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Kleve: Für die Schleuse in Brienen ist keine Lösung in Sicht

Schleuse in Brienen : Schleuse: Keine Lösung in Sicht

Nach der Offenlage der Pläne für den Ausbau des Rheindeiches plant der Deichverband weiter ohne eine Schleuse in Brienen. Die Einwände der Anwohner und die Kommentare des Deichverbandes liegen bei der Bezirksregierung.

Der Deichverband Xanten-Kleve plant den Deichausbau weiterhin ohne Schleusenbauwerk in Brienen. Das bestätigte jetzt der neue Geschäftsführer des Deichverbandes, Maximilian Pieper, auf Nachfrage. Die Planung durchlaufe derzeit die üblichen Verfahren: Nach der Offenlage habe man die Einwendungen der Anwohner und Beschwerdeführer gesammelt und kommentiert. Jetzt liegen sie, nachdem der Verband alle Einwände gesichtet hat, mit den Stellungnahmen des Deichverbandes wieder bei der Bezirksregierung. Was die Schleuse betrifft, ist die Position des Deichverbandes klar: „Wir planen ohne eine Schleuse“, sagt Pieper.

Denn mit Blick auf das Denkmal der Schleuse Brienen sei die Position des Deichverbandes eindeutig: In einem Deich dürfen nur Bauwerke geduldet werden, die technisch funktionsfähig sind. Sind sie es nicht, werden sie entfernt. Von der Schleuse in Brienen ist bekannt, dass sie seit fünf Jahren still liegt. Weil sie nicht funktionsfähig ist. Bliebe die Postion der Stadt Kleve und der Wassersportler, die den Wasserweg offen halten wollen. Wollen sie eine neue Schleuse bauen, müssen sie das alte Denkmal abreißen. Das passiert gerade auf der anderen Rheinseite in Bienen. Dort wird jetzt für 2,2 Millionen Euro die Schleuse neu errichtet, über den Schleusengraben wird das Hinterland entwässert und bei Hochwasser bleibt die Schleuse dicht. Dafür muss aber die alte Schleuse in Bienen abgerissen werden. Auch diese Schleuse ist 100 Jahre alt. Das Gestänge des alten Mechanismus, der die Schleusentore öffnet, geht an den Heimatverein des Ortes.

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In Kleve hingegen ist für eine Schleuse, die den Wasserweg als Kanal bis in die Klever City und an die Hochschule offen hält, keine Lösung in Sicht (oder sind die Würfel längst gegen eine Schleuse gefallen, wenn man der Argumentation des Deichverbandes folgen möchte).

Derweil verteilt der „Schleusenverein Brienen“ Infos für den Erhalt der alten Schleuse. Motto: „Hände weg von der Briener Schleuse“. Man wolle damit zeigen, dass man auch in Zeiten der Corona-Krise weiter aktiv sei. „Zwar hat uns die Corona-Krise voll im Griff. Auch die Aktivitäten des ,Schleusen Verein Brienen’ (SVB) sind, in Hinblick auf die Nähe zum Bürger, eingeschränkt. Doch auch im Hintergrund kann man agieren. Und dies machen die Mitglieder des SVB, um nach der Krise verstärkt nach außen zu treten“, schreibt Karl-Heinz van de Loo, 2. Vorsitzender des SVB. „Wir haben bisher – und sind noch immer dabei – die Zeit genutzt und bleiben am Ball“, so van de Loo weiter. Es seien 10.000 Flyer in Kleve, Uedem, Goch und Umgebung verteilt worden, um die Bevölkerung zu sensibilisieren, sich für den Erhalt der Briener Schleuse einzusetzen.

Es wurden, so van de Loo, zudem vom SVB Beschwerden zum Planfestellungsverfahren bei der Bezirksregierung eingereicht, verschiedene Event-Planungen anvisiert. Vorsitzender Heckmann verweist auf die Homepage des Vereins: „Neben schönen Videos, alten und neuen Fotos von der Schleuse, dem Spoykanal und dem Klever Hafen wurde auf www.svbev.org auch der ausgefallene PowerPoint-Vortrag in Form eines Videos hinterlegt“. Corona gehe vorbei, der SVB werde bleiben und sich mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln für den Erhalt der Schleuse in Brienen einsetzen.

Zunächst freut sich der SVB, dass im Zuge der Lockerungen des Lockdown sein Vereinslokal „Zum Johanna Sebus Denkmal“ direkt an der Briener Schleuse wieder geöffnet hat. Zwar mit Einschränkungen (Mundschutz beim Gang zur Toilette und nicht mehr als zwei befreundete Familien an einem Tisch sowie Eintragung in eine Namensliste), aber man kann sich in familiärer Atmosphäre wieder um die Zukunft der Schleuse austauschen, so Heckmann. Die Planungen der Verantwortlichen in der Klever Stadtverwaltung, die Zukunft der Briener Schleuse betreffend, laufen auch während der Corona-Zeit weiter, sagt der Vorsitzende.

In der Stadt, wo Politik und Verwaltung lange gezögert haben, die Initiative zu ergreifen, denkt man nach langen Diskussionen zunächst einmal über den Bau einer neuen Sportbootschleuse nach. Doch bleibt unklar, wie das Ganze finanziert werden soll und ob die Stadt die Kosten tragen kann und will. Und unterschwellig steht bei Politik und Verwaltung die Frage im Raum: Wie konnte das Wasserstraßenschifffahrtsamt in Duisburg die Schleuse so herunterkommen lassen?