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Kleve Giesen, die Klever Stadtgeschichte wird am Heidestraße überbaut

Baustelle am Heideberg : Stadtgeschichte wird überbaut

Clemens Giesen von den Offenen Klevern zum Bauvorhaben Grüner Heideberg.

(mgr) Anne Fuchs von den Offenen Klevern (OK) hatte schon im Bauausschuss angemahnt, die geplante neue Bebauung am Grüner Heideberg vorzustellen und genau im Auge zu behalten. Öffentlich wurde dazu bisher keine Stellung bezogen. Jetzt meldet sich Clemens Giesen zu Wort: „Vor einigen Wochen wurde am Grüner Heideberg in Kleve zwei Häuser abgerissen die den Krieg überstanden hatten, aber leider durch Umbauten nicht mehr als solche zu erkennen waren. In einem dieser Häuser gab es den Lebensmittelladen Püpplichhuisen der alten Klevern vielleicht noch bekannt ist“, sagt Giesen.

Und hat dann interessante Details parat: „Beim Abbruch der Häuser wurde ein mittelalterlicher Gemüsekeller gefunden mit Resten von Steinzeug, so dass er vorsichtig ins 14. Jahrhundert datiert werden kann. Starke Brandspuren vom verheerenden Stadtbrand von 1528 lassen den Schluss zu, das es sich um den Gemüsekeller eines damals üblichen Fachwerkhauses handeln kann. Genauer wird das die Ausarbeitung und Interpretation des dokumentierten Fundes bringen“, so der Restaurator. Dieser Fund sei ein wunderbares Fenster in die frühe Geschichte der Stadt. Diese Reste eines Hauses gehörten zur ersten Siedlung die sich im Schutze der Burg und vor Hochwasser auf dem Heideberg festigte und 1242 mit einer Stadtmauer umgeben worden sei und Stadtrechte erhalten habe.

„Zwischen den abgebrochenen Häusern lag ein freies Grundstück. Diese ehemals drei Grundstücke werden nun bebaut werden; die Baugrube ist ausgehoben. Ich kann nur hoffen, das Bauherr und Architekt sich im Klaren sind, dass sie im ältesten Siedlungsgebiet von Kleve bauen und darauf Rücksicht nehmen“, sagt Giesen. Zum Beispiel durch Kleinteiligkeit, Dachneigung und Farbe die sich auf die Vorgängerbauten beziehen und nicht, wie in Kleve üblich, eine verputzte Styroporfassade mit möglichst vielen Wohnungen dahinter und einem Penthaus oben drauf. Vielleicht wäre es gut, solche Neubauten im Ausschuss für Kultur und Stadtgestaltung vorzustellen und zu diskutieren, um ein architektonisch hochwertiges Gebäude in diese geschichtliche Innenstadtlage zu bekommen und damit dem Verteilen von der „sauersten Zitrone“ vorzubeugen, so der OKler mit Blick auf den von der OK ausgelobten „Preis“ für nicht gelunge Bebauung.