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Kleve: Grüne freuen sich seit "Fridays for future" über mehr Nachwuchs

Nachwuchs für Kommulapolitik : Junge Grüne für die Räte

Die Grünen sind nicht nur bundesweit im Aufwind, profitieren von Aktionen wie die Schülerdemos „Fridays for Future“. Auch die Verbände im Kreis Kleve verzeichnen deutliche Zuwächse.

Der Höhenflug der Grünen im Bund mit Robert Habeck und Annalena Baerbock an der Spitze hat die kommunalen Parlamente erreicht. Es sind vor allem junge Nachwuchspolitiker, die ihre Ideen von Umwelt, Natur und Zukunft des Planeten auch in die Niederungen der Kommunalpolitik tragen wollen und in der Öko-Partei ihre politische Heimat sehen. „Wir haben im Kreisverband einen Zuwachs von mehr als 15 Prozent – und das sind überwiegend junge Menschen zwischen 18 und 25 Jahren“, sagt Aila Banach.

Banach ist Vorsitzende des Ortsverbandes der Grünen in Kleve. Sie ist 24 Jahre alt, war für den Kreisverband ihrer Partei auf Bundes- und Landesdelegiertenkonferenzen. Denn sie ist auch Beisitzerin im Vorstand des Kreisverbandes. Langfristig möchte sie in der Partei Karriere machen, „so dass ich meine Leidenschaft zu einem Beruf machen kann“, sagt die 24-Jährige, die in Kleve an der Hochschule Rhein-Waal (HSRW) International Taxation studiert. Sie profitiere als Jungpolitikerin von der Tradition der Partei, den Nachwuchs in die Räte auf die Konferenzen zu schicken, sagt sie.

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Beispielhaft der Gocher David Krystof: Er ist 23 Jahre alt und studiert in den Niederlanden Global Projekt & Change Management, befasst sich also mit den Veränderungen von Gesellschaft und Umwelt. Krystof sitzt im Gocher Rat und ist Mitglied des Kreistages in Kleve. „In der Kommunalpolitik sind die Themen häufig näher an den Menschen als in der Bundespolitik“, sagt er. Die Auswirkungen seines politischen Handelns und Abstimmens wären nicht nur vor Ort sichtbar, wenn die Beschlüsse umgesetzt werden, sondern er müsse sich damit auch im Freundeskreis oder der Nachbarschaft auseinandersetzen. Er fände es gut, wenn sich noch mehr Menschen in die Politik, vor allem die kommunale Politik einbringen würden. Denn: „Nur Entscheidungen im Nachhinein zu kritisieren oder pauschal die Politik als unfähig zu beschimpfen, bringt uns als Stadt nicht weiter“, sagt er. Er sieht das aber auch als Auftrag, frühzeitig Beteiligungsmöglichkeiten für den Bürger zu schaffen. „Meine Motivation zu den Grünen zu gehen war die rückwartsgerichtete Politik der damaligen CDU-FDP-Koalition“, sagt Krystof.

Torsten Kannenberg ist auf einem kleinen Bauernhof groß geworden, kam über Freunde an die Grüne Jugend und blieb. Der Master-Student für IT-Sicherheit ist Vorsitzender seiner Partei in Weeze und sitzt im Rat der Gemeinde. Er setzte in langen Diskussionen durch, dass Politik auch in den sozialen Medien präsent sein müsse. „Das zeigt mir, dass es sich lohnt an einem Thema dran zu bleiben, zum anderen aber auch, dass mehr junge Leute fehlen. Denn dann ließen sich solche Dinge leichter umsetzen“, sagt er. Auch ein Appell an die anderen Parteien, ihren Nachwuchs in die Gremien zu bekommen. Er will sich weiter vor Ort politisch engagieren.

Arik Tüchthuisen (29) war vor Banach der Vorsitzende der Klever Grünen und ist heute Beisitzer im Ortsverbands-Vorstand. Ihn haben seine Großeltern politisch grün beeinflusst, sagt er. Sein Impetus, Politik zu machen, ist es, „Einfluss auf das, was in Kleve in Zukunft passiert, nehmen zu können“.

Jan Bienek (20) trat in den Ortsverband der Klever Grünen ein, als er sein Studium an der HSRW „Internationale Beziehungen“ aufnahm. Für ihn ist der Grünen-Klassiker immer noch ausschlaggebend: „Der Schwerpunkt Naturschutz überzeugt mich“.

Die wachsenden Mitgliederzahlen bei den Grünen habe auch mit einem HSRW-Effekt zu tun, räumt Banach ein. Nicht nur Studenten, auch Hochschul-Mitarbeiter und Dozenten seien dabei. Doch seit „Fridays for Future“ kommen auch die Schüler, sagt Hedwig Meyer-Wilmes, Fraktionchefin der Grünen in Kleve: Nach einer Diskussion mit Schülern kam sie mit drei neuen Mitgliedschaften zurück.