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Kleve Gewerkschaft macht Hoffnung bei Ipsen

Industrie in Kleve : Gewerkschaft macht Hoffnung bei Ipsen

Der Industrie-Ofenbauer will 160 Arbeitsplätze streichen. IG Metall geht davon aus, etliche Stellen in dem Klever Unternehmen zu retten.

Der Kampf um den Erhalt von Arbeitsplätzen, ist in der aktuellen Situation ein schwerer. Doch haben die Mitarbeiter des Maschinenbauunternehmens Ipsen ihn nicht aufgegeben. 160 Stellen, von derzeit 320, sollen in dem Klever Werk des Industrie-Ofenbauers gestrichen werden (wir berichteten).

Gestern protestierten 120 Beschäftigte gegen die geplanten Stellenstreichungen mit einer Mahnwache vor dem Rilano-Hotel. „Wir haben für jeden Arbeitsplatz eine Kerze angezündet. Ein Symbol dafür, dass es hier um Existenzen geht“, sagt Bernd Börgers. Börgers ist Gewerkschaftssekretär der IG Metall Krefeld und kämpft derzeit intensiv gegen den Abbau der Arbeitsplätze. So fanden gestern Gespräche mit dem Arbeitgeber statt. Der Arbeitnehmervertreter hob hervor, dass man eine Anwaltskanzlei beauftragt habe, die Rechte der Mitarbeiter wahrzunehmen. „Mit der Kanzlei arbeiten wir seit Jahren zusammen. Die kennen sich auf dem Gebiet Arbeitsrecht bestens aus.“ Ebenso hat man ein Unternehmen mit ins Boot geholt,. das die Gewerkschaft unterstützt, wenn es betriebswirtschaftliche Bewertungen geht. So wurde ein Gegenkonzept erarbeitet, aus dem hervorgeht, dass wesentlich weniger Arbeitsplätze abgebaut werden müssen. Man müsse nur Synergieeffekte besser nutzen, so Börgers.

Die für die Mitarbeiter hoffnungsvollste Aussage des Gewerkschafters ist jedoch, dass die Geschäftsleitung positiv auf die Vorschläge des erarbeiteten Konzepts reagiert hat. „Wir haben zustimmende Signale seitens der Arbeitgeberseite erhalten, dass unsere Ausarbeitung an vielen Stellen wohl tragfähig sei.“

Von großer Bedeutung bleibt nach Aussage des Interessenvertreters  die Produktion der Vakuumöfen. Nach noch aktuellen Plänen soll das Geschäft nach Amerika verlagert werden. Das würde eine erhebliche Schwächung für den Klever Standort nach sich ziehe. Der Handel in dieser Sparte gehört zu den ertragreichsten. Im Gegenzug soll der Bau der Atmosphärenöfen von Amerika nach Europa zusammengelegt werden. Börgers sagt: „Wir haben heute noch einmal deutlich gemacht, dass die Pläne keinen Sinn machen. In Kleve kann wesentlich individueller produziert werden. Das schafft das Werk in Amerika nicht. Wenn Siemens kommt und sagt ’wir wollen eine gelbe Uhr’, dann wird dies auch hier so umgesetzt. Das Werk in Amerika kann auf derartige Vorgaben der Kunden nicht eingehen.“

Eine Hoffnung sei, dass man dem Gesellschafter und somit dem Geldgeber, Quadriga Capital, das Konzept vorstellen darf, so Börgers. Schließlich könne man plausibel darstellen, dass in der Vergangenheit viel Geld in den Sand gesetzt worden sei und man effektiver arbeiten könne. „Klarer Nachteil ist natürlich, dass die aktuelle wirtschaftliche Lage nicht die beste ist“, gesteht der.

Dem Gewerkschafter ist bewusst, dass man nicht alle Arbeitsplätze erhalten kann. „Wie viele es letztendlich sind, werden die aktuellen Verhandlungen zeigen. Wenn es zu einem Ergebnis kommt, wollen wir die Belegschaft am Montag auf einer Versammlung darüber informieren“, sagt Bernd Börgers. Er geht nicht davon aus, dass es nicht die Masse an Stellenstreichungen gibt, die der Arbeitgeber vorgesehen hat.