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Kleve: Fridays for Future plant eine Mahnwache

Ein Jahr nach Ausrufung des Klimanotstands : Klimaschützer planen Mahnwache

Die Klever Ortsgruppe von Fridays for Future macht eine Plakataktion. Für Mittwoch, 24. Juni, visiert sie eine Mahnwache vor dem Klever Rathaus an. Ab 16 Uhr ist das demonstrative Auslegen von Plakaten und Bannern auf der Grasfläche neben der Minoritenstraße geplant. Um 17 Uhr tagt der Rat Kleve.

Der 26. Juni war für die Klever Ortsgruppe von Fridays for Future (FfF) der emotionale Höhepunkt des  Jahres 2019. Nach Monaten der Demonstrationen, Schulstreiks und Kundgebungen für eine ambitioniertere Politik gegen die Erderwärmung rief der Stadtrat damals einstimmig bei zwei Enthaltungen den symbolischen Klimanotstand aus. Die Entscheidung schlug bundesweit hohe Wellen. Die politische Konsequenz: Die Stadt Kleve muss seitdem bei allen Entscheidungen die Auswirkungen auf das Klima und die Nachhaltigkeit berücksichtigen. In Zeiten der Corona-Wirren ist es allerdings still um die junge Bewegung geworden. Demonstrationen scheinen aktuell undenkbar.

Nun aber lassen die Klimaschützer wieder von sich hören: Für Mittwoch, 24. Juni, visieren sie eine Mahnwache vor dem Klever Rathaus an. Ab 16 Uhr ist das demonstrative Auslegen von Plakaten und Bannern auf der Grasfläche neben der Minoritenstraße geplant. Um 17 Uhr tagt  der Rat  Kleve. Aufgrund der Corona-Pandemie könne man sich nämlich nicht mit hunderten Menschen vor der Verwaltung aufstellen. Daher habe man sich eine Alternative einfallen lassen, Gehör zu finden, teilt FfF mit.

„Ein Jahr nach Ausrufung des Klimanotstands wollen wir darauf aufmerksam machen, dass noch immer viel zu wenig fürs Klima passiert ist“, sagt Wortführer Jannik Berbalk. Am letzten Tag des laufenden Schuljahres wolle man daher nun   mit dem Klever Klimaschutzmanager sowie der Verwaltungs-Chefin Sonja Northing diskutieren. Zudem bemühe man sich, die Bürgermeister-Kandidaten  für Interviews zu gewinnen. Die Gespräche mit den Lokalpolitikern sollen per Live-Stream im Internet ausgestrahlt werden.

Die vergangenen Monate habe Berbalk dazu genutzt, weitreichende Recherche im Klever Ratsinformationssystem anzustellen. Dabei habe er alle Anträge der Fraktionen unter die Lupe genommen, die sich mit dem Kampf gegen den Klimawandel auseinandersetzen. Ihm zu Folge seien das noch immer viel zu wenige. „Es ist schwierig zu sagen, wie erfolgreich der Klimanotstand war. Erst einmal ist damit ja nur die Anerkennung für das Thema Klimawandel zum Ausdruck gebracht worden. Allzu viel wurde danach allerdings noch nicht erreicht“, sagt der Sozialdemokrat Berbalk.

Noch vor einem Jahr sei er der Überzeugung gewesen, dass man die politischen Ergebnisse schneller messen können würde. „Doch in der deutschen Bürokratie dauert alles eben recht lange. Ich finde es auch sehr traurig, wie wenig Personal in der Verwaltung arbeitet. So lassen sich Probleme nicht schnell lösen“, sagt er weiter. Ursprünglich sei man bemüht gewesen, den politischen Parteien in Kleve einen FFF-Forderungskatalog für die nächste Ratsperiode zu übermitteln. Die Corona-Krise aber brachte den Entstehungsprozess ins Stocken. „Wir werden uns die Programme der Parteien aber ganz genau ansehen und analysieren, wer sich wirklich fürs Klima einsetzt“, sagt Jannik Berbalk.