Kleve/Goch: Ameland ist für Kinder ein Paradies

Sommerferien : Ameland ist für Kinder ein Paradies

Die westfriesische Watteninsel Ameland ist seit Jahrzehnten auch für viele Kinderfreizeiten, besonders aus Nordrhein-Westfalen, sehr attraktiv. Tausende schippern in den Sommerferien mit der Fähre zum Eiland. Mit dabei sind auch neun Ferienlager zwischen Nütterden und Uedem.

Das Paradies ist für Tausende aus dem Kreis Kleve nur wenige Stunden entfernt. Pünktlich zu den Sommerferien freuen sich Kinder, Jugendliche und Betreuer auf die schönsten Wochen des Jahres auf Ameland. Die westfriesische Insel beherbergt in den vier Dörfern Buren, Nes, Ballum und Hollum gut 50 Höfe, auf denen Kinderfreizeiten stattfinden, vorwiegend aus Nordrhein-Westfalen, viele auch aus dem Kreis Kleve.

Als eigentlicher Entdecker des niederländischen Eilands gilt Pfarrer Edmund Jansen, 1886 in Kevelaer geboren, der geistlicher Studienrat in Kleve war und erstmals 1921 mit Jugendlichen nach Ameland kam. Von 1923 bis 1938 begannen die Freizeiten sogar mit einem Schiff vom Klever Hafen bis zur Insel. Seit Juli 2014 gibt es eine offizielle Städtepartnerschaft zwischen Kleve und Ameland, die damals im Ratssaal in Ballum offziell von den damaligen Bürgermeistern Albert de Hoop und Theo Brauer unterzeichnet wurde.

Beautytag des Ferienlagers St.-Willibrord aus Kellen. Foto: Ferienlager St. Willibrord Kellen

Kurz vor dem Start unterhielt sich die Rheinische Post mit den Lagerleitern von Nütterden bis Uedem.

Der Ameland-Verein Poort van Kleef, der schon 1953 in Verbindung mit Edmund Jansen ein Ferienlager organisierte, residiert im Hof „Halfweg“ zwischen Ballum und Nes. „Viele Kinder wollen länger als zwei Wochen bleiben, daher machen wir sogar jeweils 18 Tage auf der Insel“, sagt Jörg Scholz, 1. Vorsitzender, Geschäftsführer und Chef des gemischten Lagers, den alle nur „Bomber“ rufen. Marcel Janßen, Spitzname „Tütü“, begleitet das Jungenlager. Im vergangenen Jahr begleitete ein Kamerateam des WDR dort die Kinder und Betreuer, zu sehen am 21. Juli um 20.15 bis 21.45 Uhr in der Sendung „Wunderschön“.

Ebenfalls zwei Ferienfreizeiten bietet das Ferienwerk Bedburg-Hau an. „Wir haben zwei getrennte Lager, da sind wir praktisch Exoten“, schmunzelt Stephan Reinders, der zuvor schon 20 Mal Betreuer im Camp „Ritske Mooie“ in Buren war und nun gemeinsam mit Sebastian Müller bei den Jungen (72 Teilnehmer) die Geschicke leitet. Katrin Huybers und Kyra Lasche begleiten die 76 Mädchen. Besonders beliebt ist bei den Kindern das Treckerfahren am Strand zum Oerd.

Das Ferienwerk Bedburg Hau: Tauziehen am Nordsee-Strand. Foto: Ferienwerk Bedburg-Hau

Das Ferienlager der Stiftskirche bevölkert seit Jahrzehnten die Amelandfahrer aus der Kreisstadt am Kooiplaats im Osten der Insel, direkt an den Dünen. Das nächste Dorf Buren ist drei Kilometer entfernt. Maren Krusch, die schon als Kind auf dem „Wattendiamanten“  Ferien machte, ist zum zweiten Mal  Lagerleiterin. Zu den vielen Höhepunkten zählen Bunter Abend und Inseltag mit den Fahrrädern bis zum Leuchtturm. „Ich freue mich sehr, dass viele Kinder vom letzten Jahr dabei sind“, sagt sie.

