1. NRW
  2. Städte
  3. Kleve

Kleve: Garten-Wasseruhren müssen geeicht werden

Kleve : Garten-Wasseruhren eichen lassen

Die Stadt verlangt ab jetzt die Eichung von Gartenwasserzählern. Das ist in der Regel mit dem Einbau eines neuen Zählers durch den Installateur verbunden.

Hausbesitzer mit eigener Wasseruhr für den Garten haben jetzt ein Schreiben der Stadt auf den Tisch bekommen: Sie müssten bitteschön, heißt es darin, ihren separaten Wasserzähler fürs Blumen- und Rasenwasser neu ablesen und wenn er älter als zwei Jahre ist, dann müsse der Zähler erneuert oder geeicht werden. Dazu gibt es von der Stadt eine Düsseldorfer Adresse, die diese Eichung vornehmen kann. Kosten: rund 21 Euro.

Viele Klever haben diesen Zähler seit vielen Jahren. Denn für das zur Bewässerung von Blumen, Beeten und Rasen ausgebrachte Garten-Wasser muss man keine Kanalgebühren zahlen. Weil dieses Wasser ja auch nicht in den Kanal fließt. Bis jetzt war von einer Eichung nicht die Rede, der Zähler musste nur abgelesen werden.

Jetzt hat sich aus organisatorischen Gründen die Zuständigkeit für die Verwaltung der Gartenwasserzähler geändert: „In diesem Jahr wird von den Umweltbetrieben der Stadt Kleve die Zuständigkeit für die Zähler auf die Stadtwerke Kleve übertragen“, erklärt Jörg Boltersdorf, Sprecher der Stadt Kleve. Damit müssten sich die betroffenen Bürger künftig nur noch mit einem Ansprechpartner für alle Fragen rund um Frischwasser- und Gartenwasserzähler auseinandersetzen, so der Stadtsprecher. Gleichzeitig habe die Stadt damit an die 2015 eingeführte Eichpflicht für Zähler informiert.

  • Ein Seehundjungtier mit Mutter Elektra. Die
    Nachwuchs im Doppelpack : Klever Tiergarten überträgt Seehund-Jungen per Webcam
  • Kleve Bleichenberg - Abgrabung am Hag
    Luxusimmobilie in Kleve : Am Burghang gebaggert
  • Wo Düsseldorf Blumen kauft : Die große Welt der Blumen

Hier beginnt das Problem: Was ist mit den alten Zählern und wer eicht die? Dazu hatte die Stadt die Eichung des Zählers in Düsseldorf vorgeschlagen. Also den Zähler ausbauen und nach Düsseldorf schicken – das war für die meisten Hausbesitzer dann aber doch eine sehr theoretische Aussage. Eine Aussage, die aber ernst gemeint ist, wie Boltersdorf: Tatsächlich sei die Eichung des alten Gartenwasserzählers beim Eichamt Düsseldorf gegen Entrichtung einer Gebühr von 21 Euro möglich. „Die Eichung kann aber nur ausschließlich dort erfolgen, so dass der Gartenwasserzähler auf eigene Kosten zum Eichamt in Düsseldorf gebracht oder geschickt werden müsste“, sagt er. Das setzt voraus, dass man den Zähler vorher ausbaut.

Die weitere Möglichkeit wäre, gleich vom Installateur einen neuen geeichten Gartenwasserzähler einzubauen. „Dabei ist darauf zu achten, dass der neue Zähler im Jahr 2021 geeicht worden ist – Kennung M21“, so Boltersdorf. Denn bei den Stadtwerken werden neben den Zählerständen auch die Eichdaten der Gartenwasserzähler registriert. Künftig werden die Bürger von den Stadtwerken schriftlich auf das bevorstehende Ende der sechsjährigen Eichfrist hingewiesen.  Dann steht wiederum die erneute Entscheidung Eichung oder Kauf an.

Damit wird der Einbau eines Gartenwasserzählers zum Rechenexempel: Für die Verwaltung eines Gartenwasserzählers wird eine jährliche Gebühr von fünf Euro erhoben, erklärt Boltersdorf. Pro Kubikmeter Frischwasser, das von den Stadtwerken bezogen und in die städtische Abwasseranlage eingeleitet wird, erheben die Umweltbetrieben der Stadt Kleve 1,06 Euro  Schmutzwassergebühren und 1,31 Euro Klärwerksgebühren. Nutzt man keinen Gartenwasserzähler, werden also 2,37 Euro für einen Kubikmeter Wasser fällig, die man mit Zusatzzähler spart. Nach zwei Kubikmetern Wasser im Jahr für den Garten hat man also die Grundgebühr heraus und fängt an, Geld zu sparen. Nicht eingerechnet sind jedoch die Kosten für einen Zähler mitsamt Einbau.

Auf einem 1000 Quadratmeter großen Grundstück kann man pro Jahr durchaus 25 bis 30 Kubikmeter Wasser verbrauchen, rechnet die die Zeitschrift „Mein schöner Garten“. Nach Abzug der Grundgebühr bliebe also eine jährliche Ersparnis von rund 60 Euro. Davon müssen dann die auf sechs Jahre umgelegten Kosten für den Zähler und seinen Einbau abgezogen werden. Erst dann weiß man, ob man Geld spart. Je nach Gartenart kann es auch deutlich mehr oder weniger Wasser sein, das man im Jahr verbraucht.