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Kleve: Grüne fordern neues Verkehrskonzept

Grüne fordern : Kleve braucht ein Verkehrskonzept

Kollaps auf den Straßen, fehlender ÖPNV und Schutz der Bäume sind die Themen der Grünen im Redaktionsgespräch. Sie sehen die neue Sporthalle aus „guten Gründen“ am Gustav-Hoffmann-Stadion.

Kleve wächst, es kommt ein Baugebiet nach dem anderen hinzu - doch das Straßensystem bleibt das alte. Der Verkehr steht in den Stoßzeiten für den ländlichen Raum ungewohnt lange unter anderem auf der Römerstraße, auf der Gruft, auf der Ringstraße, durch Linksabbieger blockiert auf der Königsallee in Richtung Hoffmannallee und von der Hoffmannallee in Richtung Lindenallee/Klever Ring. Von der Emmericher Straße ganz zu schweigen.

„Wir brauchen endlich ein Gesamtkonzept für den Verkehr in und um Kleve“, sagt Hedwig Meyer-Wilmes, Fraktionschefin der Klever Grünen im RP-Gespräch. Es fehle ein Umgehungs- und Umfahrungskonzept, ergänzt Fraktionssprecher Michael Bay. Denn Verkehrsberuhigung in der Stadt bedeute vor allem, den Durchgangsverkehr heraus zu halten. In Kleve führten alle Hauptverkehrsadern wie B 9, B 57 und
B 220 mitten in die Stadt hinein. „Darüber müssen wir nachdenken - und zwar bald!“, sagen die Grünen.

Außerdem müsse man den Bürgern auch die richtige Wege erklären, aufzeigen, dass manchmal das Fahrrad die bessere Alternative sei. Auch das sei Verkehrsberuhigung. „Viele nehmen für ganz kurze Strecken immer noch das Auto, dann steht man eben im Stau“, sagt Bay. Mit Blick auf die Gruft erklärt Meyer-Wilmes, dass die Strecke über den Ring oft zwar länger sei - aber ohne Stau.

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Das grüne Spitzenduo räumt ein, dass man im Kleverland mangels Öffentlichem Personennahverkehr (ÖPNV) oft auf das Auto angewiesen ist. „Wir haben vor Jahren schon ein Konzept vorgestellt, das mit kleinen Bussen wie den City-Train in Ringlinien auch die Ortsteile anschließt. Ähnlich der alten Straßenbahnstrecken muss man verlässlich und gut getaktet aus Materborn, Reichswalde, Kellen oder Rindern in die City kommen können“, sagt Bay. Auch daran müsse man dringend arbeiten, wolle man in Sachen Verkehr zukunftsträchtig bleiben. Beim geplanten Baugebiet Bresserberg hätten die Grünen lieber einen Wendehammer, der aber aufgrund weiterer Baufelder aufgegeben worden sei.

Das Thema Bäume am Bresserberg sei ein urgrünes, sagt Hedwig Meyer-Wilmes mit Blick auf das Baugebiet zwischen Friedhof und Tennisanlage. „Uns ist wichtig, dass die Stadt, wenn sie Bebauungspläne aufstellt, hinaus geht und sich die Flächen anguckt, und nicht nur nach Luftbildern arbeitet“, sagt Meyer-Wilmes und zitiert Wiltrud Schnütgen, die das im Rat angemahnt habe. Dann hätten die Planer sehr wohl gesehen, dass es schützenswerte Bäume auf dem neuen Baugebiet gibt. „Man darf nicht die Natur überplanen“, sagt Bay. Es gelte vielmehr, um vorhandene alte Bäume herum zu planen, es gelte, auch die städtischen Bäume in die Schutzliste aufzunehmen.

Gerade die acht Linden entlang der Allee müssten geschützt werden, unterstreicht Meyer-Wilmes und springt auf die Ludwig-Jahn-Straße/Ecke Flutstraße: Warum dort die Kurve so begradigt werden soll, dass dafür eine alte Platane fallen muss, sei ihr ein Rätsel. Überhaupt sehe sie für diese Planung keine Nortwendigkeit.

Die für den Bresserberg geplante Zweifachsporthalle sehen die Grünen weiterhin im Gustav-Hoffmann-Stadion. Das sei für den Schulsport besser, und stadtplanerisch sei eine solch große Halle an einem der höchsten Punkte der Stadt ein Unding. Außerdem gebe es bei der Tribüne noch viele ungelöste Fragen. Wenn diese Fragen geklärt seien, müsse die Tribüne sowieso gesichert werden. „Dafür brauchen wir oben die Sporthalle aber nicht“, sagt Meyer-Wilmes. Hinter die grundsätzliche Entwicklung von städtischen Sportzentren für die Vereine setzen die Grünen allerdings ein Fragezeichen: „Die Kosten blieben dann komplett bei der Stadt hängen“, sagt Bay.

Aber das sei nur ein Problem: In vielen Ortsteilen finde ein wichtiger Teil des sozialen dörflichen Leben in den Vereinsheimen und auf den Sportplätzen statt. „Das können wir nicht so einfach wegwischen“, sagt die Grünen-Chefin. Vor allem, weil man jetzt in der Stadt so intensiv über die Quartiersentwicklung spreche und in den Ortschaften die Zentren der Quartiere oftmals die Sportvereine und -Anlagen seien.

Die Grünen bemängeln die Langsamkeit der Stadtverwaltung, sehen aber andererseits auch den Rat in der Verantwortung: „Wir müssen bereit sein, schneller Beschlüsse zu fassen“, sagt Meyer-Wilmes. Nur müssten diese Beschlüsse dann auch zeitnah umgesetzt werden. Das müsse die Politik in Kleve auch noch weiter im Auge behalten.