Kleve: Firma Prowerb feiert 40. Jubiläum

Jubiläum : Werbung, die ankommt

Die Klever Firma Prowerb lagert Werbematerialien im großen Stil ein: beinahe alles von der Zuckerwattemaschine bis zum Kugelschreiber. Zu den Kunden zählen mehrere Autofirmen. Nun feiert Prowerb 40. Geburtstag.

Wer das Gespräch mit Sebastian Noy sucht, sollte des Englischen mächtig sein. Oder zumindest vertraut im Umgang mit Anglizismen. Der 37-Jährige spricht von „Warehousing“, „Points of Sale“ oder „Fulfillment-Service“, als seien solche Begriffe im deutschen Sprachraum allerorts gängig. Verwunderlich ist das kaum. Immerhin verkehrt Noy als leitender Gesellschafter der Firma „Prowerb“, die sich auf den Markt des Werbe- und Versandservice spezialisiert hat, in einer Geschäftswelt, die englischsprachig dominiert ist. Gerne erklärt Sebastian Noy das Treiben seiner Firma unserer Redaktion allerdings auch auf Deutsch: „Früher versendeten wir nur Briefe. Heute lagern wir bei uns fast alles, was werblichen Hintergrund hat.“

Im Jahr 2014 übernahm er den Betrieb seines Vaters Hans, nun feiert das Familienunternehmen den 40. Geburtstag. Seit jeher lautet der Slogan der Firma: „Logistik, die ankommt“. Mit bloßer Zuverlässigkeit aber, erklärt Hans Noy, könne man heute am Markt nicht mehr bestehen. Ob der großen Konkurrenz müsse man mehr bieten, daher führt Prowerb seit einiger Zeit zusätzlich den Titel „Das Plus an Service“. Prowerb wolle näher am Kunden sein, persönlich beraten, über Jahre hinweg begleiten und so Vertrauen schaffen. Im Vordergrund des Betriebs steht die Lagerung und Versandabwicklung von Werbeartikeln für mittlere bis große Unternehmen. „Die Werbung wird immer haptischer, aufwendiger und individueller. Daher ist es wichtig, dass die Versendung mit hoher Qualität funktioniert“, sagt Sebastian Noy. Falsch adressierte Paletten, beschädigte Produkte oder nicht eingehaltene Liefertime – in der Branche von Prowerb sind solche Fehler tabu.

Um die Anfertigung von Werbeartikeln kümmert sich Noy mit seinen 70 Mitarbeitern nicht. Die Kunden aber sehen sich nicht dazu in der Lage, permanent große Mengen solcher Produkte zu lagern und auf Abruf zu versenden. In diese Marktlücke preschte Hans Noy vor vier Jahrzehnten hinein. So wundert es nicht, dass Prowerb in Materborn über gleich mehrere Hallen mit 16.000 Quadratmetern Lagerfläche verfügt. Im vergangenen Jahr wurde gar noch ein weiteres Hochregallager in Betrieb genommen. „Wir wachsen seit Jahren stetig. Das geht nur dann, wenn man mit Mitarbeitern zu tun hat, die sich voll mit dem Unternehmen identifizieren“, sagt Sebastian Noy. So stößt man in den dichten Reihen des Vorrats auf ein buntes Sammelsurium von Werbeartikeln: Kugelschreiber, Werbeplakate, durchsichtige Tresore, Zuckerwattemaschinen oder Frisbeescheiben. „Wenn´s um Werbung geht, können die Produkte eigentlich nicht kurios genug sein. Immerhin sorgt das für Aufmerksamkeit“, sagt Sebastian Noy. Zu seinen insgesamt 75 Kunden zählen große Namen, darunter mehrere bekannte Autohersteller, der Mobilfunkriese Telefónica Deutschland, und die Santander Bank. Zuvorderst gehen die Bestellungen über einen eigens eingerichteten, kundeninternen Online-Shop ein.

Der Betriebswirt Sebastian Noy hat Verträge mit allen bekannten Paketdiensten geschlossen. Nur so sei es möglich, besondere Spontanaufträge zu erledigen. An einen erinnert sich Noy besonders lebhaft: „Wir haben schon einmal für eine Vorstandssitzung in Berlin fünfzig Kugelschreiber herüberfahren lassen. Das ist natürlich weder nachhaltig noch wirtschaftlich. Doch wenn der Kunde das fordert, liefern wir.“ Kunden würden ohnehin anspruchsvoller. Immerhin seien diese, was Schnelligkeit und Preislevel anbelangt, den einschlägig bekannten Marktführer des Onlineversandhandels gewohnt. Auch deshalb stelle sich Prowerb breiter auf, erklärt Noy. So betreue man immer häufiger auch die Gestaltung von Promotionsständen. „Viele Kunden wünschen sich, alles aus einer Hand zu bekommen. Eben darum reicht es heute nicht mehr, bloß für den Versand zu sorgen. Wir müssen Fulfillment-Dienstleister sein“, sagt Noy in feinstem Neudeutsch.