1. NRW
  2. Städte
  3. Kleve

Kleve: Fragen an Chefarzt Norbert Bayer zu Herzbeschwerden - RP-Telefonaktion

Thema Herzprobleme : Ihre Fragen an den Chefarzt bei RP-Telefonaktion

Um die Öffentlichkeit für die Warnzeichen der chronischen Herzschwäche zu sensibilisieren, beteiligt sich die Klinik für Kardiologie und Nephrologie des Katholischen Karl-Leisner-Klinikums an den Herzwochen der Deutschen Herzstiftung. Stellen Sie uns Ihre Fragen!

(RP) Chefarzt Dr. Norbert Bayer steht Lesern der Rheinischen Post in einer Telefonaktion Frage und Antwort (siehe Infokasten).

Fünf bis sechs Liter Blut pumpt das Herz pro Minute durch unseren Körper. Schädigt ein Herzinfarkt oder ein unbehandelter Bluthochdruck den Herzmuskel, kann das schwerwiegende Folgen haben: Nicht nur das Herz selbst, auch andere Organe wie Gehirn, Nieren oder Muskeln nehmen Schaden. „Im fortgeschrittenen Stadium kann die Herzschwäche lebensbedrohlich werden und zu Herzversagen oder plötzlichem Herztod führen“, warnt Norbert Bayer, Chefarzt der Klinik für Kardiologie und Nephrologie. „Bundesweit sind pro Jahr rund 465.000 Klinikaufnahmen wegen einer entgleisten Herzschwäche zu verzeichnen, rund 40.000 sterben daran.“

Die Herzschwäche beginnt meistens mit Atemnot, die Beschwerden können unspektakulär sein: Man schafft die Bergwanderung nicht mehr, beim Treppensteigen geht die Puste aus. Man ist müde, abgeschlagen und die Unterschenkel und Fußgelenke sind geschwollen, weil sich Flüssigkeit eingelagert hat.„Diese teils diffusen Symptome lassen sich nicht immer gleich dem Herzen zuordnen“, sagt Bayer.

Die häufigsten Ursachen einer Herzinsuffizienz sind die koronare Herzkrankheit (KHK) und Bluthochdruck. „Ist eine undichte Herzklappe oder eine verengte Herzkranzarterie als Ursache erkannt, gibt es einen konkreten Angriffspunkt für die Behandlung“, so Dr. Bayer. Eine sogenannte „Entgleisung“ der Herzschwäche (Herzdekompensation) ist einer der häufigsten Gründe für eine Krankenhauseinweisung. Zur Entgleisung kommt es, wenn etwa Medikamente weggelassen, falsch dosiert oder kombiniert werden. Oder wenn ein gesunder Lebensstil trotz erkannter Krankheit nicht beherzigt wird: „Wir empfehlen den Patienten Gewichtsnormalisierung, gesunde Ernährung, maßvolles Ausdauertraining und den Verzicht auf Rauchen und Alkohol“, so Dr. Norbert Bayer.

In der Corona-Krise Arztbesuche nicht aufschieben: Covid-19-Patienten versterben bei fatalen Verläufen in der Regel an Herz-Kreislauf-Komplikationen. „Das Aufschieben ist gerade für Covid-Risikopatienten mit kardialen Problemen sehr gefährlich“, warnt Bayer. Patienten mit Durchblutungsstörungen der Herzkranzarterien, einer chronischen Herzschwäche, mit Herzklappenerkrankungen oder Herzrhythmusstörungen seien besonders gefährdet. „Dringend erforderliche Behandlungen sollten deshalb unbedingt vorgenommen werden“, so Bayer.

(RP)