Besondere Urlaubswochen sind es für die 60 Kinder der Pfarrgemeinde St. Willibrord Kellen, besteht doch das Lager seit 50 Jahren. Da ist der Name „Paradieso“ mitten in Buren quasi Programm. Birgit Krake ist seit 2008 dort Chefin. „Erstmals seit Jahren machen wir wieder eine Kutterfahrt“, freut sie sich auf das Kellener Goldjubiläum. Da passt es natürlich gut, dass Dechant Stefan Notz einige Tage zum Eiland kommt und auch die Lagermesse feiert. Zuvor wurde übrigens schon im Mai in Kellen groß gefeiert. Zum Goldjubiläum gab es Dankgottesdienst und anschließend Fete im Pfarrheim.

Die DJK Rhenania Kleve hat schon seit 1961 den Ameland-Virus in sich. Und Lagerleiter Michael Jansen, besser bekannt als „Wusel“, ist mit knapp 200 Insel-Besuchen, davon seit 28 Jahren als Lagerleiter, ein besonderer Fan. „Ich kann mir nichts anderes vorstellen“, sagt er. „Wir waren im November binnen zwei Tagen ausgebucht. Da haben wir wohl nicht viel falsch gemacht“, lacht Jansen, der nur so viel verrät: „Es gibt dieses Jahr eine große Überraschung.“

In der Willibrordusstraße 10 in Buren bei der Familie Kienstra hat das Amelandlager Griethausen seit 1968 ihre Heimat. Sascha Merling, der seit 2012 die Geschicke im „Kienstrahoeve“ leitet, berichtet von Neuerungen: „Wir gehen zum ganz neu eröffneten Kletterpark in Nes und bieten erstmals auch Reiten an.“ Eine besondere Herausforderung möchte er gemeinsam mit Betreuerin Lisa Stoffels bewältigen: „Wir laufen vom Strand bis zum Leuchtturm in Hollum. Mal sehen, wer sonst noch mitlaufen möchte. Vermutlich niemand“, sagt er mit Augenzwinkern.

Eine lange Tradition funktioniert wieder. Nordwacht Keeken war schon von 1971 bis 1982 auf Ameland, nach 39 Jahren sind sie wieder auf der Watteninsel heimisch geworden. „Das war immer ein Lebenstraum, ich habe als Kind auf Ameland Laufen gelernt“, erzählt Anja Kuppen mit glänzenden Augen. Sie ist zum fünften Mal Lagerleiterin und freut sich mit der insgesamt 70köpfigen Crew auf zahlreiche Programmpunkte wie Wasserrutsche, Fußballturniere oder Stationsspiel am Leuchtturm mit Mittagesssen.

Das Ferienwerk St. Franziskus Uedem hat in Buren im „Uuthof“ ein neues Domizil. „Sehr modern und renoviert, wie ein 3-Sterne-Hotel“, sagt Matthias Mahlke, der die „Uemse Knollen“ zum fünften Mal leitet. Der Höhepunkt ist das Bergfest. „Das Büffet ist besser als bei jedem Partyservice“, betont Mahlke, der sich freut, dass die Betreuertruppe gut gemischt ist mit Erwachsenen und Jugendlichen. „Das sorgt für frisches Blut!“

Richtig was los ist im Lager „Het Zwanewater“ zwischen Nes und Ballum. Das Ferienlager Nütterden sorgt für Superlative. 100 Kinder (63 Jungen, 37 Mädchen) sowie 30 Betreuer und Küchenpersonal beginnen bereits am Samstag den Amelandurlaub. Matthias Senger und Katrin Bartjes leiten die große Gruppe. „Früher gab es unser Ferienlager abwechselnd im Sauerland und auf Ameland, seit 2014 sind wir jährlich auf dem Eiland“, sagt Senger und ist auch ein bisschen stolz: „So viele Kinder waren es noch nie, das ist Rekord.“

Eines wissen Kinder und Betreuer der Amelandfahrer zwischen Nütterden und Uedem ganz besonders zu schätzen: Die guten Geister in der Küche sorgen dafür, dass gutes Essen auf den Tisch kommt.

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