude, das einen Rathaus-Platz einfassen würde. "Das Ganze ergibt ein Quartier, einen unverwechselbaren Raum", sagt Hülsmann.

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Beide Planer schlagen vor, dass die Gebäude an verschiedenen Architekten vergeben werden sollten. Wichtig sei, dass die Gebäude sorgfältig gestaltet werden. Auf Gefallen stieß dabei der Verweis auf die "holländische" Häuserzeile an der Nimweger Straße Ecke Rindernscher Deich aus der Jahrhundertwende. Voss: "Das soll aber nicht heißen, dass die neuen Häuser historistisch gebaut werden sollen - es sollten moderne Gebäude werden". Diese neuen Häuser haben nur vier Geschosse: Im Erdgeschoss - in den Höfen finden sich Arkaden - könne Gewerbe untergebracht werden, es folgen zwei Wohngeschosse und ein Dach. "Damit nimmt sich die Bebauung vor dem Rathaus zurück", sagt Voss. Geparkt werden soll künftig unterhalb der Häuser. Deshalb müsse man versuchen, eine gemeinsame Tiefgaragen zu bauen.

In der Diskussion begrüßte Susanne Rexing den Wallgrabenpark und die von der Hafenstraße aus kleinteiligen Giebelhäuser. "Ich kann mir das sehr gut als Lösung vorstellen", sagte sie. Stefan Rietmann freute sich, dass die Entwurfsaufgabe "Minoritenplatz" sehr mutig neu formuliert worden sei und man eine sehr schöne Situation entwickelt habe. "Das ist sehr sympathisch, das könnte eine Wiedergutmachung für das sein, was gerade entsteht", sagt der Rinderner. Franz-Rudolf Crämer, Julia und Bernd Blank vermissten "städtebauliche Räume". Voss verwies auf die Plätze rechts und links neben dem Rathaus und vor Haus Koekkoek, Peter Wanders mahnte Parkplätze für die Innenstadt an. André Lemmens kommentierte den Abend: "Der Wunsch nach Qualität bleibt - und es bleibt spannend ob und wie der Qualitätsanspruch weiter verfolgt werden kann und wie er sich dann eben nicht in Zusammenhang mit Investoren in Luft auflösen wird". Die Zusammenarbeit mit nps tchoban voss sei eine Bereicherung für Kleve.

Kleves Technischer Beigeordneter Jürgen Rauer versprach zur Aufstellung des neuen Bebauungsplanes für den Minoritenplatz "eine intensive Bürgerbeteiligung".

(RP)
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