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Kleve für den Erhalt der Schleuse: Man soll die Spoy lieben lernen

Schleuse in Brienen : Kleve soll die Spoy lieben lernen

Neue Aktion des Schleusen-Vereins: Im Internet sollen Komplimente verteilt werden. Verein prüft Rechtsgutachten gegen das Schifffahrtsamt Duisburg.

Der Spoykanal soll zum Atelier für Komplimente werden. Das möchte zumindest Helmuth Plecker, Vorsitzender des Vereins „Stadt, Land, Fluss – Schluss?“. Der Verein setzt sich seit Anfang des Jahres für den Erhalt der Schleuse in Brienen und die Wasseranbindung an den Rhein ein.

So haben sich die Ehrenamtler nun die Aktion „Kleve sagt es mit Herz und Spoy“ ausgedacht. Die Idee stammt aus Lübeck. Interessierte können seit einer Woche im Internet Komplimente verteilen, die dann später entlang des Spoykanals erlebbar und sichtbar gemacht werden sollen. Geplant ist, dass die Gesten auch per Postkarten verteilt werden können. „Mit der Aktion soll eine positive Stimmung während der Corona-Pandemie gefördert werden. Es wird wieder Zeit für positive Botschaften“, sagt Plecker.

Da der Sommer vorbei ist, die kalte Jahreszeit beginnt und die Tage kürzer werden, müsse man dem Vereins-Chef zu Folge nun das Wasser in den Fokus rücken. „Wasser löst bei vielen Menschen Gefühle des Wohlbefindens, der Freiheit, Weite und Transformation aus“, sagt Plecker. Der Spoykanal sei für viele Klever ein Stück erhaltenswerte Heimat und die Briener Schleuse ein beliebtes Ausflugsziel. „Deshalb sollen der Spoykanal als Gewässer und die denkmalgeschützte Schleuse in Brienen für diese Aktion weiter ins Bewusstsein gerückt werden“, sagt Helmut Plecker.

Komplimente könne grundsätzlich jeder machen – Privatpersonen, aber auch Vereine, Firmen oder Familien. „Jeder kann sein eigenes persönliches Kompliment formulieren, entwerfen und zunächst über die eigens für die Aktion eingerichtete Facebook-Seite veröffentlichen“, sagt der Ehrenamtler. Die schönsten Komplimente werden dann in den kommenden Monaten an verschiedenen Stellen entlang des Spoykanals sichtbar gemacht - in Schaufenstern, Gasträumen, auf Bannern oder Schildern. „So entsteht entlang des Spoykanals das wahrscheinlich erste und größte Komplimente-Atelier am Niederrhein“, sagt Plecker. So habe etwa die Inhaberin des Restaurants „Zum Johanna-Sebus-Denkmal“ an der Briener Schleuse bereits ihre Unterstützung zugesagt.

Im kommenden Jahr plant der Verein dann eigenen Angaben zu Folge verschiedene Veranstaltungen entlang des Spoykanals. Im sogenannten „Frühling der Komplimente“ sollen Blumen aus Papier zum Blühen gebracht werden, auf denen Komplimente zu lesen sind.

Zum Hintergrund: Seit Anfang des Jahres ist der Verein „Stadt, Land, Fluss – Schluss?“ aktiv. Mit Aktionen unter dem Titel „Spoypiraten“ wollen sie das Image des 8,5 Kilometer langen Spoykanals aufpolieren. Weiter fordern sie die Beauftragung eines Rechtsgutachtens, das Auskunft darüber erteilen soll, ob die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung nicht pflichtwidrig mit der Unterlassung der Instandsetzung des maroden Schleusenbauwerks in Brienen gehandelt hat. Um die touristischen Potenziale nutzbar zu machen, beauftragt der Förderverein in Absprache mit der Stadt ein Gutachten bei einer Fachagentur für Tourismus- und Freizeitkonzepte.

Derzeit würden mögliche Förderkulissen geprüft und ein Netzwerk aus lokalen, regionalen und überregionalen Akteuren gebildet, so der Verein.